Schlägerei auf Cannstatter Wasen: Schausteller erheben Vorwürfe gegen Polizei
Auf dem Cannstatter Volksfest ist es zu einer Massenschlägerei gekommen, am Ende wurden Polizisten attackiert. Nun melden sich die Schausteller zu Wort und kritisieren die Beamten.

Ein Festzelt-Streit auf dem Cannstatter Wasen steigerte sich kürzlich zu einer wilden Schlägerei. Als die Polizei einschritt, eskalierte die Situation und die Einsatzkräfte gerieten selbst ins Visier. Nun äußern sich die beteiligten Schausteller und erheben schwere Kritik an der Polizei.
Kritik an Polizei nach Wasen-Schlägerei – „völlig unangemessen reagiert“
Gegenüber dem „SWR“ erklärte Wasen-Schausteller Michael Zimmermann, dass die Polizisten „völlig unangemessen reagiert“ hätten und ihr Verhalten nicht deeskalierend gewesen sein soll. Er gab an, in Handschellen abgeführt worden zu sein, obwohl er nichts getan habe. Zimmermanns Ehefrau soll, so schilderte er es, von Polizisten gewürgt worden sein, nachdem sie sich gewehrt hatte. Mindestens ein Schausteller soll erwägen, Anzeige gegen die Polizei zu erstatten, berichtete die „Stuttgarter Zeitung“.

Schausteller Zimmermann schilderte gegenüber dem „SWR“ seine Eindrücke vom Festzelt-Abend auf dem Cannstatter Volksfest. Mehrere Dutzend Schausteller hätten sich getroffen, um gemeinsam den Abend zu verbringen. Laut Aussagen der Polizei hätten sich keine Gäste im Zelt befunden – doch dem widerspricht Zimmermann gegenüber dem „SWR“.
Laut ihm seien neben den Schaustellern auch deren Angehörige und etwa 40 Wasen-Besucher vor Ort gewesen. Diese sollen jedoch nichts mit den Schaustellern zu tun gehabt haben, sagte Zimmermann dem „SWR“. Der Wasen-Abend endete schließlich mit einem Großaufgebot der Polizei und mehreren Verletzten. Elf Menschen wurden vorläufig festgenommen.
Massenschlägerei auf Cannstatter Volksfest – Gewerkschaft stellt sich hinter Polizei
Auf Nachfrage des „SWR“ stellte sich die Deutsche Polizeigewerkschaft hinter die Polizisten. Sie gehe davon aus, dass die eingesetzten Einsatzkräfte professionell gehandelt haben, heißt es weiter.
Die Stuttgarter Polizei wollte sich zu den Vorwürfen gegenüber dem „SWR“ nicht äußern. Stattdessen verwies sie auf das laufende Verfahren und die Ermittlungen.
Stimme.de