Tausende Besucher bei Fasnets-Umzug in Brackenheim – „einfach ein Feeling“
Am Samstag hat sich Brackenheim in ein wahres Tollhaus verwandelt. Der große Fasnets-Umzug durch die historische Altstadt lockte zahlreiche Besucher aus der gesamten Region an. Bürgermeister Thomas Csaszar lief als „Goißbock“ vorne raus.
Sowohl Teilnehmer als auch Besucher kamen beim Brackenheimer schwäbisch-allemannischen Fasnets-Umzug auf ihre Kosten. Schon früh am Nachmittag herrschte ausgelassene Stimmung.
Tausende Menschen versammelten sich entlang der Strecke durch die Stadt. Bereits ab 13 Uhr füllte sich das Schulzentrum, wo Narren sich aufwärmten und auf den Beginn des Umzugs warteten. „Das ist einfach ein Feeling“, beschreibt eine Besucherin ihre Eindrücke. „Wenn du hier auf dem Schulzentrum stehst, gehörst du dazu.“
Faschingsumzug in Brackenheim 2026 – „freue mich unglaublich auf diesen Tag“
Angeführt wurde der Gaudiwurm von Brackenheims Bürgermeister Thomas Csaszar – allerdings war den wenigsten ersichtlich, dass es der Bürgermeister war, der hinter dem „Goißbock“-Kostüm der Fasnetzunft Brackenheim steckte. Von den Waldstrafblechlern wurde Csaszar an der langen Leine gehalten. „Da der Bock natürlich nicht geschlachtet werden will, versucht er ständig auszubüxen – und belebt das Umzugsgeschehen“, heißt es zu Erläuterung der Figur in einem Umzugsheft der Fastnetzunft.
„Ich freue mich immer unglaublich auf diesen Tag“, sagt Denise Mattis (26) vom Fanfarencorps aus Meimsheim. „Hier sehe ich so viele Leute, die ich sonst das ganze Jahr nicht sehe.“
Pünktlich um 14.30 Uhr setzte sich der Umzug in Bewegung. Rund 70 Gruppen mit mehreren Hundert Hästrägern aus Baden-Württemberg und dem Elsass präsentierten fantasievolle Kostüme – von Hexen und Teufeln und Trollen bis hin zu Figuren aus Film und Märchen.
Fasching in Brackenheim: Schwäbisch-alemannische Traditionen im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt standen wie in den Vorjahren auch die schwäbisch-alemannischen Fasnachtstraditionen. Große Motivwagen suchte man vergeblich. Stattdessen traten die Laufgruppen in den direkten Kontakt mit den Zuschauern. Ein Besucher lobte die Aufteilung der Gruppen. Guggemusik gab es voneinander entzerrt, so dass sich die lautstarken Auftritte mit Trommeln und Blechbläsern nicht gegenseitig überschallten. Die Marschmelodien der Musiker ließen nicht nur die Narren, sondern auch die Zuschauer mittanzen.
„Das ist einfach daheim“, erklärt Daniel Krause (38) von den Güglinger Gassafäger seine Vorfreude auf den Brackenheimer Umzug. Nach einer „langweiligen Adventszeit“ steige jetzt endlich wieder die Party, sagt auch Gassafäger Jochen Sailer (56).
Begeisterung unter Zuschauern – auch wenn mancher Schnürsenkel verloren ging
Zahlreiche Kinder sammelten voller Begeisterung Tüten voller Süßigkeiten. Diese Beschäftigung ließ sie die Schaurigkeit mancher Kostümträger ganz vergessen, auch ihre Mützen ließen sie sich gegen Bonbons lachend ins Gesicht ziehen. Jugendliche standen am Wegesrand und ließen sich voller Begeisterung und Gelächter von Hexen packen und ein paar Meter mitschleifen. Wer nicht aufpasste, dessen Gesicht war anschließend bunt bemalt, die Haare waren zersaust und voller Konfetti. Manchen fehlten nach dem Umzug auch die Schnürsenkel.
Beate Ramm, Zunftmeisterin der Brackenheimer Fasnetzunft, hätte sich zwar noch etwas mehr Zuschauer beim diesjährigen Spektakel gewünscht. Dass nicht so viele kamen wie in anderen Jahren, habe aber wohl am Wetter gelegen, sagt sie. Immerhin: Es war bloß kalt, es regnete nicht. Wenn, dann tröpfelte es höchstens kurz.
Sicherheit war wieder großgeschrieben. Abgestellte Fahrzeuge sicherten die Zufahrten, während zusätzliche Security-Teams entlang der Route für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Nach dem Umzug blieb die Feier noch lange lebendig: Ab zirka 17 Uhr startete die After-Umzugs-Party in der Tiefgarage des Rathauses, mit DJ-Musik, Guggenklängen und ausgelassener Feierlaune bis in den Abend hinein.
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