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Mineralhallenbad in Beilstein: So steht es um die geplante Sanierung

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Die Zukunft des Mineralhallenbades in Beilstein ist weiter offen. Im Gemeinderat ist nun der Auftrag für eine Machbarkeitsstudie diskutiert worden. 

Von Gustav Döttling

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Der Gemeinderat von Beilstein hat in seiner jüngsten Sitzung eine Machbarkeitsstudie zur Zukunft des Mineralhallenbades sowie die Kosten der Studie kontrovers diskutiert. Das Angebot der Firma Kannewischer Holding AG, einer Fachfirma aus Cham in der Schweiz für Gebäudetechnikplanung, beläuft sich auf 56.168 Euro. Bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung stimmte der Gemeinderat mehrheitlich dem Antrag der Verwaltung zu, die Studie zur Sanierung des Bades und einer Verbesserung seiner Attraktivität in Auftrag zu geben.

„Das Ergebnis zeigt, wie sehr Ihnen unser Hallenbad am Herzen liegt“, äußerte Bürgermeisterin Barbara Schoenfeld nach einer intensiven Diskussion erleichtert ihre Zufriedenheit mit dem Beschluss. „Wir hatten 800 Besucher mehr als im Vorjahr“, eröffnete Carsten Böhmer vom Bauamt der Stadt seinen Sachvortrag. Das Mineralhallenbad habe aktuell von Oktober bis März geöffnet und entwickle sich im Schozach- und Bottwartal zu einem Alleinstellungsmerkmal der Stadt.

Ob sich eine Sanierung des Beilsteiner Mineralhallenbads lohnt, soll eine Machbarkeitsstudie zeigen.
Ob sich eine Sanierung des Beilsteiner Mineralhallenbads lohnt, soll eine Machbarkeitsstudie zeigen.  Foto: Döttling, Gustav

Mineralhallenbad Beilstein: Pro Saison 320.000 Euro Verlust

Aktuell belaufe sich das Defizit der Stadt auf rund 320.000 Euro pro Saison. „Die Frage ist, wie bekommt man Bäder attraktiver“, meinte Böhmer. Dafür brauche die Stadt die Machbarkeitsstudie. „Die Firma Kannewischer wird ermitteln, was mit unserem Hallenbad passieren kann“, so der stellvertretende Bauamtsleiter.

„Ich bin ein Freund des Hallenbads und finde es wichtig, dass wir eine qualifizierte Bewertung erhalten, was wir später machen können“, plädierte Yannik Rampmeier (FWV) für den Verwaltungsantrag. Er begrüße, dass für die Studie Geld ausgegeben werde. „Wir sind dafür, das Geld für die Studie auszugeben, dann wird sich zeigen, dass wir uns das Hallenbad nicht länger leisten können“, erklärte Thomas Bausch für seine Fraktion Initiative. „Wir sind angetreten der bösen Wahrheit ins Gesicht bei Personal und Technik zu sehen, jeder möchte das Bad haben, aber keiner geht hin“, meinte Stefan Suberg (Bürgerliste). Es werde Geld zum Fenster rausgeworfen.

Sie habe viele positive Rückmeldungen von Bekannten bekommen, die am „Bädle“ hängen, berichtete Brigitte Kobiela (Initiative). „Wir haben ein Defizit im Finanzhaushalt und dürften gar nichts investieren, wir brauchen keine Machbarkeitsstudie, sondern nur die Sanierungskosten“, sprach sich Helmut Schmidt (SPD) gegen den Antrag der Verwaltung aus. „Das Bad hat für die Bürger einen hohen emotionalen und sozialen Wert, sodass sich das Gremium mit einer Sanierungsentscheidung schwertut, da ist die Studie eine Hilfe“, argumentierte die Bürgermeisterin für den Auftrag an das Fachbüro.

Nachbarkommunen nicht interessiert am Beilsteiner Hallenbad

Das Bädle sei Teil eines größeren Komplexes und gehöre in kommunale Verwaltung, sprach sich Benjamin Frank (FWV) für die Beteiligung der Nachbarkommunen aus. „Wir haben überlegt, welche angrenzenden Kommunen in Frage kommen, alle Bürgermeister haben abgelehnt, wir bekommen keine Partner“, berichtete die Bürgermeisterin. „Das Hallenbad hängt mit der Stadthalle und der Langhanshalle zusammen, wir brauchen die Studie, um zu ermitteln, was es kostet den ganzen Komplex zu sanieren und in ein Förderprogramm zu kommen“, erklärte Carsten Böhmer.

„Ich weiß nicht, ob es richtig ist, so viel Geld auszugeben“, meinte Oliver Kämpf (Bürgerliste) skeptisch. Er werde dagegen stimmen. „Wenn analysiert wird, haben wir eine Grundlage und kennen die Wahrheit“, meinte Wolfgang Behr (FDP). „Das sehe ich anders“, widersprach Nico Remmele (FWV). „Die Frage ist doch, wie lange können wir uns das Bad noch leisten, was ist bekannt, was man sanieren muss?“, wollte Stefan Suberg wissen.

Das Mineralhallenbad Beilstein ist 1978 gebaut worden. Es verfügt über zwei Saunen und ein Kinderbecken mit 30 Grad warmen Wasser. Das Bad wurde seither nicht umfassend saniert. Vor zwölf Jahren wurden zwei neue Lüftungsgeräte und zwei frequenzgesteuerte Umwälzpumpen erneuert. In der Badesaison von Oktober bis März verzeichnet das Bad jährlich rund 16.000 Einritte. Das Bad wird von den beiden Beilsteiner Schulen für den Schwimmunterricht genutzt. Auch Schulen benachbarter Gemeinden, Vereine und Privatpersonen nutzend das Hallenbad.

Komplette Technik müsste erneuert werden

„Alles“, lautete die Antwort von Carsten Böhmer, Die komplette Bädertechnik und Heizung müsse erneuert werden. „Die Firma Kannewischer Holding AG habe sehr viel Erfahrung bei der Betrachtung und Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie für kommunal geführte Bäder. Die Stadt wolle auch die Option prüfen lassen, ob es betriebswirtschaftlich sinnvoll sei, das Mineralhallenbad als gemeinsamen Betrieb mit dem Mineralfreibad Oberes Bottwartal zu führen.

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