Geiselnahme und Vergewaltigung: Bäcker aus Walldürn muss lange ins Gefängnis
Ein selbst ernannter Psycho-Coach hat mehrere Frauen in sein Haus in Walldürn gelockt, dort als Geiseln genommen und vergewaltigt. Jetzt fiel das Urteil vor dem Landgericht Mosbach.

Weil er als selbst ernannter Lebensberater nach Auffassung des Landgerichts Mosbach mehrere Frauen als Geiseln genommen und vergewaltigt hat, musste sich ein 38-Jähriger seit Januar vor Gericht verantworten.
Der Mann hat sich nach Auffassung des Gerichts mehr als drei Jahre lang als sogenannter Life Coach ausgegeben haben. Über seine Beratungsangebote soll er Kontakt zu jungen Frauen aufgenommen und sie systematisch verunsichert haben. Er habe sie in sein Haus am Ortsrand von Walldürn gelockt und dort missbraucht, zeigte sich das Gericht überzeugt.
Prozess in Mosbach: Haft für "Life Coach" wegen Geiselnahme und Vergewaltigung

Der selbst ernannte Lebensberater ist am Montag wegen Geiselnahme und besonderes schwerer Vergewaltigung zu elf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden.
Der Mann bot laut Staatsanwaltschaft als "Life Coach" Online-Seminare an und betrieb in seinem Haus ein "Boot Camp zur Persönlichkeitsentwicklung". Die Vorwürfe beziehen sich auf die Jahre 2019 bis 2022. Der Deutsche soll dazu entschlossen gewesen sein, die Coaching-Angebote dazu zu nutzen, Kontakt zu jungen Frauen aufzunehmen und diese systematisch zu verunsichern. Er habe sie dann zu sich nach Hause eingeladen. Danach habe er die Frauen erniedrigt, schwere Gewalt angewandt und sie immer wieder sexuell missbraucht.
Im echten Leben ist der Verurteilte Bäcker von Beruf. Auf Youtube referiert er aber in Videofilmen über den Weg, Ziele im Leben zu erreichen. Auch auf Instagram ist der Walldürner aktiv. Darüber hinaus hat er Bücher geschrieben.
25 Jahre alte Bruder ist mitangeklagt
Mitangeklagt ist der 25 Jahre alte Bruder des 38-Jährigen, der ebenfalls Deutscher ist. Ihm wird unter anderem Beihilfe zur Geiselnahme und zur besonders schweren Vergewaltigung vorgeworfen.
Zum Auftakt des umfangreichen Prozesses Anfang Februar hatten die Nebenklage - darunter auch die Ehefrau des Angeklagten - und die Staatsanwaltschaft einen Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit gestellt.
Stimme.de