Corona-Impfungen in Unternehmen: Worauf will das Land eigentlich noch warten?
Die Landesregierung in Stuttgart weigert sich, die Impfkampagne in Unternehmen konsequent vorzubereiten. Die Zeichen der Zeit hat sie offenbar noch nicht erkannt, kommentiert unser Redakteur Christian Gleichauf.
Hier nicht pauschal Politikschelte zu betreiben, fällt sogar dem sonst zurückhaltenden EBM-Papst-Chef Stefan Brandl schwer, nachdem er auf seinen Vorstoß die Absage aus Stuttgart erhielt: Nein, die Landesregierung will eine Impfkampagne in Unternehmen nicht mit einem Modellprojekt testen. Warum nicht?
Falsche Schlussfolgerung gezogen
Eine schlüssige Antwort bleibt das Staatsministerium schuldig. Manche Fragen seien noch mit dem Bund zu klären. Richtig. Noch gebe es nicht genügend Impfstoff, um in allen Unternehmen zu impfen. Ja. Wenn es so weit ist, solle es schnell gehen. Aber natürlich.
Doch all die Punkte, die im Schreiben angeführt werden, sprechen dafür, jetzt einen Testlauf zu machen und damit Erfahrung zu sammeln. Doch auf diese Erfahrung pfeift Baden-Württemberg offensichtlich.
Braucht es ein baden-württembergisches Konzept?
Vor Wochen schob man noch die Probleme mit Astrazeneca vor. Bereits damals war aber klar, dass die Engpässe bei der Versorgung mit Impfstoffen irgendwann beseitigt sein sollten. Auf diese Situation gilt es, sich vorzubereiten.
Statt dessen ist weiterhin absehbar, dass irgendwann in nächster Zeit so viel Impfstoff zur Verfügung steht, dass man nicht weiß, wie man ihn verimpft bekommt. Vielleicht setzt man dann auf Erkenntnisse, die derzeit Sachsen bei seinen Pilotprojekten in Unternehmen gewinnt.
Vielleicht wartet man auf die Ergebnisse aus Bayern. Konsequent wäre dann aber, das Thema komplett an den Bund abzugeben. Wenn die baden-württembergische Landesregierung wirklich glaubt, dass nicht jedes Bundesland ein eigenes Konzept braucht, um auf die Besonderheiten der jeweiligen Landstriche zu reagieren, dann braucht es nur ein Konzept. Berlin, bitte übernehmen!


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