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Jazzclub Cave 61
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Vorsitzender des Jazzclub 61: „Heilbronn gehört schon lange zur Szene“

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Wie sich der Heilbronner Jazzclub 61 seit 65 Jahren behauptet und seinen guten Ruf verteidigt: Ein Gespräch mit dem Vorsitzenden. 

Seit 2022 Vorsitzender des Heilbronner Jazzclubs Cave 61: Jürgen Schreiber
Seit 2022 Vorsitzender des Heilbronner Jazzclubs Cave 61: Jürgen Schreiber  Foto: Archiv/Berger

65 Jahre Jazzclub Cave 61: Gern als Wanderzirkus bezeichnet – Stationen waren ein Luftschutzkeller in der Uhlandstraße, Keller in der Kaiser- und der Wilhelmstraße, eine Baracke in der Hafenstraße, die Ebene 3 im K3, das Alte Theater Sontheim –, feiert der Cave mit einem fünftägigen Festival. Mit Jürgen Schreiber, Vorsitzender des Jazzclubs, hat sich Claudia Ihlefeld unterhalten.

Es dürfte nicht allzu viele Jazzclubs in Deutschland geben, die auf eine so lange Tradition zurückblicken.

Jürgen Schreiber: Bestimmt keine fünf, genau kann ich es nicht sagen. Heilbronn gehört schon lange zur Szene. Ich erinnere an den legendären Axel Lauser, langjähriger Multifunktionsleiter des Clubs seit der Gründung, der bestens vernetzt war.


Seit dem Sommer 2022 sind Sie Cave-Vorsitzender. Auch wenn Sie die Anfänge nicht miterlebt haben, wie fühlt sich das an Herr Schreiber: 65 Jahre.

Schreiber: Ich denke, das ist eine Besonderheit. Auch wenn die Zeiten schwierig sind, weil es längst zahlreiche kulturelle Alternativangebote gibt in Heilbronn.

Wo steht der Jazz heute?

Schreiber: Es gibt sehr gute Musiker. Auch ist die Resonanz beim Publikum gut. Seit wir in der Zigarre sind, hat sich etwas verändert und wird die Zigarre als Kulturzentrum anders wahrgenommen. Da kommen schon mal unter 30-Jährige. Wenngleich die Mehrheit älter ist. Ganz anders als in einem Club in Berlin. Das darf man nicht vergleichen.

Wie viele Mitglieder hat der Cave?

Schreiber: 135 Mitglieder, das hat sich stabil gehalten.

Als der Club noch ein Festival im Audi-Forum ausrichten konnte mit dem finanzstarken Kooperationspartner kamen Weltstars wie Chick Corea oder Al Jarreau.

Schreiber: Die hätte sich der Club nicht leisten können. Und doch haben wir auch alleine Weltstars gestemmt wie Curtis Steigers, Wolfgang Dauner oder John Lee Hooker.

Der Cave hat einen guten Ruf.

Schreiber: Auf jeden Fall. Täglich bewerben sich etwa zehn Bands für einen Auftritt. Da ist alles Mögliche dabei. Auch Rock oder Chanson. Man muss schon aussortieren, auch wenn unser Spektrum breit ist und auch R&B oder Blues im Programm hat. Wir sind kein Club, der kopflastig nur ein intellektuelles Jazzpublikum bedient. Das bringen wir auch, aber nicht jede Woche.

Bei 45 bis 50 Veranstaltungen im Jahr ist das fast jede Woche ein Konzert. Wer verantwortet die Auswahl?

Schreiber: Werner Acker ist Programmchef. Wir besprechen das, machen auch Vorschläge. Als Musiker und ehemaliger Dozent ist Acker gut vernetzt. Und anspruchsvoll.

So anspruchsvoll wie das Festival.

Schreiber: Ein aufregender Stilmix, wie der Auftakt am Donnerstag mit dem Duo Matria. Das sind der österreichische Multiinstrumentalist Matthias Schriefl und die ukrainische Sängerin Tamara Lukasheva. Oder die Träger des Deutschen Jazzpreises 2025, Carl Wittigs Aurora Oktett am Freitag.

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