Vermisstes Mädchen (2) in Bingen: So stehen die Überlebenschancen laut Experten
Ein zweijähriges Mädchen wird seit Sonntagabend in Bingen vermisst. Die Suchaktion läuft, aber die Hoffnung sinkt. Experten erklären, wie die Überlebenschancen bei den Temperaturen sind.

Viele Menschen verfolgen seit Sonntagabend die Suchaktion nach dem vermissten Mädchen in Bingen und drücken die Daumen, dass es doch noch ein Weihnachtswunder gibt. Die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und THW suchen mit einem Großaufgebot, Hubschrauber, Drohnen und Hunden nach dem zweijährigen Kind, das am dritten Advent aus dem Elternhaus verschwunden ist. Manche Details sind inzwischen bekannt. So soll das Kind vermutlich nur im Schlafanzug rausgegangen sein. Die Suche ist bislang jedoch erfolglos, die Hoffnung schwindet mit jeder Minute – vor allem wegen der niedrigen Temperaturen. Wie gering die Überlebenschancen für ein Kleinkind bei den aktuellen Temperaturen sind, erklären Experten gegenüber der Heilbronner Stimme.
Vermisstes Mädchen in Bingen: "Lebensgefahr" – keine Studien für Überlebenschance vorhanden
"Es besteht Lebensgefahr", sagt ein Sprecher der SLK-Kliniken Heilbronn. Wie lange das kleine Kind in Bingen bei dem Wetter überleben kann, sei demnach unklar. "Es gibt keine Forschung, keine Erkenntnisse darüber, wie lange Kinder bei welchen Temperaturen überleben können", so der Sprecher gegenüber der Heilbronner Stimme. Wie akut die Situation ist, zeigt auch die Hoffnung der Polizei.
Eine Sprecherin der Polizei Ravensburg (zuständig für Sigmaringen und Bingen) sagt: "Wir gehen davon aus, dass die Chance immer geringer wird, das kleine Mädchen lebend zu finden." Das gilt aber nur, wenn die Zweijährige wirklich draußen ist, sich also nicht doch in einem Raum oder Haus aufhält. Neben dem Fluss Lauchert, der unweit des Elternhauses fließt und schon von Tauchern abgesucht wurde, waren auch die Temperaturen unter null Grad in der Nacht eine große Gefahr.
Zweijähriges Mädchen in Bingen vermisst: Frost und Kälte senken Überlebenschance
"Erwachsene wissen, dass man sich bei Kälte bewegen sollte", so der SLK-Klinik-Sprecher. Bei einem Kleinkind kann davon nicht ausgegangen werden. Die Aussicht auf das Weihnachtswunder, auf das viele Menschen hoffen, wird von Stunde zu Stunde unwahrscheinlicher. Wie lange die Suchaktion am Montag andauert, wird "während der Maßnahme" entschieden, es gibt also kein bestimmtes Zeitfenster. Wenig Hoffnung macht, dass es immer noch keinerlei Spuren des Mädchens gibt. Kein Kleidungsfetzen, kein Hinweis. Noch schlimmer sind die Wetteraussichten für Sigmaringen und die Region.
Die Familie der vermissten Zweijährigen wohnt in Hitzkopfen, einem Teilort von Bingen (Landkreis Sigmaringen). Der "Deutsche Wetterdienst" erklärt gegenüber Heilbronner Stimme, dass schon in der vergangenen Nacht, als das Mädchen bereits gesucht wurde, für Sigmaringen Tiefstwerte von -2 Grad gemessen wurden. Tagsüber klettern die Temperaturen nach oben und liegen, je nach Lage zwischen drei und zehn Grad im Plus. Doch die Nacht auf Dienstag könnte noch schlimmer werden. Bis zu - 4 Grad werden erwartet. Und hinzu kommt noch der Frost, der schon am Montagmorgen vorhanden war.
Mädchen (2) in Bingen vermisst: Hoffnung schwindet, Suche geht weiter
Die Überlebenschance des zweijährigen, vermissten Mädchen dürfte dadurch nicht steigen. Nachdem dann am Dienstag wieder Plusgrad erreicht werden, wird die Nacht auf Mittwoch nicht mehr ganz so kalt, dafür gesellt sich Regen dazu, der am Dienstagabend in der Region einsetzen kann. Die Prognosewerte des "Deutschen Wetterdienstes" und die Aussagen der Polizei sowie anderer Experten zeigen, wie wichtig das zeitnahe Auffinden des Mädchens ist – und wie schnell die Hoffnung sinkt. Die Polizei sucht weiter mit Hochdruck nach dem vermissten Kind. Es bleibt das Daumendrücken und die Hoffnung vieler Menschen...

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