65 Jahre Heilbronner Jazzclub Cave 61: Wo Improvisation, Volksmusik und Klassik aufeinander treffen
65 Jahre Jazzclub Cave 61: Ein fünftägiges Festival in der Zigarre Heilbronn mit Preisträgern, Nachwuchstalenten, ausgebufften Musikern - und was sonst noch geboten wird.

Das exakte Datum? „Was die Vereinsgründung und die ersten Konzerte anbelangt, sind die Archivunterlagen löchrig.“ Ein Clubmitglied recherchiert noch, um all die aufgetretenen Bands chronologisch zu sortieren, sagt Jürgen Schreiber, Vorsitzender vom Heilbronner Cave 61. „Das Konzert am 3. Juli 1962 mit den Canadian Swingers ist das älteste, über das wir Aufzeichnungen gefunden haben.“ Die offizielle Gründung aber ist auf das Jahr 1961 datiert, deshalb der Name Cave 61.
Und so feiert jetzt einer der ältesten Jazzclubs in Deutschland sein 65-jähriges Bestehen mit einem fünftägigen Festival: im Kulturwerkhaus Zigarre, wo der Club nach zahlreichen Stationen seit Januar 2024 sein Domizil hat – und montags seine Konzerte organisiert.
Zum Auftakt am Donnerstag (22. Januar), 19.30 Uhr, gibt es einen Doppelduo-Abend. Im ersten Teil präsentiert das Duo Matria – das sind Matthias Schriefl an Trompete, Tuba, Akkordeon und mehr sowie die ukrainische Sängerin Tamara Lukasheva – einen Mix aus Improvisation, süddeutschen Volksmusiken wie Jodler und Almlieder und der Volksmusik der ukrainischen Karpaten. Das zweite Duo aus Österreich sind der Pianist David Helbock und Julia Hofer am Cello und E-Bass. Effekte am Flügel und der dynamische Wechsel zwischen Cello und E-Bass schaffen ein ungewöhnliches Klangerlebnis.
Träger des Deutschen Jazzpreises 2025 kommen am Freitag
Am Freitag, dem zweiten Festivalabend, gleiche Uhrzeit, treffen mit Carl Wittigs Aurora Oktett ein klassisches Streichquartett und ein klassisch besetztes Jazzquartett aufeinander. Musiker, die artig nach Noten spielen, und Improvisierer, keine Stilreinheit, vielmehr ein kreatives Miteinander: Dafür gab es den Deutschen Jazzpreis 2025.
Am Samstag, 19. 30 Uhr, dürfte die Bühne kaum ausreichen, wenn das Landesjugend Jazz Orchester unter der Leitung von Klaus Graf spielt. Diese Bigband fördert den Jazznachwuchs, die Musikerinnen und Musiker spielen Jazzklassiker des American Songbook, aber auch bekannte Poptitel im Big-Band-Sound oder eben mal klanglich experimentell.
Erstmals wird eine Jazzlounge eingerichtet: Nach den drei Konzerten von Donnerstag bis Samstag soll der Festivalabend jeweils im Gastrobereich der Kneipe K2acht bei Drink und Gesprächen ausklingen. Dazu grooven Werner Acker, Thomas Bauser, Herbert Wachter und als Gast Sängerin Sonja Priehn.
Jazzlounge zum Chillen und ein Familienvormittag für Kinder
Jazz für Kinder gibt es am Sonntagvormittag um 11 Uhr. Erwachsene zahlen einen kleinen Beitrag, die anderen haben freien Eintritt. „Spaß für die ganze Familie“ nennt sich das Unterfangen, es darf gesungen, geklatscht, einfach zugehört werden, aber auch getanzt. Swingende Enten und rockende Pferde gestalten diese Stunde für Kinder ab vier Jahren.
Zum Festivalabschluss am Montag, 19.30 Uhr, ist ein weiteres Doppelkonzert geplant: mit der Clubmitgliederband und Jazzklassikern im ersten Set. Im zweiten Set ist die Ruth Sabadino Band zum funkigen Ausklang in der Zigarre zu erleben.
Karten
Im Vorverkauf bei Reservix sowie an der Abendkasse. Für das Konzert am Samstag mit dem Landesjugend Jazz Orchester gibt es keine Abendkasse.



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