Einnahmequelle für Vereine: Altpapiersammlungen sind nichts für die Tonne
In den Landkreisen Heilbronn und Hohenlohe werden immer weniger Altpapiersammlungen von Vereinen und anderen Gruppen durchgeführt. Die Sammlungen am Leben zu erhalten, wäre am Ende aber ein Gewinn für alle, findet unser Autor.

Zu den Jugendzeiten der Boomer und noch etliche Jahre später waren Altpapiersammlungen gang und gäbe. Fast jeder Jugendliche hatte einschlägige Erfahrungen. Egal, ob als Pfadfinder, Mitglied der Kirchenjugend, als Vereinssportler oder als Musiker der Stadtkapelle: Altpapiersammeln hat Generationen geprägt.
Mit der Papiertonne verschwindet eine alte Kulturtechnik des Altpapiersammelns
Doch dann kam die Sammeltonne. Natürlich ist es jetzt viel komfortabler, das Papier unmittelbar nach dem Verwendungszweck zu entsorgen. Mit der, je nach Landkreis blauen oder grünen Tonne, geht aber auch viel verloren. Dem Spender, der sich Mühe gibt, das Papier möglichst akkurat zusammenzubinden, zumindest akkurater als die gesamte Nachbarschaft, entgleitet eine einst weit verbreitete Kulturtechnik, bei der Muttis abgetragene Nylons nicht selten eine Rolle spielten.

Wie jeder Haushalt helfen kann, Altpapiersammlungen am Leben zu halten
Überhaupt das Altpapierbündel: Wer weiß, vielleicht wird es eines Tages zum Gegenstand einer anthropologischen Rückschau. Aus Sicht der Sammler geht mit dem Papierhamstern eine einzigartige Erfahrung des gemeinschaftlichen Handelns verloren. Und eine gute Möglichkeit, den Verein im Ort präsent zu halten. Es fängt bereits mit der Verteilung der Handzettel an und endet mit der oft spektakulären Abholaktion hoch oben auf der Pritsche eines Bulli, Lkw oder Traktors.
Jeder Haushalt kann mitwirken, Altpapiersammlungen am Leben zu erhalten, in dem man einen Teil der Papiere und Pappen für die Sammlung zurückhält. Der Gewinn daraus kommt allen zugute.
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