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Hackerangriff: Wie hoch ist der Schaden für das Landratsamt Ludwigsburg?

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Die Behörde ist Opfer einer mutmaßlichen Cyberattacke geworden. Ein Krisenstab arbeitet an Lösungen für die Bürger. Einige Bereiche sind für die Kunden geschlossen.

von Theresa Heil und dpa
Ein Aushang weist auf die vorübergehende Schließung des Ludwigsburger Landratsamts hin. Wegen eines mutmaßlichen Cyberangriffs ist unter anderem die Kfz-Zulassung für den Kundenverkehr geschlossen.
Foto: dpa
Ein Aushang weist auf die vorübergehende Schließung des Ludwigsburger Landratsamts hin. Wegen eines mutmaßlichen Cyberangriffs ist unter anderem die Kfz-Zulassung für den Kundenverkehr geschlossen. Foto: dpa  Foto: Marijan Murat

Am Landratsamt Ludwigsburg hat es einen mutmaßlichen Cyberangriff gegeben. Betroffen sind das Kreishaus und alle Außenstellen des Landratsamtes. Die IT-Infrastruktur sei vollständig heruntergefahren worden, hieß es am Donnerstag auf der Website und dem Social-Media-Account der Behörde. Unter anderem betreffe dies auch die Kfz-Zulassung und die Führerscheinstelle, welche für den Kundenverkehr geschlossen worden seien. Eine alternative Anlaufstelle konnte kurzfristig nicht eingerichtet werden, erklärte Pressesprecher Andreas Fritz der Heilbronner Stimme.

Neben der Kfz-Zulassungsstelle sind auch der Asylbereich, die Ausländerbehörde und das Jobcenter für die Kunden geschlossen. Wann die Behörde wieder in vollem Umfang geöffnet sei, könne derzeit nicht abgeschätzt werden.

Krisenstab mit Experten analysiert die Systeme

Durch die Sicherheitsmaßnahmen der Behörde sei ein "Sicherheitsvorfall in einem frühen Stadium" identifiziert worden, hieß es in der Pressemitteilung, die das Landratsamt am Donnerstagabend veröffentlichte. "Unsere EDV hat Auffälligkeiten festgestellt, und daraufhin wurden die Systeme abgeschaltet", hatte Andreas Fritz zuvor gegenüber dem SWR angegeben. Es werde von einem Angriff ausgegangen, hieß es weiter. Ob dieser sich bestätige, hänge vom weiteren Verlauf der Ermittlungen ab.

Derzeit würden Experten der Komm.ONE, des IT-Dienstleisters PiraCon sowie der Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg die IT-Systeme analysieren. Komm.ONE ist eine Anstalt öffentlichen Rechts und berät kommunale Einrichtungen in Baden-Württemberg zu automatisierter Datenverarbeitung. Auch das Landeskriminalamt sei eingeschaltet.


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Behörde arbeitet an Lösungen für die Bürger

"Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung, möglichst schnell die Dienstleistungen des Landratsamts für unsere Bürgerinnen und Bürger wieder anbieten zu können", erklärte Landrat Dietmar Allgaier. Durch die gute Zusammenarbeit der IT-Experten habe Schlimmeres verhindert werden können.

Aktuell könne man noch nicht sagen, wann die Systeme wieder am Netz sein werden, sagte Allgaier weiter. "Sicherheit ist auch weiterhin das oberste Gebot." Wann die Untersuchungen abgeschlossen seien, sei ebenfalls noch unklar.

Im Verlauf des Tages kamen immer wieder Besucher mit Termin zum Landratsamt, einige hatten Kennzeichenschilder dabei. Sie wurden per Aushang über die kurzfristige Schließung informiert, auch ein Sicherheitsmitarbeiter war vor Ort. Einige Besucher waren verärgert, andere zeigten Verständnis für die Situation.

Analoge Termine finden weiterhin statt

Alle Kundenbereiche mit digitalen Anwendungen bleiben nun bis auf Weiteres geschlossen. Es werde versucht, die Services anhand einer Prioritätenliste wieder herzustellen, hieß es in der Pressemitteilung. Analoge Termine finden weiterhin statt. Dazu gehören beispielsweise Termine zur Schuldnerberatung, des Jugendamts und der Einbürgerungsbehörde. Auch Konferenzen, Veranstaltungen oder Bewerbungsgespräche im Kreishaus können offenbar stattfinden.


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Cyberangriffe kommen immer häufiger vor

Behörden und Verwaltungen geraten immer wieder ins Visier von Hackern. Erst Anfang März wurde die Stadt Rastatt Opfer eines mutmaßlichen Cyberangriffs. Alle 800 Computer der Verwaltung waren tagelang vom Netz und mussten neu aufgesetzt werden. Auch die Internetseiten der baden-württembergischen Polizei waren in der Vergangenheit immer wieder Ziel von Cyberattacken. Anfang des Jahres wurden die Webseiten stundenlang lahmgelegt. Die Hochschule Heilbronn war Ende des vergangenen Jahres ebenfalls betroffen. Auch in diesem Fall wurde die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg sowie das Landeskriminalamt eingebunden.

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