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Frau in Lauffen wohl angefahren und später tot gefunden: Was bisher bekannt ist

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In Lauffen ist ein Unfall passiert, der Fragen aufwirft. Eine 56-Jährige soll von einem Auto angefahren worden sein – später wird sie tot in ihrer Wohnung gefunden. Besteht ein Zusammenhang?


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Am Dienstagmorgen ist in Lauffen ein Unfall passiert, der einige Fragen aufwirft. Laut Polizeiangaben ist eine 56-jährige Frau ungefähr zwischen 10.20 Uhr und 10.40 Uhr zu Fuß durch eine Unterführung in der Raiffeisenstraße in Lauffen gegangen. Dort soll sie von einem Auto angefahren worden und daraufhin gestürzt sein. Der Autofahrer hat offenbar nicht angehalten, sondern ist weitergefahren.

Als die Frau weitergeht, stürzt sie wieder, woraufhin Passanten ihr aufhelfen und sie zu ihrem Ziel in der Körnerstraße bringen. Die Polizei oder einen Rettungswagen rufen? Das lehnt die 56-Jährige vehement ab und fährt später mit dem Taxi nach Hause in den Landkreis Heilbronn. Am nächsten Morgen wird sie von Angehörigen tot in ihrer Wohnung gefunden. 

Frau stirbt nach Sturz in Lauffen: War Autounfall die Ursache?

Die Polizei ermittelt nun, ob es zwischen dem mutmaßlichen Unfall und dem Tod der Frau einen Zusammenhang gibt. Derzeit könne das zumindest nicht ausgeschlossen werden, heißt es in einer Polizeimitteilung. Ist die Frau so schwer gestürzt, dass das mit Verzögerung zu ihrem Tod geführt hat?

Vor Ort in Lauffen wird deutlich, was zu dem Unfall geführt haben könnte. Die Unterführung unter den Bahngleisen ist eigentlich nicht für Fußgänger gedacht und sehr eng. Sie hat keinen Fußweg. Mitunter lassen Autofahrer den Gegenverkehr durch, bevor sie selbst in die Unterführung reinfahren. Noch dazu geht es bergab – einige sind an diesem Donnerstagmorgen gefühlt schneller unterwegs als die erlaubten 30 km/h.

Die Bahnunterführung in Lauffen ist nicht für Fußgänger gedacht. Selbst für Autos wird es im Gegenverkehr eng. Offenbar ist die 56-jährige Frau hier durchgegangen.
Die Bahnunterführung in Lauffen ist nicht für Fußgänger gedacht. Selbst für Autos wird es im Gegenverkehr eng. Offenbar ist die 56-jährige Frau hier durchgegangen.  Foto: Christoph Donauer

„Gefährliche Stelle“: Ladenbesitzer sieht häufiger Unfälle an Unterführung in Lauffen

Mehrere von der Redaktion befragte Passanten haben von dem Vorfall nichts mitbekommen, auch in der angrenzenden Volksbank-Filiale und dem Bürgerbüro weiß man nur, dass eine Frau gestürzt ist und es einen Polizeieinsatz gab.

Wie das Heilbronner Polizeipräsidium auf Stimme-Anfrage erklärt, hatte dieser Einsatz aber nichts mit der toten Frau zu tun. Auch in der Körnerstraße herrscht Unwissenheit – niemand kennt die Frau oder weiß, was sie dort wollte.

Von dem Unfall ebenfalls nichts mitbekommen hat Ulas Sag, was ihn sehr wundert. „Hier, wirklich?“ Der 40-Jährige führt einen Laden für Schlüsseldienste und Schuhreparaturen. Von einem Balkon aus, auf dem er mehrmals täglich Kaffee trinkt, kann er den Bereich um die Unterführung gut sehen. Deshalb weiß er auch, dass Jugendliche immer wieder mit Rädern und Rollern durchfahren und dass immer mal wieder Unfälle passieren. „Das ist schon eine gefährliche Stelle“, sagt Ulas Sag.

Autofahrer flüchtet offenbar nach Unfall in Lauffen – „Das ist unmenschlich!“

Dass der Autofahrer einfach weitergefahren sein soll, kann der Ladenbesitzer nicht verstehen. „So etwas macht man nicht. Das ist unmenschlich!“ Der Tod der Frau mache ihn traurig. Bereits vor rund 15 Jahren sei ein kleiner Junge in der Bahnhofstraße überfahren worden, auch damals sei der Autofahrer geflüchtet. „Wo sind wir hier eigentlich inzwischen?“, fragt Ulas Sag.

Eigentlich dürfen Fußgänger nicht durch den Tunnel laufen, entsprechende Schilder gibt es an beiden Seiten. Stattdessen soll man die Unterführung am Bahnhof benutzen, rund 30 Meter weiter. Aus Sicht des 40-Jährigen reicht das jedoch nicht aus. „Da muss die Stadt etwas machen.“

Die Polizei sucht nach Zeugen, die Hinweise zu dem Vorfall geben können. Gesucht werden insbesondere die beiden Passanten, die der gestürzten Frau aufgeholfen haben sowie Menschen, die den möglichen Unfall in der Raiffeisenstraße gesehen haben. Außerdem ist die Verstorbene offenbar mit einem weißen Fiat 500 zwischen 10.10 Uhr und 10.30 Uhr von Meimsheim nach Lauffen gefahren – wer dahingehend etwas gesehen hat, wird ebenfalls als Zeuge gesucht. Bisher hat es laut Polizeiangaben noch keine Hinweise gegeben.  

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