Hat tatkräftige Unterstützung: Brackenheimer lässt bei Digitalisierung der Verwaltung nicht locker
Franz Eduard Gruber sorgt sich um die Zukunft des Landes: Mehr Digitalisierung ist seiner Ansicht nach nötig. Bei den Schulen tut sich einiges, nur bei Verwaltungen sieht er noch großen Nachholbedarf. Das soll sich ändern, und dabei weiß er die Landeshauptstadt hinter sich.

Recht auf elektronische Kommunikation mit jeder Behörde, Einführung elektronischer Siegel für jede Behörde: Das sind zwei von mehreren Punkten, die Franz Eduard Gruber umtreiben. In den Rathäusern gibt es bei der Digitalisierung seiner Ansicht nach noch einiges zu tun. "Es sind die einfachsten Dinge, die nicht gehen." In diesem Bereich sieht er im Land großen Nachholbedarf, und er lässt nicht locker. Über politische Wege hat es der Brackenheimer Unternehmer bereits versucht, Koalitionsparteien im Landtag für das Thema zu gewinnen und selbst an die entscheidenden Stellen in der Landesregierung zu kommen. Das geht ihm nicht schnell genug. Also ist er gerade dabei, auf anderen Wegen ein Symposium unter der Überschrift "Vorwärtsstrategie für unser Ländle" zu organisieren. Damit ist er nicht allein.

Seinem Ansinnen angeschlossen haben sich bereits eine ehemalige SAP-Entwicklungsleiterin sowie Professoren der Zeppelin-Universität, der Universität Stuttgart sowie der Verwaltungshochschule Ludwigsburg. Das Vorhaben bekommt nun noch mehr Gewicht, denn zwei schwergewichtige Akteure sind dabei. Komm.One habe sich angeschlossen, eine IT-Dienstleisterin für die Kommunen in Baden-Württemberg. Das jedenfalls sagt Franz Eduard Gruber. Viel wichtiger vielleicht ist, dass Franz Eduard Gruber einen wichtigen Akteur im Rathaus der Landeshauptstadt hinter sich weiß: Thomas Bönig, der dort das Amt für Digitalisierung, Organisation und IT leitet. "Die zügige und nachhaltige Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung ist unerlässlich", so Thomas Bönig gegenüber stimme.de. "Deutschland hat in diesem Bereich den Anschluss an moderne und effiziente Verwaltungsstrukturen längst verloren." Bisherige Versuche, diesen Rückstand aus eigener Kraft aufzuholen, seien gescheitert. "Ein fundamentaler Kurswechsel innerhalb der Verwaltung ist notwendig, scheint jedoch ohne externe Impulse kaum realisierbar." Umso mehr bedarf es seiner Ansicht nach einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und der Privatwirtschaft oder zum Beispiel auch gesellschaftlicher Initiativen. "Nur durch gezielte Kooperationen können innovative Ansätze und Lösungen entstehen, die die öffentliche Verwaltung in das digitale Zeitalter bringen." Der Einsatz privatwirtschaftlicher Expertise und Agilität könne dazu beitragen, den notwendigen Wandel zu beschleunigen und die Funktionsfähigkeit der öffentlichen Hand langfristig zu sichern.
Digitalisierung der Verwaltung: Mit einem Symposium soll Tempo reinkommen
Der Brackenheimer will mit seiner neuen Strategie die Beteiligten mitnehmen. Seine Hoffnung ist, dass es bei der Digitalisierung der Verwaltung dann schneller vorangeht, wenn eine "kritische Masse" erreicht sei. Ob dieser Punkt mit Stuttgart und Komm.One gelungen ist, lässt sich für ihn aktuell nicht beantworten. Franz Eduard Gruber hofft ferner, noch ein weiteres großes Unternehmen zu gewinnen. Deutlich wird, worum es ihm geht: Das Land sieht er nur im Mittelmaß. Er wünscht sich einen Kraftakt aller Beteiligten, dass man sich aufrafft und den Vorwärtssprung schafft. "Es geht um die Zukunft, um wegweisende Entscheidungen."
Froh ist Franz Eduard Gruber, dass sich immerhin bei den Schulen etwas tut. Er hatte unter anderem mit dem Philologenverband für ein eigenständiges Fach Informatik an Gymnasien geworben. Dafür stand er sogar mit dem Kultusministerium in einem Austausch. Wie erfolgreich er war, lässt sich nicht sagen. Nur eines steht fest: Stuttgart will Informatik, Künstliche Intelligenz (KI) und Medienbildung an allen weiterführenden Schulen ausbauen, in jeder Klassenstufe soll es für diesen Verbund eine Stunde geben. "Wir sind bei der Digitalkompetenz auf dem richtigen Weg", sagt Franz Eduard Gruber.
An Schulen bekommt Informatik eine größere Bedeutung
Dass sich an den Schulen etwas tun muss, ist für den Brackenheimer nur ein logischer Schritt: Die Digitalkompetenz sei entscheidend für den Wohlstandserhalt. Seiner Ansicht nach würden viele Nutzer IT mittlerweile nur noch anwenden. Er bezeichnet es als „digitale Unmündigkeit“. Gruber ist überzeugt: Wer von Informatik keine Ahnung habe, könne zwar die Systeme benutzen, „die andere entwerfen und bewirtschaften, aber er oder sie kann sie nicht hinterfragen und schon gar nicht an eigene Bedürfnisse anpassen“.
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