Nach Wiedereröffnung: Rekordsaison im Besucherbergwerk Bad Friedrichshall
Mehr als 70.000 Gäste waren seit 1. Mai im Besucherbergwerk in Bad Friedrichshall – das ist ein Rekordwert. Wann in diesem Jahr die letzte Chance für einen Besuch ist.
Nach fünf Jahren Schließung hatte das Besucherbergwerk in Bad Friedrichshall am 1. Mai 2025 wieder seine Türen geöffnet. Seither waren mehr als 70.000 Menschen in der 180 Meter tief gelegenen Ausstellung. „Das ist Rekord“, teilt Svenja Sanden, Marketing-Managerin der Südwestdeutschen Salzwerke AG mit. Bevor die Attraktion aufgrund einer Nitrosaminbelastung in der Luft schließen musste, seien jährlich im Schnitt 50.000 Besucher da gewesen.
Am 3. Oktober heißt es für die Gäste um 17.30 Uhr „Schicht im Schacht“. Dann ist die Saison 2025 zu Ende. Am Tag der Deutschen Einheit ist die letzte Gelegenheit in diesem Jahr, die Atmosphäre unter Tage zu erleben und die KZ-Gedenkstätte zu besuchen.
Besucherrekord in Bad Friedrichshall macht Team der Salzwerke sprachlos
„Bereits zum Saisonstart zeichnete sich ab, dass sich das Besucherbergwerk in und über die Region Heilbronn hinaus nach wie vor einer großen Beliebtheit erfreut“, berichtet Pressesprecherin Daniela Pflug. Die Zahl von 70.000 Gästen sei eine hervorragende Bilanz, die das gesamte Team sprachlos mache.
„Wir sind überwältigt von dem großen Besucheransturm, die tolle Resonanz hat uns sprichwörtlich umgehauen.“ Viele Besucher hätten die Ausstellung gelobt und sich teilweise sogar von zu Hause aus noch einmal für das schöne Erlebnis bedankt.

Ab Samstag, 4. Oktober, ist im Salzbergwerk Bad Friedrichshall Winterpause bis 1. Mai 2026. Das Besucherbergwerk hat seit jeher im Winter geschlossen. Der Hauptgrund ist laut Svenja Sanden, dass sich die Salzwerke während des Winterbetriebs stark auf ihr Kerngeschäft – die Salzproduktion – fokussierten.
Außerdem sei der Schacht König Wilhelm II., über den man in den Besucherbereich gelangt, ein sogenannter Frischwetter-Schacht, ziehe also frische Luft von außen ein, wodurch die Temperaturen im Winter noch einmal deutlich absinken würden. Bereits während der Saison ist es mit 18 Grad recht frisch.
Nitrosamin-Belastung im Besucherbergwerk kein Thema mehr
Die Nitrosamin-Belastung in der Luft, die über die Coronazeit hinaus zur Schließung des Besucherbergwerks geführt hatte, ist inzwischen kein Thema mehr. Es werden keine Stoffe mehr angenommen, die die Luftverschmutzung verursacht hatten, teilt Svenja Sanden mit. Weiterhin finde ein Monitoring der Abfallstoffe statt, die unter Tage gelagert werden.
Ursache für die erhöhten Messwerte in der Vergangenheit waren nach Angaben der Salzwerke Abfälle aus Gießereien und der chemischen Industrie. Diese waren aminhaltig und reagierten mit den Abgasen der Dieselfahrzeuge unter Tage zu gesundheitsschädlichen Nitrosaminen.
Rundgang im Besucherbergwerk führt durch vier Kammern
Auch von 2008 bis 2011 war das Besucherbergwerk einst geschlossen. Damals wurde der Rundgang komplett neu gestaltet. Seither laufen Besucher durch vier Kammern mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten – Salzgewinnung und Geologie, das KZ Kochendorf, Technik und Lasershow, Andachtskammer. Den Abschluss bildet der Kuppelsaal.
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