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Carsharing-Idee im Weinsberger Tal steht auf der Kippe

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Obersulm, Löwenstein, Wüstenrot und Mainhardt hoffen auf eine Fortführung des Carsharing-Projekts. Der Betreiber setzt auf einen neuen Partner und stellt sich selbst ein Ultimatum.


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Das E-Carsharing-Projekt „Mobile inclusive“ für die Kommunen Wüstenrot, Löwenstein, Obersulm und Mainhardt (Kreis Schwäbisch Hall) steht offenbar auf der Kippe. In einer Gemeinderatssitzung in Löwenstein vergangenen Donnerstag bestätigte Bürgermeister Eberhard Birk eine entsprechende Anfrage eines Gemeinderats. „Das Unternehmen wird wohl eingestellt. Wir bedauern das.“ Der Projektverantwortliche hingegen sagt, dass noch Hoffnung bestehe.

Carsharing-Idee im Weinsberger Tal auf der Kippe: Arbeitsplätze für Behinderte sollen geschaffen werden

Die Idee hinter dem interkommunalen Projekt: Wer ein Auto mietet, kann es hinterher dort abstellen, wo er es abgeholt hat, oder an einem ausgewiesenen Abstellpunkt. Eine andere Möglichkeit: Bürger nutzen einen E-Bus, der sie für Besorgungen über Gemeindegrenzen fährt. Noch dazu ist „Mobile inclusive“ ein Inklusionsbetrieb. Im Büro und in der Logistik – so die Idee – sollten Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung in Kooperation mit dem Therapeutikum und der Lebenswerkstatt Heilbronn geschafften werden.

Für die Audi AG war das Konzept so interessant und innovativ, dass sie mit eingestiegen ist. Mit 15 E-Fahrzeugen hätte das Projekt im September 2023 auf die Straße gehen sollen.

Bis Ende Juni soll Entscheidung über das E-Carsharing-Projekt getroffen sein

Vom Ende des Betreibermodells möchte Thomas Löffelhardt nichts wissen. Er entwickelte damals die Idee für „Mobile inclusive“ mit. Dass eine Entscheidung gefallen ist, könne er nicht bestätigen. „Die Würfel sind noch nicht gefallen.“ Man sei mit einem Partner, der in der Branche erfolgreich tätig sei, im Austausch. „Den möchten wir für uns gewinnen.“ Man klopfe jede Möglichkeit ab. Löffelhardt ist optimistisch. Er gibt zu: „Ich kann es noch nicht abschätzen, wo es hinführt. Wir sind mit der Politik im Austausch.“ Bis Ende Juni wolle man entscheiden.

Sowohl Löffelhardt als auch Wüstenrots Bürgermeister Timo Wolf sagen, sie seien über die Äußerungen von Birk aus Löwenstein überrascht gewesen. Demnächst fände eine Beiratssitzung statt. Dort wollte man alle Beteiligten über den Stand informieren. „Es würde mich sehr freuen, wenn es weitergeht“, sagt Wolf. Ähnliches gilt für Obersulms Bürgermeister Björn Steinbach. Offiziell habe er noch keine Infos zum Ende des Projekts. Es sei immer mal wieder ins Stocken geraten. Heute wollen sich Bürgermeister vom Sprengel Weinsberger Tal treffen. Bei der Gelegenheit wollen die betroffenen Rathaus-Chefs über das Carsharing-Projekt sprechen. „Ich gehe davon aus, dass wir mehr erfahren“, sagt Steinbach. Ihm sei das Thema wichtig.

Carsharing im Weinsberger Tal: Jüngere und ältere Menschen liegen Quartiersmanager am Herzen

Damit ist er nicht allein. Wenn man mit Andreas Haupt spricht, hört man aus ihm die Begeisterung für die Idee heraus. Als Quartiersmanager von Wüstenrot und einst zuständig für Personal und Soziales von „Mobile inclusive“, liegen ihm vor allem jüngere und ältere Menschen am Herzen. Für sie bestehe Bedarf. Die Versorgung durch den öffentlichen Personennahverkehr sei unbefriedigend. Im Gespräch mit älteren Menschen habe er immer wieder gehört, dass sie auf den Neukauf eines Autos verzichten, wenn sicher sei, dass ein Auto zur Verfügung stünde, wenn sie es bräuchten. Haupt vermutet, dass Schwierigkeiten bei der Finanzierung das Projekt ins Wanken brachten. „Das ist ein Vorhaben, das natürlich nicht kostendeckend arbeitet, schon gar nicht am Anfang.“ Auch wenn dieses Konzept scheitern sollte. „Wir brauchen etwas, es muss etwas getan werden.“ Er werde die Idee weiterverfolgen.

Idee und Konzept zum Carsharing hätten überzeugt

Wichtig sei das Projekt auch für die Gemeinde Mainhardt, erklärt Bürgermeister Damian Komor. „Wir stehen Gewehr bei Fuß.“ Dass sich so ein Vorhaben verzögert, sei nicht ungewöhnlich. Die Idee und das Konzept hätten ihn überzeugt. Es sei durchdacht gewesen, der Bedarf in Mainhardt sei vorhanden. „Wir würden uns sehr freuen, wenn es klappt.“

Audi erklärt, dass die bereitgestellten Fahrzeuge vom Betreiber wieder an Audi zurückgegeben wurden. Durch das Zusammenspiel aus Elektromobilität, Mobilität im ländlichen Raum sowie dem Inklusionsgedanken sei das Projekt interessant. Man habe keine Kenntnis darüber, dass es gestoppt wird.

Gemeinnützigkeit des Projekts

Die Oberfinanzdirektion (OFD) in Stuttgart hat der einstigen gGmbH die Gemeinnützigkeit aberkannt, erklärt Thomas Löffelhardt von „Mobile inclusive“. Damit seien finanzielle Mittel weggefallen. „Am Anfang stellte es sich so dar, als würden die Finanzen stehen.“Die Audi AG erklärte, sie unterstütze die E-Carsharing-Initiative. Unter anderem stelle Audi 15 Leasingfahrzeuge zur Verfügung und helfe mit Leistungen aus dem Konzern. Neben der Bereitstellung der Fahrzeuge waren dies insbesondere eine auf das geplante E-Carsharing zugeschnittene Buchungs-Plattform sowie Planungsleistungen zum Aufbau der Ladeinfrastruktur.

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