Schleusen-Mogelpackung aus Berlin: KI allein wird die Neckarschifffahrt nicht retten
Ein Ausbau der Schleusen am Neckar ist zu teuer? Dann soll es eben KI richten. Berlins Pläne klingen nach einem Schlag ins Wasser, meint unser Autor.
Dann eben mit KI: Das scheint die Standardantwort zu sein, wenn in Unternehmen oder Kommunen Ressourcen und Geld fehlen. Künstliche Intelligenz wird es schon richten, dazu kostengünstig. Häufig kommen die Konzepte kaum über Wortgirlanden mit hippem KI-Zuckerguss hinaus. So ist das auch im Fall der Neckarschleusen.
Dass sie verlängert werden, um marktgängige Frachtschiffe transportieren zu können, war zwischen Bund und Land jahrelang ausgemachte Sache. Dann dräute den Verantwortlichen im Bund, dass sie sich da ein Milliardenprojekt aufbürden, dass sich über Jahrzehnte zieht.
Der damalige Minister Volker Wissing zog die Notbremse. Landespolitiker waren aufgebracht – aber zumindest sicher, dass zumindest die Sanierung der Schleusen endlich angegangen wird.
Digitalisierung und KI allein retten Neckarschleusen und Schifffahrt nicht
Richtig verbindlich wird Verkehrsminister Patrick Schnieder in seinem jüngsten Schreiben nach Stuttgart nicht, stellt stattdessen die Potenzialanalyse für KI-Lösungen ins Schaufenster. Digitalisierung ist ohne Zweifel ein zentraler Hebel für die Logistik auf dem Fluss. KI alleine wird die Binnenschifffahrt auf dem Neckar aber nicht über Wasser halten. Es wird höchste Zeit für einen verlässlichen Sanierungsplan.

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