Cyberattacken auf Behörden nehmen zu – Angriffe auch in Heilbronn und Hohenlohe
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Behörden geraten verstärkt ins Visier von kriminellen Hackern. Im Raum Heilbronn und Hohenlohe wird die Gefahr als hoch eingeschätzt. Wie viele Vorfälle gab es – und wie gut sind Ämter geschützt?
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Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg registrierte im vergangenen Jahr 102 Hackerangriffe auf Kommunalverwaltungen – mehr als doppelt so viele wie 2024. Die Dunkelziffer dürfte jedoch höher liegen, wie Sprecherin Ann-Katrin Keicher auf Stimme-Nachfrage mitteilt. Denn meldepflichtig sei bisher nur die Landesverwaltung.
Im Oktober 2025 wurde etwa das Rathaus in Untereisesheim Opfer eines Hackerangriffs, in dessen Folge Ausweiskopien, Strafakten und Gesundheitsdaten im Darknet auftauchten. „Mehrere hundert Personen“ sind betroffen, sagt Bürgermeister Christian Tretow (SPD). Diese Bürger werden seit Februar über das Ausmaß informiert. Die Behörden in Heilbronn und im Hohenlohekreis schätzen die Gefahr durch Cyberattacken unisono als hoch ein. Wie gut sind sie vorbereitet?
„Fortlaufend Angriffen ausgesetzt“: Wie sich Heilbronner Behörden gegen Cyberattacken rüsten
Für die Behörden der Stadt Heilbronn habe das Thema IT-Sicherheit „einen sehr hohen Stellenwert“, teilt Sprecherin Suse Bucher-Pinell mit. „Wie nahezu alle öffentlichen Einrichtungen ist auch die Stadtverwaltung fortlaufend Angriffen aus dem digitalen Raum ausgesetzt.“ Diese würden von „automatisierten Massenangriffen bis hin zu Phishing-Versuchen“ reichen. Genaue Zahlen oder Details zu Schutzmaßnahmen nennt Bucher-Pinell aus Sicherheitsgründen nicht.
Für kriminelle Hacker sind Städte und Kommunen attraktiv. Die Behörden in Heilbronn und im Hohenlohekreis sprechen von einer hohen Gefahr.
Foto: Ralf Seidel
IT-Infrastruktur und Arbeitsgeräte würden laut Bucher-Pinell stets modernisiert und die Mitarbeiter sensibilisiert. „Es finden regelmäßig verpflichtende Schulungen und Awareness-Maßnahmen statt, ergänzt durch spezialisierte externe Unterstützung.“ Ziel sei es, neben technischen Schutzmaßnahmen das „Sicherheitsbewusstsein im Arbeitsalltag kontinuierlich zu stärken“.
Andreas Zwingmann, Sprecher des Landratsamts Heilbronn, sagt: „Die Bedrohungslage im öffentlichen Sektor ist generell hoch und entwickelt sich dynamisch.“ Die Behörde habe „in den vergangenen Jahren die IT-Sicherheit personell und organisatorisch gestärkt“. Geräte und Systeme würden „regelmäßig erneuert“ und Mitarbeiter zu IT-Sicherheitsthemen informiert. Bei Bedarf werden die Schulungen durch Spezialthemen ergänzt. Ob und wie oft das Landratsamt Opfer von Cyberangriffen wurde, teilt Zwingmann nicht mit.
Für Cyberkriminelle seien Städte und Kommunen, ungeachtet ihrer Größe, „per se attraktive Ziele“, erklärt Ann-Katrin Keicher, Sprecherin der Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW). „IT-Infrastrukturen werden von Kriminellen großflächig und automatisiert auf Schwachstellen gescannt.“ Die Behörde unterstützte das Untereisesheimer Rathaus nach dem Hackerangriff vor Ort.
Die CSBW registrierte im Jahr 2023 54 Cyberangriffe auf Kommunalverwaltungen, 49 im Jahr 2024 und 102 in 2025. Auf die Landesverwaltung gab es 2023 170 Attacken, 2024 waren es 183 und im Jahr 2025 insgesamt 188.
Cybersicherheit im Hohenlohekreis – Phishing-Attacke auf Landratsamt
Auch in Behörden im Hohenlohekreis wird die Gefahr durch Cyberangriffe als hoch eingeschätzt, wie es von allen befragten Stellen heißt. Das Landratsamt mit Sitz in Künzelsau ist in den vergangenen Jahren einmal Opfer einer Phishing-Attacke geworden, teilt Sprecherin Anna Erlenbusch mit. Anschließend seien „sofortige Maßnahmen anhand des IT-Notfallplans“ ergriffen worden.
Grundsätzlich seien die Arbeitsgeräte auf dem „aktuellen Stand der Technik“. Zwei Personen würden sich im Landratsamt um das Thema IT-Sicherheit kümmern. Mitarbeiter-Schulungen gebe es in der internen Online-Akademie – teilweise auch verpflichtend, wie Erlenbusch sagt.
Künzelsauer Rathaus wehrt Cyberangriff ab – „Stehen in besonderer Verantwortung“
In der Künzelsauer Stadtverwaltung habe ein Angriffsversuch abgewehrt werden können, sagt Sprecherin Elke Sturm. Das IT-Team sei „kontinuierlich ausgebaut“ worden. Vier Mitarbeiter würden sich um die Sicherheit kümmern. Die Geräte seien auf dem aktuellen Stand. Einmal jährlich finde eine externe Mitarbeiter-Schulung zum Thema Datenschutz und IT-Sicherheit statt. „Als Stadtverwaltung stehen wir in besonderer Verantwortung, sensible Daten zu schützen“, macht Sturm klar.
Eine weitere Stadt aus der Region, die aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden möchte, beschäftigt drei IT-Sicherheitsmitarbeiter – in den vergangenen Jahren sei aufgestockt worden. Einmal im Jahr gebe es Schulungsvideos und, bei Bedarf, aktuelle Meldungen per E-Mail. Bislang seien die dort ansässigen Behörden noch nicht Opfer einer Cyberattacke geworden. Die Gefahr werde jedoch als „sehr hoch“ eingeschätzt.
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