Freibäder im östlichen Landkreis: Wo das Planschen in der Saison 2026 teurer wird
Auch wenn man es bei den derzeitigen Temperaturen kaum glauben kann: In ein paar Wochen öffnen die Freibäder im Weinsberger Tal sowie im Schozach- und Bottwartal. Was kostet das Planschvergnügen in der Sommersaison 2026?
Freibäder sind ein freiwilliges Angebot, das ziemlich viel Geld kostet. Die Eintrittspreise decken Energie- und Personalkosten, Unterhaltungsaufwand und Investitionen niemals komplett. Freibäder sind immer Zuschussbetriebe, und die Betriebskosten steigen.
Obersulm erhöht Eintrittspreise: Zuschuss pro Badegast deutlich gestiegen
Als es neulich im Obersulmer Gemeinderat um die Erhöhung der Eintritte ging, wurde genau aufgeschlüsselt, was die Kommune, also letztlich die Allgemeinheit, in den zurückliegenden Jahren beisteuerte, um das Mineralfreibad am Laufen zu halten: 2022 waren es rund 378.000 Euro, ein Jahr später 524.000 Euro. Pro Badegast hat sich der Zuschuss von 5,48 Euro auf 10,48 Euro zwischen 2022 und 2024 fast verdoppelt. Deshalb müssen die Obersulmer, nachdem die Tarife bereits 2023 um etwa zehn Prozent erhöht wurden, 2026 erneut mehr bezahlen.
Beispiele für Erwachsene: Die Einzelkarte wird 80 Cent teurer, eine Zehnerkarte kostet vier Euro mehr, eine Jahreskarte zehn Euro mehr. Der Freibadbetrieb beginnt am 8. Mai.
Freibäder Weinsberg und Oberes Bottwartal: Rabatte für Saisonkarten im Vorverkauf
Im Weinsberger Freibad wird in diesem Jahr nicht an den Gebühren gerüttelt. „Es bleibt wie gehabt“, sagt die zuständige Amtsleiterin Maria Wagner. Zwar ist das Geld im Rathaus sehr knapp, aber eine erneute Erhöhung wollte man den Bürgern nicht zumuten, denn: Der Gemeinderat hatte die Eintritte 2024 teilweise empfindlich angehoben und lieb gewonnene Extras wie die pauschale Ermäßigung für Senioren gestrichen. Das kam nicht so gut an. Allerdings waren die Preise zuvor über 20 Jahre lang gleich gewesen.
Sparfüchse aufgepasst: Wer eine Saisonkarte für das Weinsberger Freibad im Vorverkauf von 4. bis 13. Mai (jeweils 12 bis 18 Uhr) an der Freibadkasse kauft, bekommt einen Rabatt von zehn Prozent. Das Weinsberger Freibad öffnet seine Pforten am 14. Mai. Derzeit wird die Anlage im Stadtseebachtal ausgewintert.
„Schön, klein, schnuckelig“: So beschreibt Michael Sensbach von der Rathausverwaltung das am Wald gelegene Freibad in Wüstenrot. Eine Preiserhöhung sei geplant. Nur stehe noch nicht fest, wann im Gemeinderat darüber gesprochen wird. Weil es aktuell also keine belastbaren Zahlen gibt, taucht Wüstenrot in unserer Gebührentabelle nicht auf. Laut Sensbach steht auch der erste Öffnungstag noch nicht genau fest.
Im Mineralfreibad Oberes Bottwartal, das von Beilstein und Oberstenfeld gemeinsam betrieben wird, ist schon lange klar: Am 1. Mai öffnen sich die Pforten der Freizeitanlage mit ihren diversen Rutschen. Das Freibad hat ein großes Einzugsgebiet und entsprechend viele Gäste. Im zurückliegenden, durchwachsenen Sommer, der aber die 50. Jubiläumssaison war, passierten etwa 180.000 Besucher das Drehkreuz. Zum Vergleich: Das kleine Ilsfelder „Bädle“ im Gewerbegebiet verzeichnete 2025 rund 33.000 Besucher.
Im Mineralfreibad Oberes Bottwartal ändert sich an den Eintrittspreisen nichts. Verwaltungsleiterin Christine Schächer: „Wir hatten 2025 ein recht ordentliches Ergebnis“, auch dank der neuen PV-Anlage. Ordentlich bedeutet: Am Ende stand ein Defizit von 200.000 Euro. Da sich zwei Kommunen dieses Minus teilen, ist der Abmangel für jede einzelne tatsächlich verschmerzbar. Auch im Mineralfreibad geht es schon rund: Becken werden geputzt, Beete gerichtet, neulich wurde die Brunnenleitung erneuert – dank der Hilfe des Oberstenfelder Bauhofs kostete sie weniger als die Hälfte der ursprünglich veranschlagten 125.000 Euro. Im Oberen Bottwartal gibt es wie in Weinsberg einen Vorverkaufsrabatt.

Freibäder: Personalsuche ist nicht immer einfach
In Ilsfeld beginnt die Badesaison am 18. Mai. Auch in der Schozachtalgemeinde wird 2026 nicht an der Gebührenschraube gedreht, wenngleich es ist wie überall: Die Eintrittspreise decken häufig nicht ansatzweise die Kosten. Oft ist es auch schwierig, ausreichend Personal zu finden. Ilsfeld ist deshalb in Kontakt mit einer Personalleasing-Gesellschaft, wie Bürgermeister Bernd Bordon neulich im Gemeinderat erläuterte.
Freibad Untergruppenbach: Eröffnung am 1. Mai nach millionenschwerer Sanierung
Nach einer langen Zwangspause dürfte die Vorfreude auf den Saisonstart am 1. Mai in Untergruppenbach besonders groß sein. Die stolze Summe von 7,5 Millionen Euro wurde seit 2021 in die Rundumerneuerung des Freibades investiert. Zuletzt waren die Sanitäranlagen und Umkleiden an der Reihe. Weil 2024 nicht den ganzen Sommer geschwommen werden konnte und 2025 nur einen Tag, steigt nun die Spannung. Es steigen aber auch die Preise. Der Einzeleintritt zum Beispiel erhöht sich von 4,90 auf 5,50 Euro.
Der Gemeinderat hat jüngst diesen Schritt vollzogen, um „ein ausgewogenes Verhältnis zwischen einer sozialverträglichen Preisgestaltung und der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Badebetriebs zu wahren“, wie es in den Erläuterungen zur Ratssitzung heißt. Immerhin sei das Freibad nun eines der modernsten in der Region. Die neuen Preise seien marktüblich, wenn man auf vergleichbare Bäder blicke. Und: Bislang habe sich Untergruppenbach am unteren Ende der Skala bewegt.
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