Leingartener Restaurant „Zum Alten Bahnhof“ insolvent – „ich gebe nicht auf“

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Ende März musste Hülya Canipek, Betreiberin des Restaurants „Zum Alten Bahnhof“ in Leingarten, vorläufig Insolvenz anmelden. Wieso die 52-Jährige trotzdem positiv in die Zukunft blickt.

Von Levin Schröder

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„Ich gebe nicht auf“, sagt Hülya Canipek. Ende März musste die Betreiberin des Restaurants „Zum Alten Bahnhof“ in Leingarten vorläufig Insolvenz anmelden. Der Grund: ein finanzielles Loch, das in den vergangenen Jahren immer größer wurde.

„Ich dachte, ich hätte Corona überstanden“, so Canipek. Doch neben der Pandemie, die viele Gastronomiebetriebe hart getroffen hat, kamen weitere Probleme hinzu. „Es war von allem etwas“ – eine schwache Saison im Jahr 2025, gestiegene Kosten bei Strom und Lebensmitteln und die Rahmenbedingungen vor Ort. In Leingarten sei das Leben als Gastronom schwer, sagt die 52-Jährige, die das Restaurant im November 2014 übernahm. Auch andere Restaurants in der Kleinstadt hätten zu kämpfen. 

Insolvenz im Restaurant „Zum Alten Bahnhof“ in Leingarten: Vorwürfe gegen Personal und Familie

Die Ursachen sieht die Betreiberin aber auch im persönlichen Umfeld: „Jemand aus der Familie hat mir Geld geklaut.“ Auch Teile des Personals sollen immer wieder Geld und Lebensmittel gestohlen haben, ergänzt Canipek, die im Restaurant vor allem für das Kochen zuständig ist: „Ich habe als alleinerziehende Mutter angefangen und daran geglaubt, dass es läuft.“ Bereits vor der Übernahme arbeitete sie als Angestellte im Restaurant.

Das Restaurant "Zum Alten Bahnhof" in Leingarten.
Das Restaurant "Zum Alten Bahnhof" in Leingarten.  Foto: Schröder

„Ich liebe meinen Beruf und ich liebe diesen Laden“, sagt Canipek. Daran ändere auch die aktuelle Situation nichts. Die psychische Belastung habe allerdings immer weiter zugenommen, vor allem im vergangenen Jahr: „Ich habe nur noch das Tagesgeschäft gepackt.“ Ihr Ziel sei es immer gewesen, ihren Stammgästen ein gutes Essen zu bieten. Dabei habe sie ihre wirtschaftliche Lage zunehmend aus dem Blick verloren, sagt die 52-Jährige.

Nach Insolvenz: So soll das Restaurant stabilisiert werden

In der Insolvenz sieht Canipek jetzt eine Chance: „Ich sehe endlich einen Weg raus.“ Unterstützt wird sie dabei von der vorläufigen Insolvenzverwalterin Barbara Kohler: „Der erste Blick auf die Zahlen stimmt mich optimistisch“, sagt Kohler.

Ansatzpunkte sieht sie vor allem bei den Preiskalkulationen oder bei der Gestaltung des Mittagstischs: „Ein Thema ist der inkludierte Beilagensalat. Den könnte man weglassen“, sagt Kohler. Auf Wunsch können Gäste sich diesen dann einfach gesondert bestellen. Am laufenden Betrieb soll sich vorerst aber nichts ändern. „Wir haben ganz regulär geöffnet und freuen uns über jeden Gast“, sagt Canipek. 

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