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Weinsberger Kneipe „Galgenhölzle“ eröffnet – auch am Traubenplatz tut sich was

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Die Weinsberger Kneipen-Szene ist in Bewegung. Vor wenigen Tagen hat die Kult-Kneipe „Galgenhölzle“ wiedereröffnet. Auch dem früheren „Haxenkeller“ und dem Traubenplatz soll neues gastronomisches Leben eingehaucht werden.


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Claudia Glück ist im Glück: „Es ist bombastisch angelaufen“, freut sich die Weinsbergerin, die vor ein paar Tagen ihr Leben als Wirtin des „Galgenhölzle“ begonnen hat. Am Eröffnungsabend, erzählt die Pächterin, habe ihr Team auf der Heilbronner Straße Warndreiecke aufstellen müssen, weil zu viele Leute rund um die Kneipe standen.

Wer sind die Gäste, die nach jahrelangem Leerstand und einem Besitzerwechsel die Kultkneipe aufsuchen? „Bunt gemischt.“ Junge Leute würden genauso kommen wie frühere Stammgäste, erzählt Claudia Glück.

Kultkneipe „Galgenhölzle“ in Weinsberg: Die ersten Sessions sind geplant

Ein bisschen abgekämpft sei sie nach dem Eröffnungstrubel und den wochenlangen Entrümpelungs- und Renovierungsarbeiten im Vorfeld, gibt die „Galgenhölzle“-Chefin zu. „Aber es macht total Spaß.“ Die ersten Sessions seien auch schon geplant.   

Das "Galgenhölzle" in Weinsberg hat vor ein paar Tagen wieder eröffnet. Die Gäste kamen in Scharen.
Das "Galgenhölzle" in Weinsberg hat vor ein paar Tagen wieder eröffnet. Die Gäste kamen in Scharen.  Foto: Anja Krezer

Schon immer, sagte sie kurz vor dem Start im Stimme-Gespräch, sei es ihr Traum gewesen, diese Kneipe zu betreiben. Nun, mit 62 Jahren, wurde er wahr. In den sozialen Medien war die Freude über die Wiedereröffnung der Lokalität ebenso groß wie bei der Weinsberger Stadträtin selbst, die für ihren neuen Job den Filialleiterposten bei Tritschler aufgegeben hat und nur noch Teilzeit in dem Heilbronner Haushaltswarengeschäft arbeitet.

„Galgenhölzle“ in Weinsberg: Rauchen ist im Innenbereich nicht mehr erlaubt

Die drei Gasträume im „Holz“, im „Hölzle“ oder „Galges“, wie die Kneipe von ihren früheren Stammgästen auch genannt wird, wurden frisch herausgeputzt, die teils antiquarischen Möbel wurden aufgearbeitet, Wände bekamen einen frischen Anstrich. Rauchen ist im Gegensatz zu früher im Innenbereich nicht mehr erlaubt. Im Außenbereich sorgen Palettenmöbel für eine chillige Atmosphäre. Zwölf Helfer unterstützen Claudia Glück im Service. Sie hatte nach eigenen Angaben keine Probleme, Personal zu finden: „Ich kenne viele Leute, und viele Leute kennen das Galgenhölzle.“ 

Klar habe sie mit ihren 62 überlegt: „Tu ich mir was Gutes?“ Ihre beiden Kinder hätten sie bestärkt: „Mein Sohn sagte: Das war doch schon immer dein Ding.“ Also hat die Weinsbergerin nicht lange gefackelt und „ja“ gesagt, als der neue Eigentümer sie fragte, ob sie sein Lokal pachten wolle. Dass das Flair des „Galges“ erhalten bleibt, habe er sich nur mit ihr vorstellen können, sagt Claudia Glück und lacht. 

Weinsberger Gastronomie: „Barfüßer-Haxenkeller“ soll wiederbelebt werden

Einige hundert Meter weiter stadteinwärts scheint auch etwas in Bewegung zu geraten. Der ehemalige „Barfüßer-Haxenkeller“ mit seinem urigen Gewölbe – auch er seit ein paar Jahren verschlossen – soll wiederbelebt werden, sagt Thomas Goth, Leiter des Weinsberger Baurechtsamtes. Eberhard Riedmüller, Geschäftsführer der Barfüßer Gastronomie-Betriebs GmbH, bestätigt: „Wir sind auf der Suche nach einem Pächter.“ Das Kellerlokal gehört zur Barfüßer Gruppe.

Eberhard Riedmüller aus Ulm ist der Mann hinter der Gruppe, die verschiedene Gastro-Konzepte unter ihrem Dach vereint. Dazu gehören zum Beispiel sieben eigene Brauereien.

Außenbewirtung auf dem Weinsberger Traubenplatz: im Idealfall noch in diesem Sommer

An die Keller-Gastronomie in Weinsberg ist laut Goth ein Vorrecht auf die Nutzung des nahen Traubenplatzes für Außenbewirtung gekoppelt, und auch diese möchte Riedmüller mit dem künftigen Pächter wiederbeleben – so wie es früher einmal war. Im Idealfall soll es zumindest mit der Außenbewirtung noch in diesem Sommer losgehen. „Der Platz ist wunderbar“, findet der Unternehmer.

Der Traubenplatz soll wieder, so wie früher, bewirtet werden. Derzeit läuft die Suche nach einem Pächter, der auch den "Haxenkeller" betreibt.
Der Traubenplatz soll wieder, so wie früher, bewirtet werden. Derzeit läuft die Suche nach einem Pächter, der auch den "Haxenkeller" betreibt.  Foto: Anja Krezer

Aber, das gibt er zu, es sei nicht ganz einfach, jemanden zu finden, der die Eigenschaften mitbringt, die Riedmüller in einer gut funktionierenden Gastronomie für unabdingbar hält: „Leidenschaft, Freude und Arbeitswillen.“ Immerhin: Gespräche mit Interessenten würden geführt.

Direkt am Traubenplatz befindet sich das frühere Café „Fonsi´s“, das der Stadt gehört und ebenfalls leersteht und inzwischen an Riedmüller verpachtet ist. Der Plan ist, das kleine Café küchentechnisch so umzubauen und einzurichten, dass von dort aus der Traubenplatz bewirtet wird. Das soll Abläufe einfacher machen. Früher mussten Speisen und Getränke umständlich von der Küche des „Haxenkeller“ herbeigeschafft werden. 

Das „Galgenhölzle“ ist montags und dienstags von 18 bis 22 Uhr geöffnet, donnerstags, freitags und samstags von 16 bis 24 Uhr und sonntags von 16 bis 20 Uhr. Mittwochs bleiben die Türen der Kneipe geschlossen.

Die Barfüßer-Gruppe ist laut ihrer Homepage in zehn Städten präsent, sie hat rund 750 Mitarbeiter in 21 Betrieben. 

Der Weinsberger „Haxenkeller“ hat eine wechselvolle Geschichte

Die Gastronomie im Gewölbekeller hat eine wechselvolle Geschichte: Einst als „Traubenkeller“ eröffnet, firmierte das Lokal um und wurde zum „Barfüßer-Haxenkeller“. Einige Jahre später sollte im Keller unter dem Namen „Kelly´s Irish Pub“ Guinness und Co. ausgeschenkt werden, doch der neue Pächter startete nie so richtig durch: Corona und Lockdown funkten dazwischen. Interessant wurde es 2023, als Nalan Kuru-Black von der nahe gelegenen „Nalans Butcherei“ Interesse anmeldete. Sie hatte große Pläne sowohl für den Keller als auch für den Traubenplatz und wollte das „Fonsi´s“ einbeziehen.

Umso mehr überraschte sie rund ein Jahr später ihre Verhandlungspartner mit der Nachricht, dass sie die Butcherei schließt, um die Gastronomie im Heilbronner Stadttheater zu übernehmen. Während der Fußball-Europameisterschaft im vergangenen Sommer belebte Kuru-Black den Traubenplatz zwar für kurze Zeit  –  aber das war es dann auch. 

In der ehemaligen „Nalans Butcherei“ in der Hauptstraße eröffnete im Juli 2024 das „Rabbit 4“: Es ist Restaurant und Bar in einem, mit Platz für Events auf einer oder zwei Ebenen.        

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