Zensus-Erhebung: Fragwürdige Methoden werfen schlechtes Licht auf Volkszählung
Die Statistiker sollten den Meldedaten der Gemeinden mehr vertrauen. Die Kommunen wissen besser, wie viele Menschen im Ort wohnen.
Die Daten aus dem Zensus sind grundsätzlich interessant: Junge Leute wohnen wieder länger zu Hause, trotz Heizungsgesetz gibt es noch viele Feuerungen mit Öl und Gas, das Pro-Kopf-Aufkommen an Hausmüll steigt um elf auf 452 Kilogramm.
Das ist alles „nice to have“, wie der Statistiker sagt. Geht es aber um die Bevölkerungszahlen, trifft das die Kommunen da, wo es ohnehin schon weh tut: beim Geld. Weniger Einwohner bedeuten geringere Zuweisungen, die sich dann wieder beim Bau oder der Sanierung von Schulen, Hallen oder Straßen niederschlagen.
Krasse Abweichungen wie in Jagsthausen zeigen die Schwächen des Zensus
Mehr als berechtigt ist hier die Frage, warum man den Meldedaten nicht traut. Die Zensus genannte Befragung sollte eigentlich dazu dienen, das schlechte Meldeverhalten zu verbessern. Daher mussten auch Sammelunterkünfte und Wohnheime komplett erhoben werden.

Aber gerade hier trifft man die Bewohner oft nicht an, weil sie gerade bei der Arbeit sind oder schlicht keine Lust haben, die Tür aufzumachen. Aufgrund dessen ganze Häuser als leerstehend zu deklarieren ist nicht nur schlampig, sondern falsch.
Deshalb: Wenn es so krasse Abweichungen wie in Jagsthausen gibt, sollte man einfach den Meldedaten vertrauen anstatt eine Stichprobe als Grundlage für die „Entvölkerung“ eines Dorfes zu verwenden.
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