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Hunderte Feuerwehr-Einsätze

"Absolutes Chaos" nach Unwettern in Baden-Württemberg – Geflutete Straßen und Keller

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In Baden-Württemberg wüteten in der Nacht auf Mittwoch die Gewitter. Besonders hart traf es den Kreis Karlsruhe. Mit rund 500 Einsätzen der Feuerwehr, gefluteten Kellern und Straßen hat das Unwetter seine Spuren hinterlassen.

von dpa und Theresa Heil

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Wegen eines heftigen Unwetters sind in Karlsruhe und Umgebung Straßen überflutet worden und Keller vollgelaufen. Mancherorts stehe das Wasser einen halben Meter hoch auf der Straße oder in Unterführungen, sagte ein Polizeisprecher in der Nacht. Besonders betroffen sei der Bereich um Bretten und Bruchsal. In Gondelsheim, etwa 15 Kilometer westlich von Karlsruhe, würden Autos von den Wassermassen weggespült, sagte ein Feuerwehrsprecher. Es herrsche "absolutes Chaos".   

Unwetter im Kreis Karlsruhe: Feuerwehr meldet "außergewöhnliche Einsatzlage"

Um die Unwetter-Einsätze im Landkreis Karlsruhe übergreifend koordinieren zu können, hat die Feuerwehr am Dienstag eine "außergewöhnliche Einsatzlage" ausgerufen. Kreisbrandmeister Jürgen Bordt vom Landratsamt leite den Führungsstab. "Außerdem haben verschiedene Städte und Gemeinden Verwaltungsstäbe einberufen und die Feuerwehrhäuser sind ständig besetzt", teilte der Kreisfeuerwehrverband Landkreis Karlsruhe mit. Auch die Polizei informierte, dass das Landratsamt einen Krisenstab einrichte. 

Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte im Raum Karlsruhe waren in der Nacht wegen des Unwetters im Dauereinsatz. In der Integrierten Leitstelle hieß es: "Wir haben hier Tausend Einsätze." Bislang hätten die Feuerwehrleute mehr als 500 Einsätze abgearbeitet, hieß es seitens des Kreisfeuerwehrverbands kurz vor Mitternacht. Offen seien noch etwa 300 Einsätze. "Diese sind allerdings nicht zeitkritisch." Insgesamt seien mehrere Hundert Menschen im Einsatz.

Bei der Polizei waren es 350 bis 400 nach ersten Angaben. Auch nach ersten Informationen des Lagezentrums im baden-württembergischen Innenministerium lag in der Region Karlsruhe ein Schwerpunkt der abendlichen Unwetter-Einsätze im Südwesten.


Blitz schlägt in Mehrfamilienhaus ein – Unwetter in Baden-Württemberg

In Linkenheim-Hochstetten schlug ein Blitz in das Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses ein, das daraufhin in Brand geriet, wie der Sprecher sagte. Die Feuerwehr löschte das Feuer. Die Bewohner kommen zwischenzeitlich zum Teil in einer Kirche unter, da das Haus ohne Gas und Strom ist. 

In der Gemeinde Gondelsheim (Landkreis Karlsruhe) ist die Saalbach nach Auskunft der Polizei an einigen Stellen über die Ufer gelaufen. Nach erster Einschätzung der Feuerwehr seien zunächst keine Evakuierungsmaßnahmen nötig, sagte ein Polizeisprecher. Menschen, die in Fahrzeugen vom Wasser umgeben waren, hätten sich gemeldet.

Notsituation nach Unwettern in Gondelsheim

Ein Helfer habe sich nach Angaben der Feuerwehr beim Transport von Sandsäcken verletzt. Auch die Fürst-Stirum-Klinik Bruchsal sei von den Unwetterschäden betroffen, hieß es - ohne Details zu nennen. Sie bleibe aber uneingeschränkt in Betrieb.

Im sozialen Netzwerk Facebook informierte die Gemeinde Gondelsheim, im ganzen Ort herrsche eine Notsituation. Menschen sollten - wenn möglich - Freunde und Nachbarn unterstützen. "Auch werden nach dem Regen viele helfenden Hände und auch Pumpen etc. benötigt." 


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100-jährliches Hochwasser in Bruchsal nach Unwettern im Südwesten

In Bruchsal im Landkreis Karlsruhe ist aufgrund zunächst steigender Pegel die Altstadt des Stadtteils Heidelsheim überflutet worden. Zwischenzeitlich habe das Wasser bis zu 1,50 Meter hoch gestanden, teilte die Feuerwehr mit. Nach Angaben der Hochwasserzentrale erreichte der Fluss Saalbach am Pegel Bruchsal gegen 2.30 Uhr mit gut 2,13 Metern den höchsten Stand. Dieser lag demnach knapp über der Marke für ein sogenanntes 100-jährliches Hochwasser von 2,10 Metern.

"Über die Warn-App Nina wurde die Bevölkerung aufgefordert, Untergeschosse und Erdgeschosse in bestimmten Bereichen zu räumen und höhere Geschosse aufzusuchen", teilte die Feuerwehr mit. Zwei Helfer aus der Bevölkerung wurden den Angaben nach verletzt - wie schwer, war zunächst unklar. Inzwischen fließe das Wasser in Heidelsheim bereits wieder ab, hieß es. 

Überflutungen nach Unwetter: Bahnverkehr eingestellt

Auch in der Kernstadt Bruchsal sei es zu Überflutungen gekommen, etwa von Unterführungen. Auch hier sinken die Pegelstände laut Feuerwehr allerdings bereits. Nach Angaben der Stadt ist der gesamte Bruchsaler Bahnhofsbereich gesperrt. Es sei zu erwarten, dass die Sperrung bis in die Morgenstunden bestehen bleibt. Der Bahnverkehr zwischen Gondelsheim und Bruchsal ist demzufolge in der Nacht bis auf Weiteres eingestellt worden.

Heilbronn ist von Unwetterschäden "größtenteils verschont" geblieben, gab ein Polizeisprecher am Mittwochmorgen gegenüber unserer Redaktion an. Im gesamten Präsidium sei es zu rund 20 Einsätzen gekommen. Dabei handelte es sich vor allem um umgestürzte Baume, Äste auf der Straße und ein ausgehobener Gullideckel. 

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