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FSME-Ansteckung vermeiden: Zeckenstiche richtig vorbeugen und behandeln

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Fast ganz Baden-Württemberg zählen zum FSME-Risikogebiet. Die Krankheit wird von Zecken übertragen. Was hilft gegen einen Biss der Parasiten? 

Von Emmi Lauber

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Mit dem Frühling kommen auch wieder die ersten Zecken und Fälle von „Früh­sommer-Meningo­enzephalitis“ (kurz FSME) nach Baden-Württemberg. Der erste Fall wurde 2026 im Ostalbkreis festgestellt. Fast alle Kreise im Land Baden-Württemberg gelten als Risikogebiete für FSME. Die einzige Ausnahme: der Stadtkreis Heilbronn

FSME-Gefahr durch Zeckenbiss: Wie die Ansteckung vermieden werden kann

Vollständigen Schutz vor FSME bietet laut Robert Koch-Institut (RKI) nur eine Impfung. Doch indem Zecken rechtzeitig entfernt oder Zeckenbisse gleich ganz vermieden werden, wird das Risiko einer Infektion erheblich gemindert.

Zecken halten sich auf Grashalmen oder Gebüschen auf, die meist nicht höher als 50 Zentimeter über dem Boden wachsen. Das RKI berichtet, dass sie dort typischerweise von Menschen oder Tieren abgestreift werden und sich an ihnen dann festhalten. Wer regelmäßigen Kontakt mit niedriger Vegetation hat, fängt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Zecke ein.

Das Robert-Koch-Institut gibt Tipps, um einen Biss zu vermeiden. Wer sich viel im hohen Gras aufhält, sollte seinen Körper mit festem Schuhwerk und langen Hosen schützen. Helle Kleidung erleichtert es, die Zecke auf dem Körper zu finden. Naturfreunde sollten außerdem Zeckenschutzmittel auftragen und diese auch regelmäßig erneuern. Solche können sowohl auf dem Körper als auch auf der Kleidung hilfreich sein. Allerdings hinterlassen manche Zeckenschutzmittel Flecken auf Kleidungsstücken. 

Zeckenstich und FSME vermeiden: Körper gründlich absuchen

Manchmal kann ein Stich komplett vermieden werden – wenn man rechtzeitig handelt. Bevor Zecken zustechen, laufen sie laut dem Robert Koch-Institut auf dem Körper herum und suchen nach geeigneten Stichstellen. Idealerweise findet und entfernen Naturfreunde die Zecke noch bevor sie sich festbeißt. Doch auch wenn sie schon zugebissen hat, ist eine rechtzeitige Entfernung essentiell. Borreliose beispielsweise wird erst etwa ein bis zwei Tage nach dem Stich übertragen, so das RKI. 

Zecken suchen sich häufig geschützten Stellen am Körper, wo sie nicht so leicht herausgerissen werden können. Sie sitzen zum Beispiel im Haaransatz, hinter den Ohren, am Hals, in den Achseln oder Kniekehlen, im Bauchnabel oder am Genitalbereich. Auch enganliegende Kleidung empfinden Zecken als schützend und setzen sich deswegen auch unter den Hosenbund oder ein Uhrarmband. 

Vor allem Kinder sollten nach dem Spielen im Freien gründlich absucht werden. Auch Duschen kann helfen, freilaufende Zecken abzuspülen. Allerdings empfiehlt das RKI unbedingt eine gründliche Suche, da festgebissene Zecken auf keinen Fall abgespült werden können. 

FSME-Risiko mindern: So können Zecken entfernt werden

Im Gegensatz zu Borreliose kann FSME laut RKI innerhalb kurzer Zeit übertragen werden. Deswegen sollte eine festgebissene Zecke so bald wie möglich entfernt werden. Dabei sollten Naturfreunde darauf achten, möglichst alle Teile der Zecke zu entfernen, um eine Entzündung zu vermeiden.

Am besten funktioniert das mit einer Pinzette oder einem Entfernungsinstrument. Mit diesen sollte die Zecke nahe der Hautoberfläche, am Mundwerkzeug gegriffen und dann langsam aus der Haut gezogen werden. Danach sollte die Wunde sorgfältig desinfiziert werden. 

Auch wenn Naturfreunde unterwegs keine Pinzette und kein Desinfektionsmittel dabei haben, sollten sie Zecken sofort entfernen. Laut Robert Koch-Institut kann dazu zum Beispiel der Fingernagel verwendet werden. So können sie verhindern, dass mögliche Krankheitserreger übertragen werden. 

Risiko für FSME-Erkrankung: Was tun nach Zeckenstich?

Die Einstichstelle sollte auch einige Zeit nach dem Stich noch beobachtet werden. Das RKI berichtet, dass eine Infektion möglicherweise an einer ringförmigen Rötung um die Stichstelle erkennbar ist. Typischerweise ist diese im Zentrum blasser als am Rand und erscheint einige Tage oder Wochen nach dem Stich. Dann sollten Betroffene einen Arzt aufgesuchen.

Es kann helfen, die Stichstelle zu fotografieren, um die Entwicklung im Auge zu behalten. Wer sich sieben bis vierzehn Tage nach dem Zeckenstich unwohl fühlt und Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen verspürt, sollte ebenfalls einen Arzt aufsuchen, so das RKI. 

Impfung bietet Schutz vor einer FSME-Erkrankung

Für diejenigen, die sich im Risikogebiet viel im Freien aufhalten, empfiehlt Gesundheitsminister Manne Lucha die FSME-Impfung. Sie sei sicher, gut verträglich und ein wirksamer Schutz gegen eine FSME-Erkrankung. Eine Therapie gäbe es nämlich nicht. „Wer sich jetzt impfen lässt, kann den vollen Schutz noch vor der Hauptsaison aufbauen“, so Gesundheitsminister Lucha.

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