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Festival im Schlosspark

Erstes Blacksheep Sommerfest in Bonfeld kommt gut an – nächster Termin steht

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1450 Gäste genießen das erste Blacksheep Sommerfest in Bad Rappenau. Der berührende Abschied der Oysterband macht gute Laune. Auch der balladeske Hardrock oder die A-Cappella-Musik sowie Walking Acts sorgen für entspannte Atmosphäre.

Von Andreas Sommer
Ihr letztes Deutschlandkonzert gibt sie bei Blacksheep in Bonfeld, wo sie eine starke Fanbase hat: die Oysterband aus Großbritannien.
Foto: Michaela Keicher
Ihr letztes Deutschlandkonzert gibt sie bei Blacksheep in Bonfeld, wo sie eine starke Fanbase hat: die Oysterband aus Großbritannien. Foto: Michaela Keicher  Foto: Michaela Keicher

Das Bonfelder Blacksheep Festival ist geschrumpft. Um zwei Größen (Tage), als hätte man es zu heiß in der Waschmaschine gewaschen. Das Event heißt nun Sommerfest, ist aber immer noch ein Festival. Alles da im idyllischen Schlosspark, was man dazu braucht: eine tolle Location unter alten Bäumen, motivierte Helfer, ein sinnenfreudiges Publikum. Vom Walking Act über die Gastromeile, vom Whiskystand bis zur Hüpfburg: alles da.

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Die kleine Bühne im Biergarten mit viel mehr Sitzgelegenheiten als früher: Auch sie macht Lust auf mehr. Die Auftritte von Doro, Dirk & Peter von Second Spring waren stets umlagert. Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn das Sommerfest 2026 nicht zwei Tage dauern würde. Fürs Erste ist der Blacksheep-Vorsitzende Ulrich Schneider zufrieden: "Das war das richtige Format." Max Mutzke ist für den 27. Juni 2026 gebucht.

Ihr letztes Deutschlandkonzert gibt sie bei Blacksheep in Bonfeld, wo sie eine starke Fanbase hat: die Oysterband aus Großbritannien.
Foto: Michaela Keicher
Ihr letztes Deutschlandkonzert gibt sie bei Blacksheep in Bonfeld, wo sie eine starke Fanbase hat: die Oysterband aus Großbritannien. Foto: Michaela Keicher  Foto: Michaela Keicher

Caravel, das Quintett von der Popakademie Mannheim, überzeugt als Contest-Sieger mit mal hartem, mal balladeskem Hardrock im Stil der 70er Jahre. Frontfrau Chiara Kilchling mit ihrer hellen, starken Stimme und Gitarrist Jan Martin sind die auffälligsten Protagonisten einer Band mit Potenzial, die riffsatte Eigenkompositionen mit dem Erbe von Legenden wie Led Zeppelin zu etwas Neuem formt. Ardú, Irlands führende A-Cappella-Band, startet mit "Heroes" von David Bowie in den Abend.

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Das Sextett (drei Männer, drei Frauen) ist jung, locker und emanzipiert – alle sechs singen solo oder sagen an - und gefällt auch mit keltischen Weisen oder einem kroatischen Volkslied. Leonard Cohens "Hallelujah" machen die sympathischen Iren zur Gänsehautnummer. Im warmen Abendlicht braucht die Schweizer Band The Gardener & The Tree eine Weile, um mit dem Publikum warm zu werden. Das Pfund, mit dem das an Mumford & Sons geschulte Quintett aus Schaffhausen wuchert, ist Sänger Manuel Felder mit seiner dunklen, rauchigen Stimme. Am gut gewässerten Repertoire der Gärtner fällt auf, dass viele Stücke abrupt enden. Und seine hintersinnigen Geschichten müsste Felder ein bisschen anders erzählen. Doch dann verfängt der eingängige Mix aus Singer/Songwriter-Stoff und Folkrock-Hymnen wie "Wild Horses", und der Schlosspark tanzt.

Beim letzten Deutschlandkonzert der 49 Jahre alten britischen Oysterband herrscht von der ersten Nummer an ("Native Son") Volksfeststimmung. Die fünf älteren Herren haben viele Fans in Bonfeld, die textsicher mitsingen. Sänger John Jones, Alan Prosser (Gitarre) und der ironiebegabte Geiger Ian Telfer sind seit 1976 dabei und stehen für politische Wachsamkeit und Zuversicht. Lieder wie "A River Runs", "The Shouting End Of Life", "One Green Hill" oder "Everywhere I Go" werden dank ihrer Qualität überdauern. Letzte Zugaben um Mitternacht: "We Could Leave Right Now" und "Put Out The Lights". Thank You For The Music, Oysterband!

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