Stuttgarter Frühlingsfest: So gelingt das sichere Feiern auf dem Cannstatter Wasen
Auf dem Stuttgarter Frühlingsfest werden vom 18. April bis 10. Mai mehr als zwei Millionen Besucher erwartet. Zuletzt ist die Zahl der Straftaten auf der großen Feier angestiegen.
23 Tage Halligalli, rund 250 Attraktionen und voraussichtlich mehr als zwei Millionen Besucher. An diesem Samstag, 18. April, startet das Stuttgarter Frühlingsfest um 11.30 Uhr mit dem traditionellen Fassanstich Damit die Gäste auf dem – nach Aussage der Organisatoren – weltgrößten Frühlingsfest bedenkenlos feiern können, sorgt die Polizei mit einem ausgefeilten Konzept vor Ort für Sicherheit. An jedem der Festtage sind mehr als 100 Beamte auf dem Cannstatter-Wasen-Gelände im Einsatz.
Und das ist offenbar auch angebracht: Die Zahl der Straftaten ist im direkten Vergleich der vergangenen Stuttgarter Frühlingsfeste angestiegen – im Jahr 2025 um 17 Prozent in Relation zum Vorjahr. Gegenüber 2023 kam es bei der Feier im Jahr 2024 allerdings zu einem Rückgang der Straftaten, wie Stephan Widmann vom Presseteam der Polizei Stuttgart berichtet. 2025 erfolgten auf dem Stuttgarter Frühlingsfest mehr Gewaltdelikte als 2024. Auffällig: Besucher sind vermehrt gegenüber der Polizei aggressiv aufgetreten.
Stuttgarter Frühlingsfest: Zuletzt mehr Angriffe auf Polizeibeamte
„Der Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte stieg von zehn auf 23 Fälle, die tätlichen Angriffe auf Vollstreckungsbeamte von vier auf neun Fälle“, berichtet Widmann. In diesem Zusammenhang sei zur Einordnung allerdings anzumerken, dass die Gewaltintensität dabei lediglich gering ausgefallen ist. Stephan Widmann: „Durch die Taten wurden fünf Beamtinnen und Beamte verletzt. In allen Fällen handelt es sich um leichte Verletzungen, Dienstunfähigkeit trat nicht ein.“
Erfreulich in Bezug auf die Entwicklung der Straftaten auf dem Stuttgarter Frühlingsfest in den vergangenen Jahren: Die angezeigten Sexualstraftaten gingen 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 36 Prozent zurück. Die Zahl der festgestellten Diebstähle blieb in den vergangenen Jahren auf dem Frühlingsfest konstant. Karl Maier von der Firma Göckelesmaier gibt im Gespräch mit der Heilbronner Stimme nähere Einblicke, was beim Stuttgarter Frühlingsfest alles geboten ist.
Immer mehr verbotene Waffen auf dem Stuttgarter Frühlingsfest
Widmann: „Besonders festzuhalten ist ein starker Anstieg von Verstößen gegen das Waffengesetz. Im Jahr 2025 mussten insgesamt 57 Verstöße festgestellt werden, was einen Anstieg von 46 Verstößen zum Vorjahr bedeutet. Dies ist zu großen Teilen auf die aktiven Kontrollen der Polizeikräfte zurückzuführen, die dieses Jahr nochmals stärker forciert werden.“
Die Polizei kontrolliert die Besucher sowohl beim Zugang aufs Festgelände als auch auf dem Cannstatter Wasen selbst. Die Beamten konzentrieren sich dabei vor allem auf das Thema Messer. „Auf dem gesamten Festgelände gilt ein Waffen- und Messerverbot“, erläutert Erster Polizeihauptkommissar Stephan Widmann. Darüber hinaus spielen beim 86. Stuttgarter Frühlingsfest im Jahr 2026 die Themen Zufahrtsschutz und Videotechnik entscheidende Rollen, um den Besuchern sicheres Feiern zu ermöglichen.
Moderne Beobachtungsanlagen ermöglichen es der Polizei laut Stephan Widmann, „potenzielle Auseinandersetzungen oder Bedrohungslagen bereits im Vorfeld zu erkennen, um schnell intervenieren zu können. Auch aufgrund der nach wie vor hohen abstrakten Gefahr von Anschlägen wird die Polizei sehr konzentriert und wachsam sein, die Sicherheitslage ganz genau beobachten und dort handeln, wo es nötig ist.“
Tipps für Besucher: So feiert man sicher auf dem Stuttgarter Frühlingsfest
Zentral beim Thema Sicherheit auf dem 86. Stuttgarter Frühlingsfest, das bis Sonntag, 10. Mai, stattfindet, ist der Betrieb der sogenannten Wasenwache: Dabei arbeiten das Rote Kreuz, die Feuerwehr, der Veranstalter in.stuttgart, die Bundespolizei und die Polizei eng zusammen. Darüber hinaus begleitet die Polizei das Frühlingsfest wieder mit verschiedenen Präventionsmaßnahmen.
Um möglichst unbeschadet und friedlich zu feiern, empfiehlt die Polizei Stuttgart auf dem Volksfest folgende Verhaltensweisen:
- Die Besucher sollten nur so viel Alkohol trinken, wie sie auch vertragen
- Wer mit Freunden unterwegs ist, sollte auch auf die anderen Mitglieder der Gruppe achten
- In Sachen Bargeld sollte man nur so viel mitnehmen, wie man auch tatsächlich benötigt
- Besucher sollten mitgeführte Taschen stets geschlossen halten
- Wertsachen und Jacken sollte man nie unbeaufsichtigt lassen
- Gerade im Gedränge sollte man auf seine Wertsachen achten
- Wer Hilfe benötigt, sollte sich an die Polizei und den Ordnungsdienst wenden
- Große Taschen sollten zu Hause bleiben
- Illegale Drogen und Cannabis sind auf dem Gelände verboten – und sollten ebenfalls zu Hause bleiben
Erster Polizeihauptkommissar Stephan Widmann: „Auf dem Festgelände sind uniformierte und zivile Fußstreifen unterwegs, die ihr Augenmerk auf mögliche, auffällige Gruppierungen sowie die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen legen.“ Gerade erkennbar betrunkene Besucher müssen damit rechnen, bereits beim Betreten des Cannstatter Wasens kontrolliert zu werden.

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