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Städte im Kreis Heilbronn streichen Event-Budgets – wie es mit Festen weitergeht

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In Lauffen und Neckarsulm stehen beliebte Veranstaltungen auf dem Prüfstand. Wegen hoher Kosten und Sparzwang überdenken die Städte ihre Rolle bei der Organisation von Festen.


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An diesem Wochenende, 5. und 6. Juli, findet das 22. Brückenfest in Lauffen statt. Alle zwei Jahre kehrt die Traditionsveranstaltung zurück und lockt Tausende Besucher aus der Region an. Für die Stadt ist der Spaß teuer: Die Kosten liegen bei 43.000 Euro. Davon tragen die Vereine 4000 Euro, 1000 Euro spendet die Zeag, die restlichen Kosten zahlt die Stadt als Veranstalter aus eigener Tasche.

Das beliebte Brückenfest in Lauffen steht noch nicht auf der Streichliste

Durch „zahlreiche Optimierungen“ habe man zwar 25.000 Euro im Vergleich zum letzten Mal sparen können, trotzdem spricht Bürgermeisterin Sarina Pfründer von einem „großen Kostenaufwand“ für die Kommune, besonders in der aktuellen Wirtschaftslage. Die Vereine, die tatkräftig bei der Vorbereitung und Durchführung helfen, seien von der Stadt zwar um weitere finanzielle Unterstützung angefragt worden. „Einen Mehraufwand zu tragen, mussten die Vereine ablehnen“, gibt die Bürgermeisterin jedoch an.

Das Brückenfest in Lauffen ist ein Publikumsmagnet, kostet die Stadt aber auch viel Geld.
Das Brückenfest in Lauffen ist ein Publikumsmagnet, kostet die Stadt aber auch viel Geld.  Foto: Schneider

Das Fest einzustellen, steht aktuell nicht im Raum. „So weit sind wir noch nicht“, gibt Sarina Pfründer an. Im vergangenen Jahr sei der Haushalt zwei Millionen Euro im Minus gewesen. „Wir müssen eine Million dauerhaft einsparen“, erklärt sie. Aktuell gebe es eine Konsolidierungsliste von einer halben Million Euro, aber „da steht das Brückenfest noch nicht als Streichung drauf“. Bei kleineren Veranstaltungen hat Lauffen schon den Rotstift angesetzt. Das Kino Mobil wurde von drei auf einen Abend reduziert. Das Budget des Seniorennachmittags sei von mehr als 10.000 auf 8000 Euro gekürzt worden. „Und das alles reicht bei weitem nicht aus, die Löcher im Haushalt zu stopfen“, meint Pfründer. Mitte Juli sei Haushaltsklausur der Ämter, in denen über weitere 500.000 Euro Einsparungen beraten werde.

Stadt Neckarsulm: Bauhof und Citymanagement sind keine „Festdienstleister“

In Neckarsulm soll durch das Streichen von „festdienstnahen Leistungen“ bei Bauhof und Citymanagement Arbeitszeit und damit Geld eingespart werden. Im Jahr 2024 waren für Veranstaltungen des Stadtmarketings über 400000 Euro notwendig. Beim Bauhof sind die Kosten seit 2019 von 200.000 auf 326.000 Euro angestiegen, so Leiter Michel Hettich. 

„An Vereinsfesten wird nicht gespart“, stellte Oberbürgermeister Steffen Hertwig klar. Es gehe um die Vielfalt der Veranstaltungen vor allem im gewerblichen Bereich. „Dies können wir uns dauerhaft nicht leisten.“ Man wolle nur „mit Maß und Ziel das aus dem Kalender streichen, das nur einen geringen Mehrwert bringt“. 

Veranstaltungen wie die Feuerzangenbowle erfordern einen hohen Aufwand für die Sicherheit. „Das kann gerne fortgeführt werden, nur nicht unter städtischer Regie“, zum Beispiel als Bestandteil des Winterzaubers im Advent. Die „Vegan Days“ könnten in die Klimawoche integriert werden. 

Neckarsulm: Am Klassiker Ganzhornfest wird nicht gerüttelt, aber an „Shop´in“ durchaus

Dass die diversen Veranstaltungen von „Shop´in“ nur mäßig besucht sind – und am Donnerstag Abend mit lauter Musik auf dem Marktplatz auch die Gemeinderatsitzung beeinträchtigen – hat wohl dazu geführt, dass diese ebenfalls gestrichen werden sollen. Das erst zweimal stattgefundene Stadtfest „hat keine Tradition und war bisher mehr ein Tag der offenen Tür des Rathauses als ein echtes Stadtfest. Auf diese Veranstaltung kann man verzichten“, meint Einzelhändler Simon Berthold. 

Bei den Winelights am Scheuerberg, den Vegan Days, dem Weihnachtsmarkt am Neuberg sowie dem Weindorf, das vom Gewerbeverein und dem Weinbauverein zusammen veranstaltet werden, wie Stadträtin Sandra Berthold (CDU) betonte, will sich die Stadt ab dem kommenden Jahr bei der Veranstaltungsverantwortung zurückziehen.  Aufsicht, Security und Zufahrtschutz bringen zusätzliche finanzielle wie personelle Belastungen, führte Annika Störner vom Rathaus aus. 

Nach intensiver Diskussion wurde jeweils mit knapper Mehrheit beschlossen, dass die Verantwortung für gewerbliche Feste an die Organisatoren übergeht, der Bauhof weiterhin Hütten zur Verfügung stellt, die aber je nach Anzahl unterschiedlich berechnet werden. Manche Beschicker bringen auch ihre eigenen Fahrzeuge mit, berichtete Antonia Kuhn (FWV) oder seien mit Pavillons zufrieden. 

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