Offene Fragen nach Morddrohung gegen Hagel – CDU-Politiker hat Schreiben „vernichtet“
CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel berichtet von Morddrohungen. Die Generalstaatsanwaltschaft geht der Sache nach. Ein Drohschreiben soll Hagel „vernichtet“ haben.
Der CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel berichtet nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg von Anfeindungen bis hin zu Morddrohungen gegen sich und seine Familie. Auslöser soll ein altes Interview von ihm gewesen sein, das die Grünen‑Politikerin Zoe Mayer online verbreitet hatte und das als „Rehaugen‑Video“ Schlagzeilen machte.
Das Staatsschutzzentrum der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart prüft den Drohfall. Zuerst hatte die Welt darüber berichtet. Hagel selbst hat allerdings keine Anzeige erstattet, heißt es auf Stimme-Nachfrage – und bislang liegen offenbar keine Belege vor.
Morddrohungen gegen Manuel Hagel – CDU-Politiker hat Schreiben „vernichtet“
Die Ermittlungsbehörden seien am 4. März durch die Berichterstattung über die Drohungen gegen Hagel selbst aktiv geworden. „Eine förmliche Strafanzeige wurde nicht erstattet“, erklärt Robin Schray, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart. Das Staatsschutzzentrum habe „von Amts wegen“ einen Prüfvorgang angelegt. Dabei handelt es sich nicht um ein Ermittlungsverfahren.
Der Sachverhalt werde nun gemeinsam mit dem Landeskriminalamt näher aufgeklärt und rechtlich bewertet. Aktuell prüfen die Behörden, unter anderem durch Befragungen, ob ein Anfangsverdacht auf eine Straftat bestehe. „Demnach sei ein Drohschreiben an die Privatadresse von Herrn Hagel eingegangen, das er in der Folge vernichtet habe“, berichtet Schray.
Da den Behörden bislang kein Drohschreiben vorliegt, wollte die Stimme von der Generalstaatsanwaltschaft wissen, was die Ermittler derzeit stattdessen überprüfen – etwa Beiträge auf Social-Media-Kanälen. Schreyer teilt mit: „Der Prüfvorgang erstreckt sich nicht auf Beiträge in den sozialen Medien.“
Hagel berichtete von Morddrohung – warum bisher keine Anzeige?
Der CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel hatte im „The Pioneer“-Podcast kurz vor der Landtagswahl auf Nachfrage bestätigt, dass er und seine Kinder Morddrohungen bekommen hätten. „Leider ja. Das ist für uns auch neu, auch als Familie. Ich kannte das so bisher nicht.“ Laut Medienberichten soll er in internen CDU-Sitzungen ebenfalls davon berichtet haben. Die CDU spricht wegen des „Rehaugen“-Videos von einer „Schmutzkampagne“ der Grünen.
Warum erstattete Hagel bisher keine Anzeige? Auf Stimme-Nachfrage teilt ein Pressesprecher mit, dass „ein Gespräch mit den Sicherheitsbehörden“ stattgefunden habe. Der Sprecher verweist darauf, dass es sich bei einer Bedrohung um ein Offizialdelikt handele. „Es bedarf keiner Anzeige, damit die Strafverfolgungsbehörden tätig werden.“
Zu weiteren Fragen, etwa, ob Hagel noch immer Opfer von Anfeindungen und Drohungen werde, will sich der Sprecher nicht äußern. „Dazu wurde uns geraten, auch um Nachahmung zu vermeiden. Das Wohl und die Sicherheit der Familie von Herrn Hagel stehen für uns an oberster Stelle.“

Stimme.de