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Klaus Wanningers neuer Krimi „Schwaben-Sehnsucht“ spielt auch in der Region Heilbronn

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Zum mittlerweile 25. Mal lässt Autor Klaus Wanninger seine Kommissare Steffen Braig und Katrin Neundorf ermitteln. Auch die Region Heilbronn spielt im neuen Krimi „Schwaben-Sehnsucht“ eine wichtige Rolle.


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Was Klaus Wanninger als Krimiautor am Dorfleben fasziniert? „Viele denken vielleicht, dass man in der Stadt gefährlich lebt und es auf dem Land absolut sicher und friedlich zugeht. Doch die Realität sieht anders aus, auf dem Land gibt es nicht nur Idylle, sondern auch Abgründe“, benennt der 72-Jährige die Gründe, warum seine erfolgreichen Schwaben-Krimis in der Regel im Ländlichen angesiedelt sind.

Krimi „Schwaben-Sehnsucht“: Steffen Braig und Katrin Neundorf ermitteln

So auch der jüngst erschienene Zugang der Reihe, „Schwaben-Sehnsucht“, in dem Wanninger wieder das Duo Steffen Braig und Katrin Neundorf ermitteln lässt – zum mittlerweile 25. Mal. „Man merkt, dass man älter wird, wenn man so ein Jubiläum feiert“, sagt Wanninger und schmunzelt.

Mit "Schwaben-Sehnsucht" hat Autor Klaus Wanninger den 25. Fall des Ermittlerduos Steffen Braig und Katrin Neundorf veröffentlicht. Dieses Mal müssen die Kommissare den Mord an einem Unternehmer aufklären.
Mit "Schwaben-Sehnsucht" hat Autor Klaus Wanninger den 25. Fall des Ermittlerduos Steffen Braig und Katrin Neundorf veröffentlicht. Dieses Mal müssen die Kommissare den Mord an einem Unternehmer aufklären.  Foto: Ralph Steinemann

Stolz ist er auf die zahlreichen Fälle allemal, aus denen ein Theaterstück erwachsen ist und von denen einer sogar ins Finnische übersetzt wurde. In 25 Jahren, der erste Krimi erschien im Jahr 2000, haben sich auch Wanningers Figuren verändert. „Logisch, die Kommissare sind älter geworden, ein wenig abgeklärter, aber vielleicht auch ein wenig frustrierter.“

Worum es in „Schwaben-Sehnsucht“ von Klaus Wanninger geht

Wichtig ist Wanninger auch in seinem neuen Krimi, dass (aktuelle) gesellschaftliche Themen Einzug in die Handlung finden. In „Schwaben-Sehnsucht“ geht es um die ärztliche Versorgung, nicht nur auf dem Land, und ein Stück weit um die Me-Too-Debatte. Im Zentrum steht Notarzt Dr. Mathis Halm, der sich dazu entschieden hat, eine Landarztpraxis zu übernehmen.

„Er hat lange im rauen Großstadtmilieu gearbeitet, hat viele Schattenseiten des Lebens dort mitbekommen. Ihn treibt die Sehnsucht, es auf dem Land etwas ruhiger angehen zu lassen“, sagt Wanninger. Doch schon bald muss er einige junge Frauen behandeln, die übel zugerichtet wurden. Alle waren sie auf Partys des Unternehmers Reiner Reifle, der sich mit Naturprodukten ein Imperium aufgebaut hat. Als Reifle ermordet wird, müssen Braig und Neundorf in einen Kosmos aus Rücksichtslosigkeit und Vertuschung eintauchen.

Klaus Wanninger: Ärzte erleben zunehmend Gewalt und Überforderung

„Der Umgang mit Ärzten wird immer verrohter“, sagt Wanninger, der bei seiner Recherche zum Krimi mit zahlreichen Ärzten und Medizinern gesprochen hat. Unter anderem mit einem Landarzt, der 35 Jahre tätig war. Und mit seiner Nichte, die an der Uniklinik in Heidelberg arbeitet.

„Ärzte werden daran gehindert, Schwerverletzten zu helfen, man wird ihnen gegenüber handgreiflich, es werden Notärzte für Lebensmitteleinkäufe losgeschickt.“ Zwei Drittel seiner Patienten, so hat ein Arzt Wanninger erzählt, würden ihn nicht aus medizinischen Gründen kontaktieren, sondern weil sie jemanden zum Reden bräuchten. 

Wo Klaus Wanningers neuer Krimi in der Region Heilbronn spielt

Wanninger entwirft auch in seinem neuen Krimi einen detaillierten Kosmos, erzählt amüsant und mit viel Lokalkolorit eine spannende Geschichte. Angesiedelt ist die Handlung in der fiktiven Ortschaft Streiflingen, dazu kommen zahlreiche reale Schauplätze – unter anderem Heilbronn, wo Mathis Halm als Klinikarzt arbeitete und in der Nähe des Botanischen Obstgartens wohnte.

Zur Person

Klaus Wanninger wurde am 1. März 1953 in Karlsruhe als Ernst Wanninger geboren. Für seine Veröffentlichungen benutzt er das Pseudonym. Wanninger studierte Evangelische Theologie und Geografie an der Uni Heidelberg und arbeitete als Religionslehrer an einem Gymnasium in Backnang. Er schreibt Romane, Sachbücher und Reiseführer. Einige seiner Bücher erschienen beim ehemaligen Heilbronner Eugen Salzer-Verlag, der 1999 seine Tätigkeit beendete. „Schwaben-Sehnsucht“ (KBV Verlag Hillesheim, 320 Seiten, 15 Euro, als E-Book 12,99 Euro) ist sein 25. Schwaben-Krimi. Seine Bücher haben mittlerweile eine Auflage von 720 000 Exemplaren.

Auch Weinsberg, der Breitenauer See und Schwaigern spielen im Buch eine Rolle. Wie immer ist Wanninger die Handlungsorte persönlich abgefahren, auch um Unterschiede in den Jahreszeiten abzubilden. „Der Plot spielt dieses Mal im Sommer.“

Was Wanninger, dem, wie er sagt, seine Krimi-Ideen häufig nachts kommen, denkt, was seine Bücher über den Menschenschlag in Baden-Württemberg aussagen? „Ich glaube, dass die Schwaben und generell die Menschen in Süddeutschland eine besondere Verbindung zu ihrer Heimat haben“, so der Krimiautor, der dann auf die Frage nach der Zukunft sagt: „Eigentlich müsste ich nach 25 Jahren meine beiden Kommissare irgendwann pensionieren“, sagt Wanninger und lacht. Doch: Für den nächsten Schwaben-Krimi hat Wanninger bereits drei mögliche Szenarien im Kopf. „Für welches ich mich entscheide, weiß ich noch nicht.“

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