Brandserie in Eppingen-Mühlbach: "Ich kann kaum noch schlafen"
In Eppingen-Mühlbach herrscht nach einer Serie mutmaßlicher Brandstiftungen große Verunsicherung. Bereits zum sechsten Mal innerhalb weniger Wochen brach ein Feuer aus.
Die Familie von Dieter Walz (67) aus Eppingen-Mühlbach ist von einer mutmaßlichen Brandstiftung auf ihrem Grundstück am Montag vor einer Woche psychisch belastet. Ihr Haus befindet sich in der Weilerstraße am anderen Ende des Ortes, wo jetzt erneut ein Feuer ausbrach. Eine Nachbarin, die mit ihrem Hund Gassi gegangen sei, habe letzte Woche bei ihnen den Brand in der Thuja-Hecke gegen 19 Uhr bemerkt, berichtet Walz.
„Wir haben alle wie wild geschrien im Haus“, schildert er. Mit Feuerlöschern hätten sie noch versucht, die Flammen in den Griff zu bekommen. Er denke, das habe etwas geholfen. Alleine hätten sie es aber nicht geschafft - die Einsatzkräfte der Feuerwehr allerdings löschten das Feuer schließlich.
Brandserie in Eppingen-Mühlbach: Feuer wäre von Thuja-Hecke fast auf Haus übergesprungen
Walz berichtet, seine achtjährige Enkeltochter habe ihre Mutter nach dem Brand der Hecke schon gefragt, ob sie nicht in einem anderem Haus leben könnten. „Ich kann kaum noch schlafen“, sagt Walz. Die Situation habe er als sehr brenzlig erlebt, denn die Flammen hätten schnell auf das Dach des Hauses übergreifen können und seine Frau sitze im Rollstuhl. Der Vorfall mache ihm Angst, so Walz weiter. Er könne sich nicht erklären, wer aus welchem Grund die Hecke angezündet habe. Er empfinde es als absoluten Zufall, dass ausgerechnet ihr Grundstück von einem mutmaßlichen Brandstifter für eine Tat ausgewählt worden sei.
Am Dienstag steht Dieter Walz mit einem Landschaftsgärtner vor der über mehrere Meter hinweg verkohlten Hecke. Es müsse einiges neu gemacht, auch Steine ausgetauscht werden, sagt der Landschaftsgärtner.

Dieter Walz sagt, ihm sei eine Sektflasche aufgefallen, die in der Erde unter der verkohlten Hecke steckte. Aber womöglich sei sie auch schon länger dort gewesen. Wie genau das Feuer entfacht wurde - genau das untersucht derzeit die Polizei.
Polizei geht bei zurückliegenden Fällen in Eppingen-Mühlbach von Brandstiftung aus
Bereits zum sechsten Mal innerhalb weniger Wochen hat es in Eppinger-Mühlbach gebrannt. Im Ort herrscht Verunsicherung, obwohl die Ursache für den jüngsten Brand einer Scheune am Montag, 16. Dezember, noch unklar ist.
Bei allen fünf Feuern zuvor gehe man aber jeweils von Brandstiftung aus, bestätigt Polizeisprecher Manuel Unser. Es brannten in den vergangenen Wochen bereits zwei Holzstapel, Mülleimer am Mühlbachsee, eine Gartenhütte und eine Thuja-Hecke neben einem Wohnhaus.
Mühlbacher hoffen auf schnellen Ermittlungserfolg der Polizei
Die Nachlöscharbeiten an der Scheune in der Schalksgasse dauern am Tag danach noch an. Die Scheune muss abgerissen werden. Ein Giebel stürzt kontrolliert ein. Mehrere Nachbarn schildern, sie vermuteten den Brandherd am unteren Teil an der Rückseite des Gebäudes. Dort befindet sich ein Kellerfenster. Ein Teppich aus Löschschaum liegt davor.
Diese Angst vor einem Brandstifter teilen einige Menschen in Mühlbach. „Schlimm, wenn sowas passiert“, sagt Peter Reimold mit Blick auf die Scheune in der Schalksgasse, in der er Kindheitstage verbracht hat. Er hofft auf einen schnellen Ermittlungserfolg der Polizei, befürchtet aber, dass es vor Weihnachten nochmal brennen könnte.
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