Bahnsperrungen über Ostern – zwei zentrale Strecken in Baden-Württemberg betroffen
Zwei zentrale Bahnstrecken in Baden-Württemberg sind über Ostern wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Zehntausende Reisende müssen mit Ausfällen und längeren Fahrzeiten rechnen.
Wer über die Osterfeiertage Familie und Freunde besuchen oder in den Urlaub fahren möchte und plant, dafür die Bahn zu nutzen, sollte sich im Vorfeld gut informieren. Denn wegen Sanierungsarbeiten werden in Baden-Württemberg zwei zentrale Strecken gesperrt.
Von Gründonnerstag an ist die Schnellbahnstrecke zwischen Mannheim und Stuttgart dicht. Von Karfreitag an wird dann auch die Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel gesperrt. Zehntausende Reisende werden von längeren Fahrzeiten und Zugausfällen betroffen sein. Die Heilbronner Stimme erklärt, ab wann Recht auf Entschädigung besteht.
Sperrung der Schnellbahnstrecke zwischen Mannheim und Stuttgart ab 17. April
Von Donnerstag, 17. April, bis zum 6. Juni ist die Schnellbahnstrecke zwischen Mannheim und Stuttgart gesperrt. In der Zeit werden die Züge des Fern-, Nah- und Güterverkehrs umgeleitet. Laut Bahn wird es längere Fahrzeiten von bis zu 40 Minuten geben.
Einzelne Verbindungen werden demnach aber auf dem Streckenabschnitt auch entfallen. Die veränderten Fahrzeiten seien schon in den Buchungssystemen der Deutschen Bahn ersichtlich. Zu den baden-württembergischen Pfingstferien wäre die Strecke planmäßig wieder befahrbar.
Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel ab Karfreitag gesperrt
Die Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel ist von Freitag, 18. April, bis 27. April dicht. Auf der Strecke enden Fernzüge, die vom Norden kommen, in Baden-Baden oder in Einzelfällen auch in Karlsruhe. Wer von dort nach Freiburg oder in die Schweiz weiter möchte, muss in die dafür von der Bahn bereitgestellten Busse umsteigen.
Ab Freiburg fahren wieder Fernverkehrszüge in Richtung Schweiz. So braucht es laut einem Sprecher statt etwa einer Stunde und 40 Minuten von Karlsruhe nach Basel während der Sperrung rund drei Stunden.
Bahnsperrungen über Ostern: Auf diesen Strecken müssen Reisende mit Einschränkungen rechnen
Der Nahverkehr zwischen Karlsruhe und Basel ist ebenfalls beeinträchtigt. Zwischen Karlsruhe, Rastatt und Baden-Baden etwa steht dann teils nur ein Gleis zur Verfügung. Am 22. April ab 22 Uhr bis 23. April um 22 Uhr ist der Abschnitt zwischen Rastatt und Baden-Baden voll gesperrt. Die Strecke über Ettlingen ist sogar für die gesamte Zeit der Sanierungsarbeiten nicht befahrbar. Zwischen Müllheim und Basel ist nur ein Gleis verfügbar - es kommt zu Änderungen im Fahrplan.
Vor allem abends und nachts kommt es zwischen 21 Uhr und 4 Uhr zu Einschränkungen, teilte die Bahn weiter mit. Fahrräder dürfen übrigens nicht in die Ersatzbusse mitgenommen werden. Pro Tag werden auf den Strecken mit Schienenersatzverkehr etwa 100 bis 130 Busse eingesetzt, um Reisende trotz der Baustellen und Sperrungen ans Ziel zu bringen, wie eine Bahnsprecherin sagte.
Warum werden die Strecken über Ostern gesperrt?
Die Strecke Mannheim-Stuttgart ist betroffen, weil es im knapp sieben Kilometer langen Freudensteintunnel bei Knittlingen (Enzkreis) Probleme mit der Geologie gibt. Der Tunnel führt demnach durch Anhydrit-haltiges Gestein, das sich aufgrund von Wassereintritt ausgedehnt hat. Dies habe vereinzelt zu Rissen in der Tunnelschale geführt, sagte ein Sprecher. Die Bahn bringe deswegen unter anderem an der Tunneldecke auf einer Länge von 1.000 Metern Drahtnetze zur Sicherung an. Die Kosten liegen bei rund 7,5 Millionen Euro.
Auf der Rheintalbahn sollen unter anderem Gleise und Weichen und auch der Untergrund für die Gleise erneuert werden - auf der Strecke zwischen Karlsruhe und Rastatt, im Bahnhof Rastatt sowie zwischen Denzlingen und Freiburg. Am Bahnknoten Offenburg sind zusätzliche Weichen geplant. Bei dem milliardenschweren Ausbau der Rheintalbahn wird die Strecke Karlsruhe-Basel nach und nach von zwei auf vier Gleise ausgebaut.
Warum werden beide Strecken parallel gesperrt?
Die Osterfeiertage werden laut einem Bahnsprecher traditionell für Instandsetzungsarbeiten genutzt. Zu der Zeit seien schlicht weniger Menschen unterwegs. „Das Reisendenaufkommen ist deutlich geringer als an normalem Werktagen, wo man Pendler, Geschäftsreisen und Schüler noch mit hat“, sagte der Sprecher. Es gebe zwar teilweise weniger Verbindungen, aber die meisten Reisenden gelängen immer noch umsteigefrei an ihr Ziel.
Detlef Neuß, Bundesvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn, sagte: „Die Sanierungen der Schienenwege sind unvermeidlich.“ Sie seien viel zu lange hinausgeschoben worden.
Stimme.de