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Stuttgart/Heilbronn

Corona-Lage: Schwierige Situation in den Pflegeheimen in Baden-Württemberg

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Landesgesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) rechnet in den kommenden Wochen mit weiteren Infektionsausbrüchen und Corona-Toten in baden-württembergischen Pflegeheimen. Auch in der Region setzt man auf Impfungen als Gegenmaßnahme.

Ohne allgemeine Impfpflicht ließen sich einzelne Ausbrüche nicht komplett verhindern, sagte Lucha am Montag in einer Sondersitzung des Sozialausschusses des Landtags. Obwohl Infektionen durch die Omikron-Variante in der Regel milder verliefen, werde es aber auch durch Omikron zu weiteren Todesfällen kommen, solange es für die Beschäftigten keine Impfpflicht gebe und noch zu wenige Heimbewohner geboostert seien.

Lucha bezog zu den jüngsten Corona-Ausbrüchen in baden-württembergischen Pflegeeinrichtungen Stellung. So waren in Heimen in Rastatt und Gaggenau insgesamt 14 Menschen an oder mit dem Virus gestorben, zahlreiche weitere wurden infiziert. Keiner der 13 Verstorbenen in Rastatt hatte den Angaben des Landratsamts zufolge einen vollständigen Impfschutz. Allein in Rastatt hatten sich über 50 der 85 Bewohner infiziert.

Hunderte Infizierte und 22 Todesfälle

Seit Mitte Dezember hat es damit landesweit in Pflegeeinrichtungen 47 Corona-Ausbrüche mit Hunderten Infizierten und mindestens 22 Toten gegeben. Lucha wies vor dem Ausschuss eine Mitverantwortung des Landes daran zurück, dass in den Einrichtungen zu wenige Bewohner einen vollständigen Impfschutz aufweisen können.

Impfangebote des Landes stünden ausreichend zur Verfügung, so Lucha, zudem habe er an alle Träger per Brief nochmals eindringlich appelliert, die Angebote anzunehmen. "An fehlenden Impfmöglichkeiten liegt es jedenfalls nicht, wenn Pflegeheimbewohner und Beschäftigte nicht geimpft oder geboostert sind", so Lucha.

Er verwies auch auf die geringe Impfquote beim Pflegepersonal. Einer Erhebung des Landesgesundheitsamtes aus rund 1500 Einrichtungen von Ende Dezember zufolge waren rund 11.000 Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen nicht geimpft - das sind 12,5 Prozent. Unter den Bewohnern wiesen über 91 Prozent den Grundschutz mit zwei Impfungen auf, geboostert seien nur rund 68 Prozent.

Die Lage in der Region

Und wie sieht es in der Region aus? Alle zwei Monate findet in der DRK-Residenz in Heilbronn eine Impfaktion in Kooperation mit einer niedergelassenen Ärztin statt, berichtet Einrichtungsleiterin Annemarie Stange. So haben Bewohner und Mitarbeiter regelmäßig die Möglichkeit, sich impfen zu lassen oder eine Auffrischung zu holen. Drei Corona-Fälle gab es in der DRK-Residenz, die aber harmlos verliefen, berichtet die Leiterin. Die betroffenen Bewohner seien geimpft gewesen. Wie sie sich angesteckt haben, sei ungeklärt. Von den rund 100 Bewohnern ist nur einer nicht geimpft, Dreiviertel sind geboostert, bis Ende des Monats werden es noch mehr sein, sagt Stange.

"In Sachen Boostern sind unsere Bewohner sehr gut durch unsere Gundelsheimer Hausärzte versorgt", erklärt Christine Kunkel-Kolb, Geschäftsführerin des Pflegestützpunkts Haus Christine in Gundelsheim.

In den elf Senioreneinrichtungen der BBT-Gruppe in der Region Tauberfranken-Hohenlohe gibt es derzeit keinen Bewohner, der an Corona erkrankt oder positiv auf das Virus getestet ist. Wie Sprecherin Ute Emig-Lange weiter mitteilt, seien 95 Prozent der Bewohner in den Seniorenzentren und Altenheimen zweimal geimpft und vor Weihnachten knapp 80 Prozent geboostert gewesen. Inzwischen sei der Anteil nochmals gestiegen.

 

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