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Mängel beim Brandschutz

Dauercamper-Frust in Wüstenrot: Was auf Campingplätzen erlaubt ist – und was nicht

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Auf dem Wüstenroter Campingplatz sollen Gefahren lauern, zum Beispiel beim Brandschutz. Dauercamper wurden aufgefordert, Anbauten an Wohnwägen zu beseitigen. Ein Experte erklärt, was zulässig ist – und wo es Probleme geben kann.


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Auf dem Wüstenroter Campingplatzes lauern offenbar viele Gefahren, zum Beispiel beim Brandschutz. Anbauten an Wohnwägen müssen jetzt weichen, andernfalls droht die Schließung. Dauercamper sind verärgert. 

"Ein Dauercamper ist ein ganzes Jahr auf dem Campingplatz", erklärt der Vorsitzende des Landesverbands Baden-Württemberg der Campingwirtschaft, Kurt Bonath. Was die Dauercamper und anderen Camper dürfen und was nicht, entscheide jeweils der Platz.

Melanie Gönnenwein hat gemeinsam mit ihrem Mann ihren Caravan auf einem Campingplatz am Buchhorner See stehen. „Regeln hat man auf jedem Platz.“ Alle zwei Jahre müsse man mit dem Wohnwagen zum TÜV, und man müsse eine gültige Gasprüfung haben. Die Regeln des Platzes gelten für Dauercamper wie für Camper, die für kurze Zeit kommen. Dauercamper schließen einen entsprechenden Vertrag mit dem Betreiber des Platzes ab. „Es gibt auch je nach Platz eine Probezeit.“ Nach dieser Probezeit könne man dann entscheiden, ob es einem Dauercamping gefalle und ob man in die Gemeinschaft der Dauercamper passe: „Jeder Dauercamper ist seines Glückes Schmied.“  Probleme mit Dauercampern seien Gönnenwein nicht bekannt.

Außer Frage steht hingegen, wo Camper ihren Wohnsitz haben. Kurt Bonath: "Auf dem Campingplatz darf nicht gewohnt werden." Etwa einen Scheinwohnsitz zu haben sei kein Kavaliersdelikt und könne teuer werden. Die Camper müssten ihren Wohnsitz an anderer Stelle haben. Sie könnten über das Wochenende oder zum Beispiel über den Sommer ihre Tage und Nächte auf dem Campingplatz verbringen. 

Dauercamper dürfen ihren Wohnsitz nicht auf dem Campingplatz haben, einen Scheinwohnsitz vorzutäuschen ist verboten und kann teuer werden.
Dauercamper dürfen ihren Wohnsitz nicht auf dem Campingplatz haben, einen Scheinwohnsitz vorzutäuschen ist verboten und kann teuer werden.  Foto: Soeren Stache

Angebliche Mängel in Wüstenrot: Auf was Dauercamper achten müssen

Ausbauten an Wohnwägen seien "problematisch", stellt Bonath klar und meint damit vor allem festinstallierte Anbauten. Es dürfe nichts mit dem Erdreich verbunden sein, einbetonierte Bauteile seien somit nicht erlaubt. Zur Befestigung könnten stattdessen etwa Zeltheringe verwendet werden. Das hänge einerseits mit dem Brandschutz zusammen und andererseits damit, dass man "jederzeit ortsunabhängig" sei. 

So etwas wie in Wüstenrot käme immer mal wieder vor, erzählt der Vorsitzende. Dort mussten Dauercamper ihre Anbauten entfernen, um den Brandschutz sowie versicherungstechnische und rechtliche Vorgaben einzuhalten. Die Regelungen für Campingplätze in Sachen Brandschutz seien in Baden-Württemberg "noch recht locker". Das sei in anderen Bundesländern teilweise strenger. Kurt Bonath betont: "Die Brände werden nicht weniger durch die vielen Akkus, die wir haben." Auch nicht ganz abgekühlte Grillkohle könne eine Gefahr darstellen. 

Was der Landesverband der Camping-Wirtschaft in Baden-Württemberg möchte

Der Landesverband der Campingwirtschaft möchte, dass Mobile Homes (diese müssen mit Tiefladern transportiert werden) und zum Beispiel Schlaf-Fässer mit Wohnwägen gleichgesetzt werden. "Dann würde bürokratischer Aufwand entfallen." Andere Bundesländer wie das Saarland und Rheinland-Pfalz, aber auch außerhalb Deutschlands sei man da schon weiter.

Für das Aufstellen solcher festen Unterbringungen, bräuchte man bisher eine extra Baugenehmigung oder einen Bebauungsplan. Letzteres gebe es in manchen Gemeinden, sodass feste Häuser auf Campingplätzen nach Vorlage von Bauplänen und der Überprüfung des Bauamts erlaubt seien.

"50 Prozent der Campingplätze haben das nicht", schätzt der Vorsitzende. Ohne großen Genehmigungsaufwand könnten dann sowohl Campingplatzbesitzer, aber auch Gäste Behausungen aufstellen, die sich nicht mit einem Pkw transportieren lassen. Das würde es auch Dauercampern leichter machen. Weshalb es diese Regelung bei uns noch nicht gibt? Bürokratische Hürden seien im Weg. Aber Bonath erklärt auch: "Wir sind im Kontakt mit der Politik."

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