Wachsende Kritik an Heilbronner Green-Capital-Projekt: OB Mergel bringt neuen Antrag ein  

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In Heilbronn hat der Gemeinderat vergangene Woche über die Finanzierung des Green-Capital-Jahres 2027 gestritten. Hohe Kosten von 9,4 Millionen Euro haben Kritik ausgelöst, mehrere Projekte stehen infrage. Ein Kompromiss soll nun helfen.


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Die Finanzierung der umfangreichen Feierlichkeiten im Green-Capital-Jahres 2027 in Heilbronn steht auf der Kippe. Nachdem die Stadt die millionenschweren 36 Projekte und Aktionen im Feierjahr am vergangenen Donnerstag der Presse im Beisein der Fraktionsvorsitzenden vorgestellt hatte, waren schnell Stimmen aus der Mitte des Gemeinderates laut geworden, die die Höhe der Summe und auch einzelne Projekte kritisierten.

Die Stadtverwaltung hatte gleichzeitig mit der Vorstellung der Pläne die Drucksache vorgelegt, die die Gesamtkosten für das Feierjahr mit insgesamt 9,4 Millionen Euro beziffert.

Finanzierung des Green-Capital-Jahres 2027 in Heilbronn gerät wegen hoher Kosten ins Wanken

Diese sollte der Gemeinderat in seiner Sitzung am heutigen Donnerstag absegnen und damit überplanmäßige Ausgaben im laufenden Haushalt in Höhe von 6,35 Millionen Euro bewilligen. Nachdem deutlich wurde, dass eine Kampfabstimmung drohte, ergänzte Oberbürgermeister Harry Mergel den ursprünglichen Verwaltungsantrag um einen Sperrvermerk. Die Beschlussvorlage sieht nun vor, dass 30 Prozent der Gelder über Sponsoren finanziert werden müssen.     

Kritik hatte sich schon bei der Vorstellung der Pläne abgezeichnet, als sich vor allem die bürgerlichen Fraktionen zurückhaltend äußerten. Herbert Burkhardt (Freie Wähler) hatte mit Blick auf die Kosten „von der Verantwortung für den Haushalt“ gesprochen.  Thomas Randecker (CDU) kündigte an, „genau auf die einzelnen Maßnahmen zu schauen“. Nachdem das übers Wochenende geschehen ist, wuchs nach Stimme-Information der Widerstand gegen die Pläne.        


Green-Capital-Jahr in Heilbronn: Einzelne Maßnahmen sollen gestrichen werden

Kritisiert wurden vor allem Maßnahmen, die keine bleibende Wirkung haben. In der CDU kursiert eine Streichliste, auf der die mit über 620.000 Euro veranschlagte Umgestaltung der Bleichinselbrücke zu einem „zentralen Baustein einer grünen und klimaangepassten Innenstadt“, wie es in der Projektvorstellung heißt, steht.

Auch die umfangreichen Informations- und Kommunikationsmaßnahmen für mehr als 1,1 Millionen Euro, der Verkehrsversuch zur Friedrich-Ebert-Brücke (250.000 Euro), das Mobile Grün (1,2 Millionen) stehen zur Disposition. „Wir kürzen, was keine dauerhafte Wirkung hat, und wollen das Geld in die Zukunft der Stadt stecken“, kündigt Christoph Troßbach an. Ob die CDU einen eigenen Antrag formuliert, blieb bis gestern Abend offen. 

Pläne zum Green-Capital-Jahr: Gegenantrag war vorbereitet 

Herbert Burkhardt (Freie Wähler) hatte dagegen bereits einen Antrag vorbereitet. Nachdem klar war, dass nur SPD, Grüne und AfD uneingeschränkt zu den städtischen Plänen stehen, liefen die Drähte im Rathaus offenbar heiß. Harry Mergel, der nach Stimme-Informationen unbedingt eine breite Mehrheit für die Pläne zum Green-Capital-Jahr will, ergänzte die bestehende Vorlage darauf um die Punkte 1a und 1b. Sie sehen den Sperrvermerk in Höhe von 30 Prozent der Kosten oder 1.889.790 Euro vor und beauftragen die Verwaltung, die fehlenden Gelder bis Ende des dritten Quartals 2026 durch Drittmittel zu decken.

Ebenfalls wurde die lange Liste der Ideen um einen weiteren Punkt ergänzt, der die Stadtteile in das Green-Capital-Programm einbezieht. Dies hatten Herbert Burkhardt und Marianne Kugler-Wendt bereits bei der Vorstellung gefordert.               

Spannende Gemeinderatssitzung in Heilbronn

Nun wird sich in der Ratssitzung am Donnerstag (30. April) zeigen, ob der Kompromiss eine klare Mehrheit findet. Am Rooftop-Walk auf dem Wollhaus wird offenbar nicht gerüttelt, obwohl sich daran in der Bevölkerung besonders die Gemüter erhitzen. Die Idee, für die gut einmonatige Erschließung der Dächer des ehemaligen Heilbronner Einkaufzentrums 900.000 Euro zu investieren, hat zumindest bei den Stimme-Lesern heftigen Gegenwind ausgelöst.

„Man kann es nicht fassen. Dass für die Wollhaus-Besteigung für circa vier Wochen so viel Geld ausgegeben wird, unfassbar“, schreibt eine Leserin. „Eine tolle Sache in Utopia, doch wir befinden uns im Hier und Jetzt und haben wichtigere Ausgaben“, eine andere.           

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