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Premiere im Komödienhaus
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„Eine Mords-Freundin“ im Theater Heilbronn ist gestartet: Was das neue Stück bietet

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Hat sich ein britisches Paar mit der US-amerikanischen Urlaubsbekanntschaft eine Serienkillerin ins Haus geholt? Für die Premiere von Steven Moffats schwarzer Komödie in der Regie von Gustav Rueb gab es viel Beifall. Sabine Unger ist in ihrer letzten großen Rolle vor dem Ruhestand zu sehen. 


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Worüber ist man bereit hinwegzusehen, weil es sich dadurch bequemer leben lässt? Dass eine Zufallsbekanntschaft zweifelhafte politische Ansichten vertritt? Sich diese Person aufdrängt für eine einwöchige Visite? Gegen den Besuch obendrein der Verdacht im Raum steht, eine mehrfache Mörderin zu sein?

Elsa Jean Krakowski heißt die taffe US-amerikanische Witwe, die den Familienalltag der steifen Briten Debbie und Peter Lindel sowie derer beider Kinder Alex und Rosie ziemlich aufmischt in Steven Moffats schwarzer Komödie „Eine Mords-Freundin“. 2023 in London uraufgeführt, hatte das Schauspiel in der Regie von Gustav Rueb am Freitagabend Premiere im Komödienhaus –  und wurde vom Publikum begeistert beklatscht.

„Eine Mords-Freundin“ ist eine Satire auf die britische Mittelschicht

Im von Florian Barth mit spießiger Blümchentapete ausgestatteten Heim der Lindels schwelen gleich mehrere Konflikte: Peter untersagt Alex, im Wohnzimmer zu furzen, wenn der sich mal von seinem Computer losreißt. Debbie muss ständig die naseweise Rosie ermahnen, keine Gespräche zu belauschen, die sie nichts angehen. Und dann wäre noch die ungelöste „Gartensituation“, also Differenzen mit dem Nachbarn über eine bröckelnde Mauer.

Mitten hinein platzt nun Trump-Wählerin Elsa aus Denver, die Debbie und Peter auf ihrer jüngsten Kreuzfahrt kennengelernt haben. Zu spät erst ist das Ehepaar im Internet auf Medienberichte gestoßen, wonach die amüsante Elsa sechs Menschen umgebracht haben soll, man ihr die Taten bislang jedoch nicht habe nachweisen können. Entsprechend groß ist die Verzweiflung der Lindels. Wie mit der Situation umgehen? „Dafür gibt es keine Etikette“, klagt Peter hilflos.

In der robusten Inszenierung von Gustav Rueb, der in Heilbronn bereits „Achtsam morden“ und „Romulus der Große“ auf die Bühne gebracht hat, gerät „Eine Mords-Freundin“ zur Satire auf eine britische Mittelschicht, der die eigenen Manieren zum Verhängnis werden. Nur nebenbei streift das Debütstück von Autor Steven Moffat, entstanden während US-Präsident Donald Trumps erster Amtszeit, auch den Zusammenprall zweier verschiedener Kulturen

Der Charakter der Hauptfigur wird im Unklaren gelassen

Für beinahe kriminalistische Spannung sorgt, dass Elsas Charakter im Unklaren gelassen wird. Ist sie wirklich eine Serienkillerin? Sind Peter und Debbie nicht vielleicht einer skandalisierenden Presse und ihren eigenen Vorurteilen auf den Leim gegangen? Zu diesem reizvollen Spiel mit Ambivalenzen nicht passen will allerdings ein Humor, der abgleitet zu derben Fäkalwitzen. Wobei sich das zum Lachen aufgelegte Premierenpublikum daran nicht stört, im Gegenteil.

Sabine Unger – in ihrer letzten großen Rolle vor dem Ruhestand – wechselt als schrille Elsa zwischen zupackender Herzlichkeit und durchtriebener Doppeldeutigkeit. Zunehmend hysterisch ist das Spiel von Nils Brück und Judith Lilly Raab, die Peter und Debbie Lindel geben. Über die Karikatur von Teenagern nicht hinaus kommen Felix Lydike und Sophie Maria Scherrieble: Alex ist ausgestellt ahnungslos, Rosie betont dauerempört. Eine passiv-aggressive Penetranz umgibt den Nachbar von Tobias Loth. Und Sven-Marcel Voss hat einen Auftritt als gutmütiger Polizist PC Junkin.

Weitere Vorstellungen

www.theater-heilbronn.de

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