Stimme+
Kollision mit Tanklaster
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Tödlicher Stadtbahnunfall in Ubstadt-Weiher: Aufräumarbeiten fast abgeschlossen

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Nach dem Stadtbahnunfall bei Zeutern mit drei Toten sind die Aufräumarbeiten abgeschlossen, doch die Strecke bleibt weiterhin gesperrt. Eine Wiederaufnahme des regulären Bahnverkehrs ab Montag ist noch unklar.

Von Nicole Theuer

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Vier Tage ist derverheerende Stadtbahnunfall kurz nach dem Ortsausgang Zeutern in Richtung Östringen-Odenheim mit drei Toten nun her und die Aufräumarbeiten sind inzwischen auch abgeschlossen.

Ob, wie angekündigt, ab Montag der reguläre Stadtbahnverkehr mit den Linien S31 und S32 wieder aufgenommen werden kann, lässt Nicolas Lutterbach, Sprecher der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) noch offen. „Bislang konnten wir nicht unter die verunfallte Stadtbahn schauen“, erklärt er am Freitagmorgen auf Nachfrage der Heilbronner Stimme, „das können wir erst, wenn der Abtransport der Bahn abgeschlossen ist.“ Um die kümmern sich vor Ort Mitarbeiter eines Karlsruher Abschleppunternehmens.

Zugunglück in Ubstadt-Weiher: Bergung der ausgebrannten Stadtbahn abgeschlossen

Nachdem am Donnerstag derabgetrennte Teil des völlig ausgebrannten Triebwagens bereits abtransportiert worden ist, sind am Freitag der restliche Teil des ersten Triebwagens und der zweite Triebwagen an der Reihe. Zwei große Kräne nehmen die Last, die an Ketten hängt, auf und hieven sie vorsichtig auf die bereitstehenden Tieflader.

Dazu wurde der Streckenabschnitt der L552 zwischen Odenheim und Zeutern wieder voll gesperrt. Ganz uneinsichtige Verkehrsteilnehmer umfahren die erste Absperrung und stehen dann in Höhe der ehemaligen Diskothek vor den Barken, die die ganze Straße absperren.


Stadtbahn wird nach Kollision in Ubstadt-Weiher abtransportiert

Nach wie vor ist es an der Unfallstelle gespenstisch ruhig, nur ab und zu schalle die Kommandos der Männer, die mit dem Verladen der Wracks beschäftigt sind, durch die Stille. „Die Teile der Bahn werden nach dem Abtransport zwischengelagert und dann verschrottet“, berichtet Lutterbach.

„Normalerweise, wenn wir eine Bahn planmäßig ausmustern, geht sie zu einem Verwerter, der die Waggons ausschlachtet und dann verschrottet. Doch hier haben wir den Sonderfall, dass die Waggons entweder durch den Brand oder den Rauch und Ruß so zerstört sind, dass vermutlich nichts mehr verwendet werden kann, zumal wir es hier auch mit Giftstoffen zu tun haben.“

Turnusgemäß, so Lutterbach, wird die Baureihe, zu der auch die verunfallte Bahn gehörte, in nächster Zeit ersetzt. „Die Bahn wurde Mitte der 90er Jahre in Dienst gestellt und gehört zu den ältesten, die wir noch in Betrieb haben.“ 

Tödliche Stadtbahn-Kollision: Boden mit Löschschaum und Heizöl kontaminiert

Sobald die Wrackteile abtransportiert sind, „werden wir uns die Gleisanlagen anschauen. Bislang konnten wir nur die Schäden an der Oberleitung und am Bahnübergang in Augenschein nehmen. Erst, wenn alle Schäden repariert sind, können wir die Strecke wieder freigeben.“

Hinzukommt die Umweltproblematik. „Ein Gutachter von uns war am Freitag vor Ort“, heißt es auf Nachfrage aus dem Landratsamt in Karlsruhe, „er wird nach der Begutachtung festlegen, was getan werden muss. Gleisbett und die umliegenden landwirtschaftlichen Flächen sind mit Löschschaum und Heizöl kontaminiert, so dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Behandlung des Bodens erfolgen muss.“ Wie die aussehen wird, „hängt vom Grad der Verunreinigung ab.“ Lutterbach rechnet damit, dass Erdreich ausgekoffert werden muss.

Auch wenn in den nächsten Tagen mit einer Freigabe der Bahnstrecke zu rechnen ist, bleibt der Verbindungsweg zwischen L552 und Industriestraße für den Verkehr gesperrt. „Ich werde dieses Teilstück, das nicht für die Befahrung mit Lastwagen ausgelegt ist, erst wieder freigeben, wenn ich mit Verkehrsexperten gesprochen habe und eine Sicherung des Bahnübergangs erfolgt ist“, macht Bürgermeister Tony Löffler deutlich. 

Nach oben  Nach oben