Fahrlehrer aus Eppingen wegen sexueller Belästigung vor Gericht
Ein Fahrlehrer aus Eppingen soll eine Fahrschülerin mehrfach sexuell belästigt haben. Vor dem Heilbronner Amtsgericht bezeichneten die Freundin sowie der Vater des mutmaßlichen Opfers die damals 16-Jährige als glaubwürdig.
Ein Fahrlehrer aus Eppingen muss sich vor dem Heilbronner Amtsgericht verantworten. Seine ehemalige Schülerin bezichtigt ihn der sexuellen Belästigung.
Fahrlehrer in Heilbronn vor Gericht: Mutter des mutmaßlichen Opfers hatte Anzeige erstattet
„Ich bin überfordert“, sagte der 39 Jahre alte Vater des mutmaßlichen Opfers am Dienstag, 4. Februar, im Zeugenstand des Heilbronner Amtsgerichts. Dass der Angeklagte Sprüche über den Po seiner Tochter gemacht habe, habe sie ihm zwar gesagt. „Ich traue ihm das zu. Ich weiß, dass er lockere Sprüche macht“, so der Zeuge. Dass er den Fahrlehrer zur Rede stellt, habe seine Tochter aber nicht gewollt. „Weil sie sich nicht schämen wollte“, sagte der Sinsheimer.
Dass der Fahrlehrer seine damals 16 Jahre alte Schülerin auch am Bein gestreichelt und am Po angefasst haben soll, habe er erst erfahren, als die Mutter des mutmaßlichen Opfers bereits Anzeige erstattet hat. Wie er reagiert hätte, wenn er davon bereits früher gewusst hätte, könne er nicht beantworten, sagte der 39-Jährige.
Fahrlehrer aus Eppingen vor Gericht: Angeklagter suchte Gespräch mit Vater
Nach der Anzeige habe der Angeklagte das Gespräch mit dem Vater gesucht. Damit dieser einen Kontakt zu der 16-Jährigen und deren Mutter herstellen könne. Dass er den Po der Fahrschülerin angefasst haben soll, sei damals kein Thema gewesen. Dass er ihr Bein berührt hat, habe der Fahrlehrer damals damit erklärt, dass er sie getätschelt habe, um sie zu trösten „Weil in der Fahrstunden etwas nicht geklappt hat“, sagte der Vater.
Seit einem halben Jahr leide seine Tochter unter Migräne. „Ob das mit der Sache zu tun hat, weiß ich nicht.“ Außerdem habe sie immer wieder Bauchschmerzen. Vor kurzem habe sie ihm erzählt, dass sie nachts regelmäßig wach wird. „Bis jetzt hatte ich noch keinen Grund, ihr nicht zu glauben. Sie hat bei einer größeren Sache noch nicht gelogen“, sagte der Vater.

Fahrschülerin erzählte bester Freundin von Sprüchen und der Hand am Po
Als glaubwürdig beschrieb auch die beste Freundin das mutmaßliche Opfer. „Sie ist keine Person, die jemandem etwas Schlechtes will“, sagte die 17 Jahre alte Sinsheimerin. Von anzüglichen Sprüchen des Fahrlehrers habe sie in den Sommerferien erfahren. Sie sei im Urlaub gewesen, als ihre Freundin ihr per Snapchat von Sprüchen des Fahrlehrers über ihren Körper erzählt hat. Und dass sie nicht mehr in die Fahrschule gehen wolle.
Immer wieder habe sie ihre Freundin ermuntert, ihrer Mutter von den verbalen Übergriffen zu erzählen, berichtete die 17-Jährige. Später habe ihre Freundin auch geschrieben, dass der Fahrlehrer ihr an den Po gefasst habe.
Fahrlehrer aus Eppingen bestreitet Vorwürfe – Plädoyers am 20. Februar
Seit Mitte Januar muss sich der 53 Jahre alte Fahrlehrer aus Eppingen vor dem Heilbronner Amtsgericht verantworten. Seine ehemalige, damals 16 Jahre alte Schülerin beschuldigt ihn, sie sexuell belästigt zu haben. Er soll ihr an den Po gefasst und sie am Oberschenkel gestreichelt haben. Darüber hinaus soll er gesagt haben, „der Arsch unter der Hose braucht einen Waffenschein“, als sie mit einer Teveo-Leggings zur Fahrstunde gekommensei. Und: „Der Arsch wird ja nicht mit der Hose dazugekauft, den muss man schon vorher haben.“ Auch soll er sie immer wieder „Schnucki“ genannt haben.
Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Am Donnerstag, 20. Februar, halten Anklage und Verteidigung ihre Plädoyers.
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