Pendler in Stuttgart stehen 2024 laut Studie 58 Stunden im Stau
Stuttgart gehört zu den Städten in Deutschland, in denen Pendler mit ihren Autos am längsten im Stau stehen. Doch es geht noch schlimmer.
Für viele Autofahrer ist der Berufsverkehr vor allem eine Geduldsprobe. Ein durchschnittlicher Pendler in Deutschland hat im vergangenen Jahr 43 Stunden im Stau gestanden. Einer Auswertung des Verkehrsdaten-Dienstleisters Inrix zufolge lag der Zeitverlust somit drei Stunden höher als im Vorjahr, schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa).
Pendler in Stuttgart stehen im Schnitt 58 Stunden im Jahr im Stau
Das Ranking für das Jahr 2024 zeigt, in welchen Städten Pendler besonders lang im Stau stehen müssen. Rund um Heilbronn beträgt der Zeitverlust demnach 40 Stunden. Das sind 29 Prozent mehr als noch 2023, aber immerhin zehn Prozent weniger als 2022. Das entspricht Rang 19 in Deutschland und Platz 249 weltweit unter den untersuchten Städten.
Am schlimmsten trifft es die Autofahrer in Düsseldorf. Dort müssen Pendler mit einem Zeitverlust von 60 Stunden rechnen. Das entspreche einem Zuwachs von 22 Prozent und sorgt dafür, dass Düsseldorf erstmals an der Spitze des deutschen Stau-Rankings steht. Die Ursache laut Studienautoren: „Zahlreiche Baustellen auf stark befahrenen Autobahnabschnitten rund um Düsseldorf, wie der A46 und der A59.“
Hinter der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen folgen Berlin, das 2023 noch auf Platz eins war, und Stuttgart mit jeweils 58 Stunden Zeitverlust, sowie Köln (56) und München (55). Der staureichste Straßenabschnitt Deutschlands lag in Duisburg auf der A3 in nördlicher Richtung vom Stockweg zur A40, schreibt die dpa.
In Istanbul und New York verlieren Pendler mehr als 100 Stunden pro Jahr im Stau
Es geht aber noch schlimmer: Weltweit steht erstmals Istanbul mit einem durchschnittlichen Zeitverlust von 105 Stunden auf Platz eins, gefolgt von New York und Chicago (je 102 Stunden). London landet als erste europäische Stadt mit 101 Stunden dahinter.
In Paris stehen Autofahrer im Schnitt 97 Stunden im Stau – weltweit bedeutet das Platz sechs. „Im Vergleich zu anderen großen urbanen Zentren in Amerika und Europa kommen deutsche Pendler (...) sogar noch relativ zügig ans Ziel“, teilte Inrix mit.
Stau im Berufsverkehr: Verzögerungen in Deutschland steigen
In 53 von 73 untersuchten Gebieten in Deutschland sowie in 69 der 100 weltweit am stärksten betroffenen Städte nahmen die Verzögerungen im Vergleich zum Vorjahr zu. „Die Ergebnisse für 2024 verdeutlichen, dass das Verkehrswachstum weltweit ungebremst ist, während die Infrastruktur vieler Städte an ihre Grenzen stößt“, sagte Bob Pishue von Inrix. Langfristig werde es entscheidend sein, „den Verkehr effizient zu lenken und innovative Mobilitätsstrategien voranzutreiben“.
Einen sprunghaften Anstieg gab es im vergangenen Jahr bei den Fahrten in die Innenstadt. In Hamburg etwa lag das Plus bei 31, in Berlin bei 27 und in Frankfurt bei 26 Prozent. „Das spricht dafür, dass die Arbeitnehmer wieder ins Büro zurückkehren und die Innenstädte sich fast wieder von der Covid-19-Pandemie erholt haben.“
Stau-Ranking 2024: So erhebt Dienstleiter Inrix die Daten
Doch wie kommen die Studienautoren auf ihre Ergebnisse? Wie Inrix mitteilt, analysierte der Dienstleiter „anonymisierte Daten aus verschiedensten Quellen“. Dazu würden Datensätze aus Telefonen, Fahrzeugen und Städten zählen, die diese präzisen Berechnungen ermöglichen.
Die verwendeten Daten würden das Verkehrsaufkommen der untersuchten Straßenabschnitte über den gesamten Tagesverlauf hinweg zeigen, heißt es weiter. Um noch genauere Ergebnisse zu erzielen, habe Inrix auch Pendlerstrecken über die Stadtzentren hinaus identifiziert und in den Berechnungen berücksichtigt.
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