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Aufstieg zur Burgruine
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Güglinger Himmelsleiter wieder geöffnet – „ist immer eine Attraktion gewesen“

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Ein halbes Jahr dauerte es, bis die Himmelsleiter im Wald bei Güglingen erneuert wurde. Nun ist der Aufstieg wieder für Wanderer geöffnet. Insgesamt 210 Stufen führen steil hinauf zur Burg Blankenhorn.


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Wandersleute brauchen einen langen Atem, wenn sie die Himmelsleiter im Wald bei Güglingen erklimmen wollen. Genau 210 Stufen führen hinauf auf den Berg oberhalb von Eibensbach, gut 80 Höhenmeter legt man beim Aufstieg zurück.

Am Mittwoch wurde die neue Himmelsleiter eingeweiht, nachdem die alte abgerissen werden musste „Das Bauwerk kann sich sehen lassen“, lobt Christian Feldmann, Leiter des Forstbezirks Unterland. Auch Bürgermeister Michael Tauch freut sich, dass die Freizeitattraktion pünktlich zum Frühling und der Wandersaison fertig geworden ist. „Die Himmelsleiter hat einfach gefehlt“, sagt er.

Himmelsleiter bei Güglingen: 700 Stunden dauerte die Arbeit an der neuen Treppe

„Ohne diese Leiter wäre die Begehung so von unten nicht möglich“, sagt Feldmann. Ein zweiter Weg über die Serpentinen dauert deutlich länger. Für ihn und viele Güglinger sei die Himmelsleiter mit Kindheitserinnerungen verbunden, sagt Bürgermeister Tauch. Allseits beliebt sei der sportliche Wettbewerb, wer als erstes oben ankommt. „Die Himmelsleiter ist immer eine Attraktion gewesen“, betont er, und als solche sei sie ein wichtiger Teil der touristischen Infrastruktur. 

Das Team von Forst-BW hat die alte Himmelsleiter abgerissen und eine neue errichtet. Vorne: Forstbezirksleiter Christian Feldmann (links) und Bürgermeister Michael Tauch.
Das Team von Forst-BW hat die alte Himmelsleiter abgerissen und eine neue errichtet. Vorne: Forstbezirksleiter Christian Feldmann (links) und Bürgermeister Michael Tauch.  Foto: Heil, Theresa

Oben thront die Burgruine Blankenhorn, ein beliebtes Ausflugsziel aus dem 13. Jahrhundert. Einmal im Jahr findet hier ein Ritterfest statt, als nächstes wieder am 27. Juni. Die Umgebung bietet zudem einen weiten Ausblick auf das Tal und mehrere Wanderrouten. 

Himmelsleiter Güglingen als touristische Attraktion mit Tradition und sportlichem Wettbewerb

Die Arbeiten an dem Weg sind im Sommer gestartet. Rund 700 Stunden hat das Team, bestehend aus Forstwirten des Forstreviers Stromberg-Heuchelberg sowie Forstwirtauszubildenden des Forstreviers Stifterhof bei Östringen, daran gearbeitet. Das fertige Werk ist die dritte Version, seit der Aufstieg in den 1990er-Jahren erstmals eröffnet wurde.

Im Jahr 2008 folgte die erste Erneuerung. „Die zweite Version war in letzter Zeit auch etwas in die Jahre gekommen“, sagt Feldmann. Die neue Treppe besteht an den Seiten aus Robinien- sowie Eichenholz. Die Stufen sind aus Stahl gefertigt – das ist zum einen robuster, zum anderen sinkt die Rutschgefahr. 

Forst-BW kümmert sich um den Wald bei Güglingen

Insgesamt liegen die Kosten des Projekts bei rund 42.500 Euro. Die Summe wird von Forst Baden-Württemberg (Forst-BW) getragen, eine öffentlich-rechtliche Anstalt des Landes. Zu ihren Aufgaben zählt laut Feldmann nicht nur, die Bäume der staatlichen Wälder zu schützen, sondern auch sicherzustellen, dass die Bürger sich dort erholen können. Feldmann betont: „Wir betreuen den Wald, als wäre er unser eigener.“

 Neben Güglingen gibt es im Raum Heilbronn in Wüstenrot und in Eppingen eine Himmelsleiter. Aber was bedeutet eigentlich der Begriff? Darauf weiß Christian Feldmann eine Antwort: „Die Himmelsleiter ist ein Auf- und Abstieg zwischen Erde und Himmel“, erklärt er. Ursprung sei eine biblische Erzählung, wonach Jakob auf seiner Flucht vor seinem Zwillingsbruder Esau in einem Traum einen solchen Aufstieg erblickt. Darum wird sie auch Jakobsleiter genannt. 

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