Fußball in Sportbars: So viel müssen Betreiber für die Übertragung zahlen
Die steigenden Übertragungskosten belasten Sportbars, auch im Raum Heilbronn. Uli Sammet, Besitzer von "Thats Live", gibt Einblick in seine Finanzen und teilt Tipps, wie man beim Fußballschauen sparen kann.
Ein Glück spielt der VfB Stuttgart in der Champions League, meint Uli Sammet, Besitzer der Sportsbar „That’s Live" in Lauffen. Jedes Mal, wenn die Schwaben dienstags oder mittwochs gegen die europäische Spitzenklasse antreten, strömen die Gäste nur so in seine Bar. Ein Segen, denn die Übertragungskosten von Sky und DAZN steigen unaufhörlich. Wie sich diese Kosten zusammensetzen, legt Sammet offen.
„Früher wurde der Preis anhand der Anzahl der Stühle im Lokal ermittelt", erklärt Uli Sammet. Die Sportbar-Besitzer hätten sich dabei eines kleinen Tricks bedient: „Man hat einfach ein paar Stühle in der Abstellkammer versteckt, wenn der Vertreter vorbeikam", verrät Sammet lachend. Die Pay-TV-Sender sind jedoch auf diesen Trick aufmerksam geworden und haben inzwischen andere Vertragskonditionen. Nun zählt die Fläche der Gastronomie.
Übertragungskosten für Fußballkneipen: So viel kostet Sky und DAZN
Sammet bietet in seiner Sportsbar „That’s Live" Fußballübertragungen von Sky und DAZN an. Für seine 200 Quadratmeter zahlt er etwa 810 Euro – zu viel, wie er findet. Mit den Streamingdiensten schließt man Jahresverträge ab. Auch in den Winter- und Sommerpausen, in denen keine Spiele stattfinden, muss der monatliche Betrag gezahlt werden.
DAZN beschreibt auf Anfrage sein Angebot für Gastronomien als „transparent und fair". Für Kneipen, Hotels oder Restaurants gilt eine Pauschale von 399 Euro pro Monat. Betriebe mit einer Fläche unter 36 Quadratmetern zahlen 199 Euro. Vereinsheime erhalten einen Sonderpreis von 150 Euro im Monat. Bei Sky beginnen die Preise für Übertragungen in der Gastronomie, je nach Fläche, bei 290 Euro.
Um alle Spiele zeigen zu können, bräuchte man zusätzlich RTL+, MagentaTV und Amazon Prime, berichtet Sammet. Bis auf Prime, zeigt er diese Dienste jedoch nicht in der Bar.

Preise für Fußballübertragungen steigen – „Leute werden sparsamer"
„Die Preise sind in den letzten Jahren unaufhörlich gestiegen. Wäre der VfB nicht in der Champions League, würden sich die Übertragungen gar nicht lohnen." Die berühmte Bundesliga-Konferenz am Samstagmittag ziehe beispielsweise nicht mehr so viele Zuschauer ins Lokal wie früher. „Die Leute werden sparsamer."
Auch im Blick behalten muss Sammet, die Stromkosten von 600 Euro und eine angekündigte Gaspreiserhöhung um etwa 45 Prozent. Hinzu kommen rund 15.000 bis 20.000 Euro an Schäden, die durch das Hochwasser im Juni in Lauffen entstanden sind – das Wasser hinterließ in der Bar Spuren.
Um die Kosten zu kompensieren, veranstaltet Sammet regelmäßig Events und bietet Dart und Spieltische an, um die Gäste länger im Lokal zu halten. Zusätzlich hat er noch einen Tipp für alle Abonnenten der genannten Streamingdienste: „Einfach jedes Jahr kündigen", rät er. "Die bieten einem dann immer Rabatte, damit sie einen als Kunden nicht verlieren." Mit den Anbietern könne man ein wenig verhandeln, sagt der Barbesitzer selbstbewusst.
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