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Wie das Land Fachkräfte gewinnen kann

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Die Arbeitsagentur Baden-Württemberg nennt Qualifizierung, mehr Frauenarbeit und Zuwanderung als wichtige Mittel gegen die grassierende Personalnot.

Das mit Abstand größte Fachkräftepotenzial sehen die Arbeitsmarktexperten in der Zuwanderung. Bis zu 216.000 Vollzeitstellen könnten dadurch im Land entstehen, wenn zugleich die Integrationsmaßnahmen verbessert werden.
Das mit Abstand größte Fachkräftepotenzial sehen die Arbeitsmarktexperten in der Zuwanderung. Bis zu 216.000 Vollzeitstellen könnten dadurch im Land entstehen, wenn zugleich die Integrationsmaßnahmen verbessert werden.  Foto: dpa

Der grassierende Fachkräftemangel droht zu einer echten Wachstumsbremse für die Wirtschaft zu werden. In nahezu allen Branchen klagen die Unternehmen über fehlendes Personal und zu wenig Lehrlinge. Die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit hat nun analysiert, wo es Fachkräftepotenzial im Land gibt und wie dieses zu heben wäre.

Dreiklang gefordert

Ergebnis: Rund 438.000 Vollzeitstellen könnten in Baden-Württemberg entstehen, wenn diese Potenziale ausgeschöpft würden. Die Behörde hat vor allem drei Bereiche in den Fokus genommen: den Ausbau von Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, verstärkte Berufstätigkeit von Frauen und Zuwanderung. "Wir müssen gemeinsam das inländische Potenzial mobilisieren und qualifizierte Einwanderung verstärken, um dem Fachkräftemangel wirksam entgegenzutreten. Wir müssen das eine tun und dürfen das andere nicht lassen", sagt Behördenleiter Christian Rauch.


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Aus- und Weiterbildung muss verstärkt werden

Konkret geht die Arbeitsagentur davon aus, dass in Baden-Württemberg mit intensiverer Aus- und Weiterbildung ein Potenzial von bis zu 110.000 Vollzeitstellen erschlossen werden könne. "Ein Hebel wäre hier zum Beispiel, wenn mehr Schülerinnen und Schüler mit Startschwierigkeiten sowie lebensältere Geringqualifizierte zu Fachkräften aus- und weitergebildet werden könnten", heißt es in der Analyse.

Die Arbeitsagentur weist auf die umfangreichen Qualifizierungsmaßnahmen hin, die von ihr gefördert werden. "Die Bildungsträger und Arbeitgeber sollten in den Austausch gehen und passgenaue Weiterbildungs- und Qualifikationsangebote gemeinsam kreieren", schreiben die Experten. Die Unternehmen sollten diese Möglichkeiten als Chance sehen und ihren Mitarbeitern den nötigen Freiraum gewähren.

Heilbronner Agentur als Vorbild

Als lobendes Beispiel wird in dem Papier der Agenturbezirk Heilbronn erwähnt, wo die Arbeitsagentur in Kooperation mit einigen Hotel- und Gaststättenbetrieben sowie dem Bildungspark als Bildungsträger die Corona-Zeit und die Kurzarbeit genutzt hat, um die Mitarbeiter weiterzuqualifizieren.


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Frauen sollten mehr und öfter arbeiten

Weitere bis zu 112.000 Stellen könnten demnach geschaffen werden, indem das Arbeitszeitvolumen von Frauen erhöht wird und insgesamt mehr Frauen arbeiten. Die Arbeitsagentur nennt hier als zentrale Ansatzpunkte die Kinderbetreuung und die Organisation der haushaltsnahen Dienstleistungen. Auch sollten Arbeitgeber offener sein für die Teilzeitbeschäftigung von Frauen.

Besonderes Augenmerk sollte den Experten zufolge auf Frauen mit Migrationshintergrund gelegt werden. "Die Erwerbsbeteiligung der Migrantinnen im Alter von 24 bis 45 Jahren liegt 15 Prozentpunkte unter der Erwerbsbeteiligung von Frauen ohne Migrationshintergrund", heißt es in der Analyse. Die größte Gruppe der nichterwerbstätigen Migrantinnen sei in der Stillen Reserve, nur 54,7 Prozent lebten von staatlicher Unterstützung.


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Zuwanderung kann viele Stellen bringen

Das mit Abstand größte Fachkräftepotenzial sehen die Arbeitsmarktexperten in der Zuwanderung. Bis zu 216.000 Vollzeitstellen könnten dadurch im Land entstehen, wenn zugleich die Integrationsmaßnahmen verbessert werden. Die Arbeitsagentur schlägt den vorgelagerten Erwerb von Sprachkenntnissen sowie nötiger Qualifizierungen bereits im Heimatland vor. "Dort sind die Maßnahmen meist kostengünstiger, und die potenzielle Fachkraft lernt im gewohnten Umfeld häufig effizienter", heißt es in dem Papier.

Mangelberufe

Die Arbeitsagentur in Baden-Württemberg sieht Fachkräftemangel vor allem in Gesundheits- und Bauberufen, insbesondere dem Bauhandwerk. Auch die Bereiche Erziehung, Lehre und Informationstechnologie hätten einen hohen Bedarf an Fachkräften. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien ergebe sich deutschlandweit ein Zusatzbedarf von 400.000 Erwerbstätigen, der in den Bereichen Bau, Handwerk und Energietechnik entsteht. Durch die Digitalisierung werde sich der Trend zur Höherqualifizierung in Zukunft noch verstärken, prognostizieren die Arbeitsmarktexperten.


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