Bürokratiemonster Deutschland: Warum der Verwaltungsapparat unaufhaltsam wächst
Wer Bürokratieabbau will, muss Mut haben und radikal vorgehen, sagt unser Autor.

Wer weiß noch, dass es in Brüssel mal einen Anti-Bürokratiebeauftragten gab? Edmund Stoiber kämpfte sieben Jahre ehrenamtlich gegen die „riesige Regulierungsmaschinerie“, wie er sagte. Mit bescheidenem Erfolg, wie ihm selbst gutmeinende Kritiker bescheinigten.
Bürokratischer Apparat bleibt bestehen und wächst weiter
Das ist auch kein Wunder, denn das Problem ist systemimmanent. Es entwickelt eine Selbsterhaltungsdynamik, die Reformen aus sich heraus unmöglich macht. Wenn sich in einer Stadtverwaltung beispielsweise zwei Personen mit der Lösung eines Problems beschäftigen und sie erfolgreich sind, werden die Stellen nicht abgeschafft, sie werden stattdessen neue Probleme suchen, die es zu lösen gilt. Der bürokratische Apparat bleibt bestehen und er wächst weiter. Deshalb läuft der politische Ansatz zum Bürokratieabbau, den sich jede neue Bundesregierung auf die Fahnen schreibt, gänzlich ins Leere.
Wer den Abbau tatsächlich will, muss die Axt an die Wurzel legen und sie rigoros einsetzen. Zum Beispiel mit einer Verordnung, die für jedes neue Gesetz, die Abschaffung zweier alter vorschreibt.
Doch damit wäre wohl selbst ein Anti-Bürokratiebeauftragter wie Edmund Stoiber hoffnungslos überfordert. Es bedürfte schon eines Halbgottes wie Herkules und zweier Flüsse um den Stall des Augias, sprich den Bürokratiedschungel auszumisten. Doch der ist weder in Brüssel noch in Berlin in Sicht.
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