Speedweek in Heilbronn: Anwohner fordern tägliche Tempokontrollen für mehr Sicherheit
Bis Sonntag überwachen Polizei und Ordnungsbehörden verstärkt die Geschwindigkeit von Autofahrern. Dient dies der Sicherheit oder handelt es sich um pure Schikane? So äußern sich in Heilbronn Autofahrer und Passanten:
Die Speedweek ist gestartet. Bis Sonntag laufen in Baden-Württemberg und weiteren Bundesländern verstärkte Geschwindigkeitskontrollen.
Handelt es sich um eine notwendige Aktion, um die Straßen sicherer zu machen oder um bloße Abzocke? Wo sollte verstärkt kontrolliert werden und wo sind Tempolimits eher lästig? Wie Autofahrer und Passanten in Heilbronn die Aktion beurteilen:
Speedweek mit Tempokontrollen gestartet: Am besten jeden Tag kontrollieren

Am liebsten hätte es Jürgen Honnens, wenn die Behörden jeden Tag die Geschwindigkeit kontrollieren, nicht nur an bestimmten Tagen und nach Ansage. „Leider gelten Verkehrsregeln heute bei manchen Leuten nicht mehr viel“, so der 66-jährige Brackenheimer. Einige Autofahrer würden erst aufhorchen, wenn es an den Geldbeutel geht.
Besonders ärgert ihn, wenn Autofahrer in einer Tempo-30-Zone ganz dicht auffahren, weil es ihnen nicht schnell genug geht. In Brackenheim würden nachts oft junge Autofahrer negativ auffallen. Was ihn auch nervt ist, wenn im Bereich von Baustellen die Schilder zur Aufhebung einer Geschwindigkeitsbegrenzung fehlen. „Das verunsichert extrem.“
Unsicheres Fahrverhalten in 30er-Zonen: Das sagt ein Autofahrer

In 30er-Zonen sollte man verstärkt kontrollieren, findet Norbert Cwink. Der 86-Jährige hat schon erlebt, wie er in einer 30-er Zone überholt worden ist, obwohl er sich an die Geschwindigkeit gehalten habe. „Aber ich fahre ja eh wenig, und dann lieber langsamer als zu schnell.“
Kübra Yöntem hat zwar Verständnis, dass sich Autofahrer ärgern, wenn es im Berufsverkehr auf breiten Straßen mal im Schneckentempo vorangeht. Als Mutter zweier kleiner Kinder fahre sie aber generell eher vorsichtig. Vor sensiblen Bereichen, wie Altenheimen, Schulen oder Kindergärten solle man aber ruhig häufiger kontrollieren, so die 34-jährige Autofahrerin, die täglich von Neckarsulm nach Heilbronn zur Arbeit pendelt.
Auch gegen weggeworfene Kippen vorgehen, fordert eine Ladenbesitzerin

Dass in dieser Woche Autofahrer verstärkt kontrolliert werden, findet Renate Riedl in Ordnung. Mehr Kontrollen wünscht sich die Inhaberin von Lulu-Moden in Heilbronn-Sontheim aber auch in Sachen allgemeiner Ordnung und Sauberkeit: „Gucken Sie sich mal die Kippen an, die hier überall herumliegen.“ Auch Radfahrer, die trotz Fahrradwegs auf der Straße fahren, sollte die Polizei öfter mal rausziehen, findet die Einzelhändlerin.
„Den Blitzermarathon finde ich sehr gut“, sagt Ulrike Fernsel. Die Heilbronnerin wünscht sich insgeheim, dass möglichst viele Raser erwischt werden. „Aber das sollte man vorher nicht ansagen.“
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