Die Probleme an den fünf Hallen der Gemeinde Ilsfeld häufen sich. Seit zwei Jahren wird die Ende der 1970er-Jahre erbaute Schozachtalhalle für rund acht Millionen Euro saniert und zu einer Veranstaltungshalle ausgebaut. Die Beseitigung eines Wasserschadens an der 2008/2009 sanierten Gemeindehalle wird mehr als 500.000 Euro verschlingen. Die aktuelle Fassadensanierung an der 20 Jahre alten Steinbeishalle kostet 60.000 Euro. Für die jetzt notwendige Nachrüstung der Fenster an Tiefenbach-, Steinbeis-, Sturmfeder- und Gemeindehalle werden 10.000 bis 15.000 Euro anfallen.
Nach Vorfall in Ilsfelder Steinbeishalle: Weitere Sicherheitsmängel entdeckt
Ende Januar ist in der Ilsfelder Steinbeishalle während des Sportunterrichts ein Kippfenster acht Meter in die Tiefe gestürzt. Eine Fachfirma und ein Statiker haben weitere Risiken entdeckt.
„Wir sind dankbar, dass alles gut gegangen ist“, sagt Ilsfelds Bürgermeister Bernd Bordon. Ende Januar hat sich, wie berichtet, während des Sportunterrichts in der Steinbeishalle ein motorisches Kippfenster samt Rahmen aus der Wand gelöst, ist acht Meter in die Tiefe gestürzt und fünf Meter vor dem Basketballkorb aufgeprallt.
Inzwischen steht die Ursache fest: „Ein Sicherungssplint hat gefehlt“, erklärt Clemens Knödler vom Gebäudemanagement der Gemeinde. Der Betriebselektriker vermutet, dass sich dadurch im Laufe der Jahre der Sicherungsstift, der Motor und Fenster verbindet, „herausgeschafft“ hat. Die Prüfung durch eine Fachfirma hat weitere Risiken zutage gefördert. Auch an den Fenstern anderer Hallen.

Gefährlicher Zwischenfall in Ilsfeld: Verstrebungen wurden noch nie nachgezogen
Fangschienen, die als zusätzlicher Sicherheitsmechanismus bei solchen Kippfenstern Vorschrift sind, haben allein in der Steinbeishalle an sechs Fenstern gefehlt und wurden sofort nachgerüstet. Auch einen Statiker hat die Verwaltung vorsichtshalber eingeschaltet, der prompt fündig geworden ist: Die kreuzförmigen Stahlverstrebungen an den Wänden „haben gewackelt wie ein Ochsenschwanz“, beschreibt Bordon. Die Schrauben mussten dringend nachgezogen werden.
Eigentlich sei das in regelmäßigen Abständen Pflicht. Es habe sich jedoch herausgestellt, dass das in den 20 Jahren seit Inbetriebnahme der Halle wohl noch nie geschehen ist. „Das Gebäude hätte aber nicht einstürzen können, eher ein bisschen einknicken“, meint der Bürgermeister mit einer Portion Galgenhumor.

Nach Vorfall in Ilsfelder Steinbeishalle: Sportunterricht kann wieder stattfinden
Inzwischen wurde die Halle für den Schul- und Vereinssport wieder freigegeben. Das fehlende Fenster wird in der kommenden Woche eingebaut. Das Baugerüst, das zurzeit an der Steinbeishalle steht, habe mit dem jüngsten Zwischenfall nichts zu tun, betont Bernd Bordon. „Wir sanieren die Fassade. Eine Seite ist schon fertig.“
Vom Geschehen in der Steinbeishalle alarmiert, haben Mitarbeiter von Gebäudemanagement und Bauhof die Fenster in der Gemeinde-, der Tiefenbach- und der Sturmfederhalle kontrolliert. „Es wurde festgestellt, auch dort wurden Fangschienen gar nicht oder nicht richtig eingebaut“, sagt Bordon kopfschüttelnd. Die Gebäude seien zwar nicht gesperrt worden. Bei einer Veranstaltung in der Auensteiner Tiefenbachhalle wurde aber ein Gefahrenbereich markiert, den niemand betreten durfte, und ein Hausmeister war vor Ort. Am vergangenen Donnerstag wurden die Mängel an den dann Fenstern behoben.
„Der Gemeinde gehören knapp 50 Immobilien. Wir müssen jetzt sukzessive alle Gebäude anschauen“, so Bordon. Die Steinbeishalle sei seinerzeit von einem Generalunternehmen gebaut worden. „Wir prüfen jetzt alle Unterlagen und Abnahmeprotokolle von damals.“
Die Nachrüstung der Hallenfenster wird voraussichtlich zwischen 10.000 und 15.000 Euro kosten. Bürgermeister Bernd Bordon: „Gemessen an dem Schaden, der angerichtet werden könnte, ist das eine marginale Summe.“


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