Für Wollhaus und Co.: Welche Projekte Heilbronn als European Green Capital plant
Die Heilbronner Stadtverwaltung hat ein umfangreiches Paket für das Aktionsjahr 2027 geschnürt, der Gemeinderat muss noch zustimmen. Die wichtigsten Projekte für die European Green Capital im Überblick.
Die Verwaltung hat ihre Pläne für das Green-Capital-Jahr vorgestellt. Der Gemeinderat soll überplanmäßige Ausgaben dafür auf den Weg bringen. Sechs Millionen Euro zusätzlich kostet das Konzept, das kommende Woche Donnerstag im Gemeinderat beschlossen werden soll. Zuvor wurden die Ideen gemeinsam mit Vertretern aus dem Gremium der Öffentlichkeit präsentiert.
Rechnet man jene Projekte hinzu, die bereits im Haushalt eingeplant sind, beispielsweise Eichgasse und Turmstraße, kommt man auf einen zweistelligen Millionenbetrag für das Aktionsjahr, so interne Schätzungen. Die Stadt Heilbronn spricht von 60 Millionen Euro an investiven Mitteln. Oberbürgermeister Harry Mergel bei der Pressekonferenz: Er sei überzeugt, dass die zusätzlichen Kosten durch Drittmittel deutlich reduziert werden können. Man werde Gespräche nach dem Beschluss fortsetzen.
Rooftop-Walk auf dem Heilbronner Wollhaus geplant
Das herausragendste Projekt soll sich auf dem Wollhaus abspielen. Ein Rooftop-Walk für 900.000 Euro soll das Gebäude zum Wow-Haus machen. Im Jahr 2027 will das Rotterdamer Architekturbüro MVRDV, das auch für den Ipai verantwortlich zeichnet, das Dach des Wollhauses begehbar machen. Mit Zugängen von Fleiner Straße und Busbahnhof soll ein Dachgarten entstehen. Ein ähnliches Projekt hatte 2022 in Rotterdam europaweit Aufmerksamkeit erregt.
Der Rooftop-Walk soll vier bis sechs Wochen lang Fläche für Ausstellungen zum Thema Klimaschutz und Dachnutzungen sowie Raum für Begegnung bieten und zeigen, wie Flachdächer genutzt werden können. Davon gebe es in Heilbronn mehr als einen Quadratkilometer, sagt die Verwaltung über das Potenzial für derartige Gestaltungen. Die Bürger haben dabei gleichzeitig die Möglichkeit, die Stadt aus einer neuen Perspektive zu erleben. Projektleitern Julia Hufnagel weist darauf hin, dass man in Gesprächen mit möglichen Sponsoren sei.
European Green Capital: Neue Verkehrsführung in der Heilbronner Innenstadt
Eine weitere Idee ist der Bau eines Fahrradrings für rund 600.000 Euro um die Innenstadt, der zum größten Teil über bestehende Fahrbahnen führen wird. Beispielsweise in der Gymnasiumstraße soll die Verkehrsführung neu aufgeteilt werden.

Außerdem ist 2027 eine Umgestaltung auf dem Marktplatz geplant. Rund um das Robert-Mayer-Denkmal soll Fläche entsiegelt und begrünt werden. Die Maßnahme schlägt mit rund 300.000 Euro zu Buche. Gleichzeitig soll es für mehr als eine Million Euro mobiles Grün an verschiedenen Stellen in der Innenstadt geben. Die Bleichinselbrücke zwischen Europaplatz und Bildungscampus wird umgestaltet und erhält eine neue Verkehrsführung. Die Friedrich-Ebert-Brücke soll versuchsweise für den Verkehr gesperrt werden. Auch ein neuer Blick auf die Nutzung von Weinbergen ist Teil des Konzepts.
Ein Wintermarkt wird quasi den Weihnachtsmarkt verlängern, eine Wassershow am Hagenbuchersee erinnert an Buga-Zeiten. Zu einem Licht-Kunst-Festival werden allein 100.000 Besucher erwartet. Neckar, Stadtwald und die Quartierszentren sind eingebunden. Zudem soll drei Tage lang das neuen Format „Vegan Days“ parallel zum Triathlon etabliert werden.
Heilbronner Green-Capital-Pläne: Bildung ist ein zentraler Bestandteil
Grundsätzlich ist Bildung ein wichtiger Ansatz, weshalb verschiedene Veranstaltungen und Angebote für Schulen und Kindergärten geplant sind. Es soll auch ein Budget für Bürgerbeteiligung geben, Nachhaltigkeitslotsen sind aktiv und europäische Aktionswochen geplant. Auch Kunst- und Kultur spielen eine Rolle.
Eine ausführliche Berichterstattung zu den einzelnen Punkten folgt.
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