Einsatz als Spurensicherer – Heilbronner Andreas Bauer erneut als Komparse beim "Tatort"
Polizisten, Soko-Mitglieder und Spurensicherer hat Andreas Bauer aus Heilbronn in der Kult-Krimiserie schon gespielt. Für die "Tatort"-Folge "Gold", die am Sonntag in der ARD zu sehen ist, war Bauer erneut bei den Dreharbeiten dabei. Kontakt mit den Hauptdarstellern bleibt da nicht aus.

Andreas Bauer aus Heilbronn ist ein Wiederholungstäter: Schon an die zwölf Mal ist er bei der Kult-Krimireihe "Tatort" als Komparse dabei gewesen, erzählt der 62-Jährige. Auch für die neue Folge, mit der sich die ARD-Serie diesen Sonntag aus der Sommerpause zurückmeldet, stand der Vermögensberater der Volksbank Flein-Talheim vor der Kamera.
"Ich bin eigentlich Fan, seit ich 14 Jahre alt bin", erklärt Bauer seine Faszination für den TV-Dauerbrenner, "ich bin damit großgeworden, mein Vater hat schon gerne 'Tatort' geguckt. Es gibt ja wirklich Klassiker darunter wie die Episode 'Reifezeugnis' mit Nastassja Kinski oder die allererste Folge 'Taxi nach Leipzig', das war gigantisch". Zu seinen Lieblingsermittlern zählen das Duo Thorsten Lannert und Sebastian Bootz aus Stuttgart, das Münchner Team Ivo Batic und Franz Leitmayr sowie Lena Odenthal. Im jüngsten Fall der Hauptkommissarin aus Ludwigshafen hat Bauer nun auch als Komparse mitgewirkt.
Ein verschwundener Bänker und ein atemberaubender Fund: Darum geht es in "Gold"

"Gold" heißt der Neunzigminüter, und darum geht es: Die dienstälteste "Tatort"-Ermittlerin Lena Odenthal, gespielt von Ulrike Folkerts, und ihre Kollegin Johanna Stern (Lisa Bitter) gehen dem mysteriösen Verschwinden eines jungen Bankfilialleiters nach, der privat eine große Leidenschaft für mittelalterliche Ritterspiele pflegt. Eine Spur führt in den Pfälzer Weinort Deidesheim und zu einem atemberaubenden Fund: jahrhundertealte Goldmünzen, die womöglich aus der Zeit der Nibelungen stammen. In einer Gastrolle tritt Heino Ferch als geheimnisvoller Direktor des Wormser Nibelungenmuseums auf.
Andreas Bauers Drehtag war vergangenes Jahr im Oktober, der Drehort in der Nähe von Baden-Baden. "Morgens bin ich nach Neuweier gefahren, irgendwo in den Wald. Das erstmal zu finden, war schon ein Abenteuer", erinnert sich Bauer und lacht. Vor Ort schlüpfte er in die Rolle eines Spurensicherers - ohne Text. "Die Kommissarinnen fahren in den Wald, steigen beide aus. Wir von der Spurensicherung sind bereits im Wald, suchen ihn mit Stöcken ab", beschreibt der Laiendarsteller seinen Kurzeinsatz. "Gefilmt wurde die Szene schräg von der Seite." Wie ausführlich er zu sehen sein wird, weiß er nicht. Nach etwa zehn Anläufen, so Bauer, war die Szene im Kasten.
Dass man mit den Hauptdarstellern während Pausen ins Gespräch kommt, ist nicht ungewöhnlich, so der Heilbronner. "Manche sind zwar distanziert und wollen das gar nicht, aber gerade der Richy Müller und die Ulrike Folkerts sind da beispielsweise sehr offen."
Für drei "Tatort"-Teams ist Andreas Bauer als Komparse im Einsatz
Anfahrt, Drehzeit und Heimreise – nur um vielleicht für ein paar Sekunden im Bild mehr oder weniger erkennbar zu sein: Für Andreas Bauer ist die Tätigkeit als Komparse ein Hobby, für das er gerne einen Urlaubstag opfert. Wobei es nicht immer einfach ist, so der Bänker, seine Kundentermine und seine Termine am Set unter einen Hut zu bekommen, da die Anfragen, ob er für einen Dreh zur Verfügung stehe, mitunter sehr kurzfristig kämen. Abonniert ist Bauer auf die Darstellung von Polizisten, Soko-Mitgliedern oder Spurensicherern. Etwa ein bis zwei Mal im Jahr drehe er mit den Teams im Schwarzwald, in Stuttgart und Ludwigshafen.
Ende September geht er in Rente, dann möchte der vierfache Vater und zweifache Großvater seine Tätigkeit als Komparse ausbauen. Und was sagen Familie und Freunde, wenn Bauer sonntagabends auf dem TV-Bildschirm auftaucht? "Mittlerweile ist es für sie fast schon normal, sie gucken schon ab und zu rein, wobei meine Frau nicht so ein ‚Tatort"-Fan ist", sagt der 62-Jährige.
Voraussichtlich in diesem Dezember soll übrigens eine weitere Folge der Krimi-Serie ausgestrahlt werden, für die Andreas Bauer vor der Kamera stand. In „Vergebung“ gehen Lannert und Bootz in Stuttgart auf Tätersuche. Wie der Hobby-Komparse erzählt, hat er an einer nächtlichen Tanzszene mitgewirkt. Mehr verraten dürfe er aber nicht.
Komparse werden
"Die Komparsen bekommen wir tatsächlich immer über Komparsenagenturen aus der Region", erklärt Nils Reinhardt, ausführender Produzent beim SWR. Man arbeite mit verschiedenen Agenturen zusammen. "Interessierte Personen können sich jeweils bei der Komparsenagentur registrieren lassen und müssen meist Fotos, gegebenenfalls Vorstellungsvideo und persönliche Angaben zu Größe et cetera hinterlassen." Passende Personen werden dann von der Regieassistenz ausgewählt.




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