Radschnellweg bei Bad Wimpfen: Erste Strecke freigegeben
Seit Mittwoch ist der erste Abschnitt des Radschnellwegs RS 3 in Bad Wimpfen offiziell befahrbar. Die 1,7 Kilometer lange Pilotstrecke soll den Grundstein für eine schnelle und klimafreundliche Verbindung nach Heilbronn legen.

Auf der 1,7 Kilometer langen Demonstrationsstrecke des Radschnellwegs RS 3 in Bad Wimpfen dürfen seit Mittwoch Radler nun offiziell in die Pedale treten. Bei bestem Radfahrwetter gaben Susanne Bay, Präsidentin des Regierungspräsidiums Stuttgart, Staatssekretärin Elke Zimmer (MdL) vom Landesverkehrsministerium Baden-Württemberg und Bad Wimpfens Bürgermeister Andreas Zaffran den Abschnitt zwischen dem Brunnenstubenweg in Bad Wimpfen und dem Yachthafen bei Bad Friedrichshall nicht nur frei, sondern drehten auch gleich eine Proberunde auf dem gut vier Meter breiten, asphaltierten Grund.
Die Demostrecke ist der erste Aufschlag und Teil der vom Land geplanten Radschnellwegverbindung zwischen Bad Wimpfen und Heilbronn. Der RS 3 wird in zwei Bauabschnitten auf 18 Kilometern umgesetzt. Der erste Abschnitt von Bad Wimpfen bis Neckargartach mit etwa 9,5 Kilometern Länge wird vom Land Baden-Württemberg gebaut, die Fortsetzung über weitere 8,5 Kilometer erfolgt durch die Stadt Heilbronn im Auftrag des Landes.
Erste Strecke bei Bad Wimpfen freigegeben: 20 Express-Trassen bis 2030
Bis 2030 sollen in Baden-Württemberg 20 solcher Express-Trassen für Radfahrer angelegt werden, so das ehrgeizige Ziel der Landesregierung. Mit den Schnellwegen wolle man den Berufsverkehr vom Auto aufs Rad verschieben. Der Bund fördert derzeit 42 Radschnellweg-Projekte mit einer Fördersumme von insgesamt 132 Millionen Euro, davon befinden sich 21 Projekte in Baden-Württemberg mit einem Fördervolumen von 39,8 Millionen Euro.
Radschnellweg als wichtiges Puzzleteil für Klimaneutralität
Mit einer Frequentierung von bis zu 4200 Radfahrern täglich rechnen die Planer bei der Radschnellwegverbindung Bad Wimpfen und Heilbronn. Und tatsächlich ist schon vor der offiziellen Eröffnung der neue Demoabschnitt mit Zählstelle, Beschilderung und grüner Bodenmarkierung gut frequentiert. Staatssekretärin Elke Zimmer wertet dies als deutliches Zeichen für den Bedarf. „Ein Radweg ist nicht nur eine Möglichkeit, um von A nach B zu kommen, sondern auch etwas für die Seele, wenn er wie hier durch die schöne Natur führt“, erklärte sie. Auch viele der rund 70 Gäste, darunter mehrere Bundestagsabgeordnete, Landrat Nobert Heuser und Mitglieder des Bad Wimpfener Gemeinderats, waren extra mit ihrem Fahrrad zur Eröffnung gekommen, um die neue Strecke zu testen.
Außerdem konnten sie ihre Räder vor Ort einem kostenlosen Check von fachkundigen Mechanikern unterziehen und sicherheitsrelevante Bauteile an den Zweirädern prüfen lassen. „2040 soll Baden-Württemberg klimaneutral sein. Der Radschnellweg ist hierbei ein wichtiges Puzzlestück, um dieses Ziel zu erreichen und den Menschen ein attraktives Angebot zu machen“, betonte Zimmer weiter. Auf zwei Rädern sei auf der Expresstrasse nun ein zügiges Vorankommen ohne Stau, aber unter gegenseitiger Rücksichtnahme möglich.
Susanne Bay: „Die Fahrt auf einem Radschnellweg ist ein ganz anderes Feeling.“
Die Präsidentin des Regierungspräsidiums, Susanne Bay, berichtete den anwesenden Gästen von ihrer ersten Fahrt auf einem Abschnitt in Böblingen: „Die Fahrt auf einem Radschnellweg ist ein ganz anderes Feeling. Es fühlt sich gut an.“ Wenngleich es bei der Radschnellwegstrecke zwischen Bad Wimpfen und Heilbronn die Herausforderung gebe, verschiedene Nutzungsinteressen zu vereinen, habe man dies durch eine gute Planung und Kompromisse geschafft. Dankbar sei sie zudem, dass der Bund das Vorhaben finanziell unterstütze. Die Kosten für den Bau der Demostrecke belaufen sich auf etwa 1,5 Millionen Euro, wovon der Bund 75 Prozent und das Land 25 Prozent trage. „Ich wünsche allen Nutzern eine unfallfreie Fahrt mit einem beschwingten Fahrgefühl.“
Startschuss für Expressradweg zwischen Bad Wimpfen und Heilbronn
Bürgermeister Andreas Zaffran erklärte: „Der Radschnellweg ist eine gute Basis für die avisierte Verkehrswende. Wir freuen uns, Teil dieses Projekts zu sein
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Kommentare
Herbert Strecker am 01.05.2025 13:48 Uhr
Das ist ja nicht schlecht, aber wo bleiben die Fußgänger? Für die ist ja immer mehr diskriminierend. Am Neckar kann man ja schon nicht mehr wegen der z.T. rücksichtslosen Radfahrer entlanglaufen!
Wenn schon Radwege, dann bitte auch eine Fußgänger-Spur und nicht alles durch die Radfahrerbrille sehen, planen, entscheiden bzw. bauen!