Die Ausstellung Monets Garten in Stuttgart wird bis März verlängert
Eine interaktive 360-Grad-Ausstellung rund um das Werk des französischen Impressionisten Claude Monet lädt in der Stuttgarter Schleyerhalle zum Mitmachen und Erleben ein.

Eintauchen in die Werke des französischen Malers Claude Monet: Das können Besucher bei der Ausstellung "Monets Garten - Ein immersives Ausstellungserlebnis" sprichwörtlich. Wer sein Handy zückt, kann sich beispielsweise in Monets Heuschober hineinfotografieren, Besucher können Seerosen entwerfen und sie in einem animierten Teich schwimmen lassen. Und wer sich traut, kann in Monets nachgebautem Gartenhaus aus Giverny die Hüften schwingen und so das Bild und die Farben darin tanzen lassen.
Verlängert bis Mitte März
"Von Ballett bis Breakdance ist hier schon alles dabei gewesen", sagt Elisabeth Schedensack, Geschäftsführerin der Stuttgart Konzert Veranstaltungs GmbH, die die Ausstellung in Kooperation mit dem Schweizer Kreativlab Immersive Art AG entwickelte. Auf 1.250 Quadratmeter in einem Hallenanbau der Stuttgarter Schleyerhalle gastiert Monets Garten verlängert bis Mitte März. Zeitgleich ist die Ausstellung in New York, Wien und Hamburg zu erleben, nachdem sie Anfang 2022 in Berlin ihren Auftakt feierte.
Das interaktive und farbenfrohe Konzept scheint aufzugehen: Elisabeth Schedensack rechnet bis Ende Februar mit bis zu 100.000 Besuchern. Zeitweise sind Wochenenden ausgebucht, so beliebt ist die Ausstellung.
Drei Erlebnisbereiche

"Jeder ist tiefenentspannt und begeistert, wenn er rauskommt", lautet ihre Beobachtung. Die 360-Grad-Erlebnisreise solle alle Sinne ansprechen und wird kombiniert mit Musik und Düften. Insgesamt drei Erlebnisbereiche gibt es.
Die erste Reisestation repräsentiert das Atelier des Begründers des Impressionismus, der Schaffensplatz seiner großen Werke. Sie prangen in überdimensionaler, digitalisierter Form an den Wänden. Die zentralen Themen Monets wie Licht, Schatten, Wind und das Element des Wassers als Reflexionsfläche werden integriert und durch Technik interaktiv dargestellt. So ist beispielsweise eine riesige Lupe auf eins von Monets Seerosenbilder gerichtet, sodass man die zahlreichen kleinen Pinselstriche im Detail erkennt, für die der französische Künstler bekannt geworden ist.
Die Inszenierung von Monets Garten

Das Besondere bei Monet sei gewesen, dass er die Grundfarben nicht vorher vermischte, sondern sie getrennt auftrug, erklärt Elisabeth Schedensack. Vom Atelier geht es weiter zur Inszenierung von Monets Garten, der weltberühmten Gartenlandschaft in Giverny in der Normandie. Über die japanische Brücke, umgeben von Seerosen und herabhängenden, lilafarbenen Kunstlianen, geht es in das Haus des französischen Künstlers.
Nebenan findet sich eine "Hug-Wand" (auf Deutsch: Umarmung). Umarmt sich ein Pärchen, kommt es zur Farbenexplosion auf der Leinwand. "Es liegt an den Besuchern, was hier passiert", schwärmt Elisabeth Schedensack. Sogar Heiratsanträge habe es bereits gegeben.
Auf Sitzsäcken die Rundum-Show erleben
Zum Abschluss wartet der Showroom auf die Besucher, wo Monets Leben in einem 360-Grad-Kino zusammengefasst wird. Wer will, kann es sich auf Sitzsäcken gemütlich machen und die Rundum-Show mitverfolgen. In 45 Minuten erfährt der Besucher viel über Monet. Zum Beispiel, dass er ein Perfektionist sowie von Selbstzweifeln und Frust geplagt war. In launischen Phasen zerstörte er immer wieder seine Kunstwerke. Seine erste Frau, Camille Doncieux, heiratete Monet 1870. Sie arbeitete als Modell, wurde zur Muse und zum Motiv vieler Bilder ihres Mannes.
Im Alter von 32 Jahren erkrankte sie und starb. Als Höhepunkt seines Schaffens galten die Seerosenbilder. "Vielleicht verdanke ich es den Blumen, dass ich Maler geworden bin", ist ein berühmtes Zitat Monets. Der Garten, den Monet rund um sein Anwesen in Giverny anlegte, war für ihn Erholungsort und Inspiration zugleich.
Mehr Informationen: Tickets gibt es unter easyticket.de ab 22 Euro. Mehr Informationen online unter www.monets-garten.de.
Was bedeutet immersiv genau? Die Veranstalter erklären es so: Der Begriff beschreibe einen Effekt, bei dem der Betrachter in eine multimediale Illusion aus Bild und Ton eintaucht und diese als absolut real empfindet. "Durch ein 3D-Mapping- Projektionssystem können Inhalte wie Grafiken, Animationen, Bilder oder Videos auf dreidimensionale Objekte projiziert werden, so dass eine einzigartige Atmosphäre entsteht."



Stimme.de
Kommentare