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Weinsberger Zeitzeugen-Projekt

Das sind die Männer hinter den Büchern

  
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Holger Wahl und Simon Bendel haben in Kooperation mit Moritz Kuhn ein weiteres Buch über Weinsberg zur Zeit des Nationalsozialismus geschrieben. Es speist sich aus zahlreichen Interviews mit Zeitzeugen. Das erklärte Ziel: Geschichte bewahren, bevor sich niemand mehr erinnert.

Holger Wahl (links) und Simon Bendel sind mit Leidenschaft Weinsberger
Holger Wahl (links) und Simon Bendel sind mit Leidenschaft Weinsberger  Foto: privat

Angefangen hat alles vor einigen Jahren im „Galgenhölzle“: „Bei einem Bier hat mich Simon Bendel angesprochen“, erinnert sich Holger Wahl (58). Beide sind alteingesessene Weinsberger, beide aus Überzeugung, beide wollen Geschichte bewahren, „ehe die Erinnerung verblasst“. Wahl hatte damit bereits begonnen und ein Buch über den Ersten Weltkrieg veröffentlicht.

Nach dem Gespräch am Kneipen-Tresen konkretisierten die beiden Männer ihr Zeitzeugen-Projekt über die Zeit des Nationalsozialismus in Weinsberg: Familienvater Wahl, der als Außendienstmitarbeiter bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall von Berufs wegen gar nichts mit Geschichte am Hut hat, interviewte zwischen 2015 und 2024 knapp 60 Menschen. Bendel (43), von Haus aus Kameramann, filmte die Interviewten. Eine Handvoll lebt noch heute, zwei Menschen stehen 2026 noch auf Wahls und Bendels Befragungsliste.


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Weinsberger Zeitzeugen-Projekt: immer nicht das ganze Material verwertet

Aus diesen Interviews speisen sich inzwischen drei Bücher und mehrere Vorträge über die Zeit zwischen 1933 und 1945 in Weinsberg. Und das Material – etwa 120 bis 150 Stunden „Oral History“, schätzt Wahl – ist immer noch nicht vollständig verwertet. „Wir könnten noch Vorträge ohne Ende machen und noch ein Buch als krönender Abschluss“, sagt der Heimatforscher.Dritter im Bunde ist Moritz Kuhn, ebenfalls Weinsberger. Kuhn, Jahrgang 1994, ist Inhaber einer Werbeagentur. Er verantwortet das Layout der Bücher und macht die Vorträge zu Multimedia-Werken. Kuhn ist es auch zu verdanken, dass das Projekt eine eigene Homepage hat: www.weinsberg-damals.de.  In dieser Reihenfolge sind die Bücher erschienen: „Als der Krieg nach Weinsberg kam“ (2020), „Weinsberg unter dem Banner des Hakenkreuzes“ (2025) und nun „Weinsberg im Alltag des Nationalsozialismus“.  

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