Nach 32 Jahren: Diskothek „Halli Galli“ in Buchen schließt
Die Ära des „Halli Galli“ geht zu Ende: Nach mehr als drei Jahrzehnten mit Partys, Konzerten und unvergesslichen Nächten steht die Buchener Diskothek vor dem Aus.
Drei Jahrzehnte lang wurde im „Halli Galli“ getanzt, gelacht und gefeiert – doch nun neigt sich diese Ära dem Ende zu. Am Samstag, den 3. Mai, findet zu Ehren der „Music Hall“ – so hieß die Diskothek bis 2004 – das letzte Event statt. Denn Geschäftsführer Matthias Köhler sieht sich aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr in der Lage, den Betrieb aufrechtzuerhalten, wie er gegenüber der Heilbronner Stimme erklärte.
Nach 32 Jahren: Diskothek „Halli Galli“ in Buchen schließt
„Es ist eher ein Abschied mit Tränen als mit einem Lächeln. Das war mein erstes Projekt vor 20 Jahren und das Halli Galli war wie ein Kind für mich“, erklärt er. Wie er mit dem Abschied umgehen soll, weiß Köhler selbst noch nicht. „Wenn man weiß, dass es mehrere Lösungen gäbe, aber keine davon angenommen wird – was soll man da denken? Natürlich nimmt einen das mit.“
Trotz ernsthafter Verhandlungen mit mehreren Investoren scheiterten bislang sämtliche Versuche, für das Gelände eine neue Nutzung zu entwickeln. Der Gemeinderat hat entsprechende Initiativen bislang nicht unterstützt – damit bleibt die Zukunft des Areals ungewiss.
Diskothek „Halli Galli“ vor dem Aus: Rewe-Markt mit Gastronomiebereich als Lösung?
Im November vergangenen Jahres hatte das Gremium mit einer Mehrheit von 11 zu 7 Stimmen beschlossen, die Pläne eines Investors nicht weiterzuverfolgen. Dieser sah den Bau eines großen Rewe-Markts inklusive Gastronomiebereich auf dem Grundstück am Hohen Markstein vor. Um dies umzusetzen, hätte jedoch der bestehende Bebauungsplan geändert werden müssen, da das Gelände derzeit ausschließlich für Vergnügungsstätten ausgewiesen ist.
Dennoch zeigte sich Köhler zunächst zuversichtlich und führte in den letzten Monaten zahlreiche Gespräche mit Investoren, offen für vielfältige Möglichkeiten. Doch diese Hoffnung wurde vor Kurzem zerschlagen: Nachdem er den Fraktionsvorsitzenden seine Pläne präsentiert hatte, übermittelte Bürgermeister Roland Burger ihm das ernüchternde Ergebnis einer nicht-öffentlichen Sitzung – es gibt weiterhin keine Mehrheit im Gemeinderat für das Projekt.
Köhler zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung. Man habe hier etwas Neues schaffen wollen, um den jungen Menschen in Buchen und Umgebung auch künftig eine Ausgehmöglichkeit bieten zu können. Die Investoren seien bereit gewesen, das Konzept mitzutragen – unter dem klaren Leitsatz: „Ohne Gastronomie kein Markt.“ Doch diese Chance sei nun vergeben.
Ein Weiterbetrieb des Clubs im bisherigen Rahmen ist laut Köhler wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Gründe seien unter anderem verändertes Ausgehverhalten junger Menschen, hohe Energiekosten, strengere Brandschutzvorgaben sowie Rückzahlungen von Corona-Hilfen und eine Betriebsprüfung mit anschließender Nachzahlung. All diese Faktoren führten dazu, dass eine Fortführung nicht mehr möglich ist.
Voraussichtliche Schließung im Mai: Geschäftsführer ist „bis zum Schluss gesprächsbereit“
Köhler ist überzeugt: Ohne einen starken Ankermieter wie einen Supermarkt lasse sich kein Investor für das Projekt gewinnen. Und ohne einen solchen Investor sei das Gelände nicht zukunftsfähig. „Als einzelne Großraumdiskothek ist der Betrieb wirtschaftlich nicht mehr tragbar“, macht er deutlich. Somit bleibt ihm nur, das Kapitel „Halli Galli“ nach über drei Jahrzehnten zu schließen.
Der Club wurde 1993 als „Music Hall“ eröffnet und 2004 in „Halli Galli“ umbenannt. Nun steht das Ende der wohl längsten Partytradition der Region bevor. Auch viele bekannte Namen aus der Musikszene standen auf der Bühne: Stars wie Sido, Nimo, Maxwell, Jürgen Drews, Ross Anthony, Lorenz Büffel, Mia Julia und „Gestört aber Geil“ gehörten zu den Highlights vergangener Jahre.
Mit dem traditionellen „Tanz in den Mai“ am 30. April beginnt der Abschied, bevor am Samstag, dem 3. Mai, die letzte Party stattfindet. Dann wird die „Music Hall“, wie die Diskothek bis 2004 hieß, mit einer Veranstaltung gewürdigt. Doch so ganz hat Köhler die Hoffnung noch nicht aufgegeben: „Ich bin bis zum Schluss gesprächsbereit, wenn sich eine neue Möglichkeit ergibt“.

Stimme.de