Digitale Verwaltung: Große Unterstützung für Initiative eines Brackenheimers
|
2 Min
Erfolgreich kopiert!
Franz Eduard Gruber geht die Digitalisierung der Verwaltungen nicht voran. Seiner Initiative haben sich namhafte Vertreter angeschlossen: Sie wollen, dass endlich mal eine Bestandsanalyse folgt.
Bitte Tempo machen: Brackenheimer will Digitalisierung in den Verwaltungen voranbringen.
Foto: Marijan Murat
Die Digitalisierung der Rathäuser und Behörden geht Franz Eduard Gruber, einem Unternehmer aus Brackenheim, viel zu langsam voran. Es wäre so viel mehr möglich, es müsste so viel mehr möglich sein. Das ist jedenfalls seine Haltung. Der Weg über Regierungsfraktionen im Landtag ist ihm mittlerweile zu beschwerlich, jetzt bringt er wichtige Akteure zusammen, damit das Thema Fahrt aufnimmt. In einem ersten Schritt soll es wenigstens ein Symposion geben, um den Ist-Zustand zu analysieren.
Franz Eduard Gruber setzt auf die kritische Masse, um das Thema voranzubringen. Ob die nun tatsächlich erreicht ist, lässt er dahingestellt sein. Fest steht: Den Chef des Amts für Digitalisierung, Organisation und IT im Stuttgarter Rathaus hat der Brackenheimer genauso für sich gewonnen wie das Unternehmen Komm.One, das sich als IT-Dienstleister für Kommunen in Baden-Württemberg versteht. Auch die Wissenschaft sieht den Bedarf.
Wenn die digitale Signatur sogar einer IT-Fakultät einer Universität nicht genügt
Robert Müller-Török muss nicht lange überlegen, um auf Beispiele der Digitalisierungsmisere in Deutschland zu kommen. Der Studiendekan Digitales Verwaltungsmanagement und Professor für e-Government an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg braucht gar nicht mal die für ihn fortschrittliche Handy-Autorisierung seines Heimatlands Österreich zu bemühen. Es genügt ihm ein Beispiel einer IT-Fakultät einer Universität der Bundesrepublik: Er wies sich per digitaler Signatur bei einem offiziellen Schreiben an dieser Fakultät aus, prompt folgte der Anruf: Gehe das nicht bitte per Ausdruck und Scan? "Wir kommen nicht ans Ziel", sagt Robert Müller-Török. Die digitale Signatur sei schon seit vielen Jahren rechtlich möglich. Nur: In Deutschland sei es eben jeder Behörde oder öffentlichen Einrichtung freigestellt, diese zu akzeptieren. "Wir müssen etwas ändern", sagt er. Dabei dürfe es Deutschland nicht genügen, dass sich die Bundesländer untereinander vergleichen. "EU-Bürger sind andere Standards gewöhnt."
Robert Müller-Török steht genauso hinter dem Ansinnen von Franz Eduard Gruber wie Andreas Pelzner, Vorstand von Komm.One. Die Gruppe hat viele Beispiele, woran es hakt. Dazu gehört beispielsweise ein fehlender Standard, um Führerschein-Daten zu übermitteln. Und Führerschein? Warum brauche man den überhaupt noch, wo es doch eine zentrale Stelle in Flensburg gebe. Dort könnte man doch bei Kontrollen genauso prüfen, ob ein Fahrer einen Führerschein hat. Die Gruppe setzt auf ein Symposium, um die Augen zu öffnen, wie es Andreas Pelzner von Komm.One nennt. Es gehe nicht darum, Schuldige zu finden, sondern den Ist-Zustand zu analysieren. Leicht werde das nicht. "Ehrlich machen tut weh." Robert Müller-Török macht Druck: "Wir müssen etwas ändern."
IT-Misere in Rathäusern
Die zügige und nachhaltige Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung sei unerlässlich, sagt Thomas Bönig von der Stadtverwaltung Stuttgart. „Deutschland hat in diesem Bereich den Anschluss an moderne und effiziente Verwaltungsstrukturen längst verloren“, so der Amtsleiter Digitalisierung, Organisation und IT. „Bisherige Versuche, diesen Rückstand aus eigener Kraft aufzuholen, sind gescheitert.“ Er fordert einen „fundamentalen Kurswechsel. Es bedürfe "einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und der Privatwirtschaft oder zum Beispiel auch gesellschaftlicher Initiativen".Er betonte kürzlich gegenüber stimme.de: Nur durch gezielte Kooperationen könnten innovative Ansätze und Lösungen entstehen, die die öffentliche Verwaltung in das digitale Zeitalter bringen. Der Einsatz privatwirtschaftlicher Expertise und Agilität könne dazu beitragen, den notwendigen Wandel zu beschleunigen und die Funktionsfähigkeit der öffentlichen Hand langfristig zu sichern. ing
Franz Eduard Gruber engagiert sich im Bereich der Digitalisierung.
Foto: privat
Kommentare öffnen
Traurig, aber keine Sorge: Sie können natürlich trotzdem weiterlesen.
Schließen Sie einfach diese Meldung und sichern Sie sich das andere exklusive Angebot auf der Seite. Bei Fragen hilft Ihnen unser Kundenservice unter 07131/615-615 gerne weiter.
Kommentare