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Osterferien

Abitur 2026 im Raum Heilbronn: So bereiten sich Schüler in den Osterferien vor

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Ausschlafen und schauen, was der Tag so bringt – dieses Mal nicht. In den Osterferien bringt jeder Tag büffeln und pauken. Denn bald geht es los mit dem Abitur. Drei Schüler des Bad Friedrichshaller Friedrich-von-Alberti-Gymnasiums berichten: So läuft es mit dem Lernen. Und das sind die Pläne für später.


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Helen Winkler, Maximilian Sahr und Max Bosch sind drei von 2057. 2057 junge Leute wollen in diesem Jahr an den allgemeinbildenden und beruflichen Gymnasien des Stadt- und des Landkreises Heilbronn sowie des Hohenlohekreises Abitur machen. Max ist inzwischen entspannter als noch vor ein paar Wochen. „Die Angst hat sich in Respekt verwandelt.“

Sein Spanisch-Chemie-Mathe-Lernberg ragt nicht mehr wie ein Himalaya-Gipfel vor dem 18-Jährigen aus Offenau auf. Eher wie ein Mittelgebirge. Bezwingbar. Helen (17) mit den Leistungsfächern Deutsch, Englisch und Wirtschaft sieht es genauso: „Inzwischen ist vieles klarer.“

Abitur 2026 in Heilbronn und Hohenlohe: Wie Schüler den Lernberg Schritt für Schritt bewältigen

Die Oedheimerin legte früh los. „Mitte Januar habe ich begonnen, Zusammenfassungen für Wirtschaft zu schreiben.“ Ihren beiden Mitschülern steht der Mund offen: Zu der Zeit hatten sie für sowas noch keinen Kopf. Aber längst sind auch sie im Lern-Modus. Die heiße Phase hat bei allen dreien mit den Osterferien begonnen. Maximilian, 18 Jahre, Leistungsfächer Mathe, Latein und Chemie: „Vorher mussten wir noch viele Klausuren schreiben.“ Wobei das auch schon Vorbereitung war – im ein oder anderen Leistungskurs wurden die letzten Arbeiten unter Abi-Bedingungen geschrieben, oder man konnte zur Übung freiwillig eine Abiturprüfung aus den Vorjahren bearbeiten.

Fürs Foto lernen Max (links), Helen und Maximilian vom Friedrich-von-Alberti-Gymnasium gemeinsam. Sonst bereiten sie sich lieber separat aufs Abitur vor.
Fürs Foto lernen Max (links), Helen und Maximilian vom Friedrich-von-Alberti-Gymnasium gemeinsam. Sonst bereiten sie sich lieber separat aufs Abitur vor.  Foto: Ralf Seidel

Maximilian: „Es ging dabei auch ums Zeitmanagement: Wie lange dauert das überhaupt, und wie teilt man sich seine Zeit ein?“ Das fanden alle drei hilfreich. Immerhin geht eine Abiturprüfung fünf bis sechs Stunden – es sei denn, man hat nicht viel mitzuteilen. Dann kann man die Sache schneller beenden. 

Abiturienten am Gymnasium in Bad Friedrichshall: Viele haben konkrete Ziele 

Doch das wollen alle drei nicht. Sie haben Ziele. Max will, wenn alles vorbei ist, dual studieren: Fahrzeugtechnik in Stuttgart. Helen möchte sich an der Uni Hohenheim für Ernährungswissenschaften einschreiben. Maximilian hat vor, ein Medizinstudium zu beginnen. Die Zielstrebigkeit des Trios deckt sich mit der Einschätzung von Edeltraud Smolka, Schulleiterin des Friedrich-von-Alberti-Gymnasiums (FvAG). „Ich habe den Eindruck, wir haben wieder ehrgeizigere Schüler. Viele haben sehr konkrete Vorstellungen und wissen, was sie studieren wollen. Und darauf arbeiten sie hin.“

So macht das Gymnasium in Bad Friedrichshall seine Schüler fit fürs Abitur

Das FvAG unterstützt seine 61 Abiturienten auf unterschiedliche Art und Weise. Im Reli-Grundkurs wurde neulich ein QR-Code verteilt. Wer ihn scannt, erhält eine Motivationsspritze in Form von Segenssprüchen oder mutmachenden Liedern.  Manche Lehrer der Leistungskurse machen in den Osterferien Online-Beratung. Andere sind telefonisch erreichbar.

Die Deutsch-LK-Lehrerin hat neulich Muffins für ihre Schützlinge gebacken. Der Chemie-LK trifft sich an diesem Feriensamstag, um noch einmal ein Probe-Abi zu schreiben. Schon vor etlichen Wochen gab es Infos über Zeit- und Stressmanagement. „Es ging zum Beispiel um Entspannungstechniken. Und dass man die körperliche Fitness nicht vernachlässigen darf“, erinnert sich Helen. Dass außerdem Pausen wichtig sind.

Bei aller Büffelei fürs Abitur: Auch Pausen sind wichtig

Daran halten sich alle drei. Wenn Helen der Kopf raucht, dreht sie eine Runde mit den beiden Familienhunden. Als Max neulich genug hatte, war er mit seiner Schwester ein Eis essen. „Autofahren hilft auch.“ Maximilian unternimmt ab und zu was mit Freunden, vor allem am Wochenende. „Und da geht´s dann nicht nur ums Abitur.“  

Das schriftliche Abitur an den allgemeinbildenden Gymnasien in Baden-Württemberg beginnt am 17. April, an den beruflichen Gymnasien am 22. April. Der letzte Prüfungstermin ist jeweils am 8. Mai. Die mündlichen Prüfungen sind im Juni/Juli. Im Landkreis Heilbronn machen in diesem Jahr 698 Schüler an einem allgemeinbildenden Gymnasium Abitur, davon 655 an öffentlichen Gymnasien und 43 an privaten. Im Stadtkreis Heilbronn sind es 430 Abiturienten, 335 an öffentlichen Schulen, 95 an privaten. Im Hohenlohekreis sind es 218 (197/21). Die Zahlen für die beruflichen Gymnasien: 193 Abiturienten im Landkreis Heilbronn (alle an öffentlichen Gymnasien), 309 in der Stadt Heilbronn, davon 203 an öffentlichen Schulen, 106 an privaten, und 209 im Hohenlohekreis (alle an öffentlichen Gymnasien). Diese Zahlen nennt das Regierungspräsidium Stuttgart auf Stimme-Nachfrage.  

Gemeinsam mit anderen lernen? Dafür sind alle drei nicht der Typ. Und alle drei schreiben ihren Lernstoff lieber auf Papier statt am PC. „Für mich ist es gut, wenn die Sachen abgeheftet sind“, sagt Max. Maximilian sitzt generell nicht so gerne am Bildschirm. 

Wie viele Stunden pro Tag lernen sie? Kann man so nicht sagen. Die Gymnasiasten haben eher inhaltliche Ziele, stellen sich also eine andere Frage: Was will ich an einem Tag schaffen? Zu Beginn der Ferien hat Helen sich einen Plan gemacht, welche Aufgaben sie wann erledigen will. Diesen Plan arbeitet sie nun ab. Auch Maximilian weiß, „wie viele Übungen ich jeden Tag machen will“. Bei Max geht um 18 Uhr das Lernlicht im Kopf aus, bei Helen gegen 18.30 Uhr. Maximilian dreht da erst richtig auf. „Ich bin eine Eule.“ Und die ist um 22, 23 Uhr produktiv. Für Max unvorstellbar: „Da könnte ich mir nichts mehr merken.“ Haben sie schon schlaflose Nächte wegen des Abiturs? Helen hin und wieder. „Weil ich weiß, was ich noch alles machen muss.“ Max weiß es auch, dennoch: „Ich schlafe wie ein Stein.“

 

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